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14.11.14 / 05:00
Berichte

Permadental: Unkompliziert und ästhetisch ansprechend

Dr. Uwe Schwensfeier, niedergelassener Zahnarzt in Haltern am See, berichtet über seine Erfahrungen mit Zirkonoxid.



Dr. Uwe Schwensfeier hat sich von den ästhetisch-ansprechenden Versorgungen aus Zirkonoxid überzeugen lassen. Foto: Permadental

Wenn es um Versorgung mit Zahnersatz geht, spielen metallfreie Werkstoffe eine immer größere Rolle. Vollkeramik kann inzwischen für viele Indikationen eingesetzt werden. Seit einigen Jahren wird vor allem über Zirkonoxid diskutiert. Seine Eigenschaften prädestinieren den Werkstoff für den Einsatz bei festsitzendem Zahnersatz. Dr. Uwe Schwensfeier hat im Bereich Werkstoffkunde promoviert und verfügt über Erfahrung mit der Verarbeitung von Zirkonoxid. Er betreibt eine Praxis in Haltern am See und beschreibt hier seine Erfahrungen mit diesem Material.

In Zahnarztpraxen wird Metallkeramik immer häufiger durch vollkeramische Lösungen ersetzt. Speziell Zirkonoxid bietet viele Vorteile: durch die heutigen natürlichen Grundfarben kann die keramische Verblendung dünner geschichtet werden. Dazu kommt eine hohe Biegebruchfestigkeit. Für Patienten ist besonders die gute Ästhetik und Verträglichkeit hervorzuheben.

Schwensfeier arbeitet seit vier Jahren mir Zirkonoxid und räumt ein, anfangs skeptisch gewesen zu sein. „Ich habe mit Presskeramiken keine guten Erfahrungen gemacht, wir beobachteten hier Gerüstbrüche. Daher war ich bei neuen Materialien vorsichtig.“ Einige Fortbildungen und Gespräche mit Kollegen später entschloss er sich, es auszuprobieren und war begeistert. „Das Material lässt sich gut bearbeiten, wir sehen praktisch kein Chipping, und die Patienten freuen sich über die hervorragende Ästhetik.“

Selbstverständlich sind die niedrigen Chippingraten allerdings nicht. Die hohe Festigkeit von Zirkonoxid verleitet zu dünnen Wandstärken. Die darüber verarbeiteten dicken Verblendschichten führen zu Zugspannungen und damit zu einem erhöhten Frakturrisiko. Durch neue Herstellungsverfahren wurden in letzter Zeit deutliche Fortschritte erzielt.*

Für Zirkongerüste spricht aus Schwensfeiers Sicht die Bioverträglichkeit des Materials. „Bei Metallgerüsten sind öfter Zahnfleischirritationen festzustellen, das kennen wir bei vollkeramischen Versorgungen praktisch nicht. Der Gingivasaum ist in der Regel unauffällig.“

In seiner Praxis setzt Schwensfeier auf Vollkeramik für festsitzenden Zahnersatz. Bei herausnehmbaren Rekonstruktionen vertraut er auf Geschiebe- oder Riegelprothesen, die sich aus seiner Sicht noch nicht so gut mit Zirkonoxid kombinieren lassen, „dafür braucht es noch den Guss.“ Zirkonoxid für Kronen und Brücken ist für ihn inzwischen die Regel – mit sehr guten Ergebnissen. „Die hier als Patientenfall vorliegende zwölfgliedrige Brücke wäre mit einem Metallgussverfahren aus werkstoffkundlichen Gründen problematisch gewesen, da Spannungen auftreten können. Mit dem gefrästen System ließ sich diese anspruchsvolle Patientensituation spannungsfrei versorgen,“ erklärt Schwensfeier.

Dabei ist das Material kaum anders zu bearbeiten als klassische Metallkeramik. „Ich brauche etwas mehr Platz. Hierbei ist die Biss-Situation des Patienten zu beachten. Optimal ist die Okklusalgestaltung nach Kiefergelenksregistrat. Eine deutlich erkennbare Präparationsstufe reicht erfahrungsgemäß, ideal ist eine Hohlkehlpräparation. Bei der Erneuerung alter Vollkeramikkronen belasse ich die Stufenpräparation.“

Eine Herausforderung stellte die Befestigung der Zirkonkronen und –brücken dar. „Die anfängliche Verwendung eines mehrstufigen Befestigungszements empfand ich als umständlich, im Nachhinein hat es sich als unnötig herausgestellt. Wir verwenden jetzt Einphasen-Adhäsivzement, weil wir die hohe Haftkraft ausnützen können, das klappt hervorragend.“

Seine guten Erfahrungen führten dazu, dass Schwensfeier bei Kronen und Brücken immer häufiger Zirkonoxid einsetzt, inzwischen macht das Material den Hauptanteil in seiner Praxis aus. „Neben medizinischen Gründen und der guten Ästhetik ergibt sich für den Patienten ein Preisvorteil bei den Laborkosten,“ sagt er. Sicherlich werde Zirkon nicht alle anderen Materialien verdrängen, aber für Kronen, auch auf Implantaten, gebe es für ihn keine bessere Lösung.**

Monolithische Kronen bewertet der Praktiker differenzierter. Sie seien aus Patientensicht eine akzeptable und preisgünstige Lösung für den Seitenzahnbereich, da sie im Vergleich zu Vollgusskronen eine bessere Ästhetik böten – an die einer verblendeten Zirkonkrone reiche sie jedoch nicht heran.

Hinzu kommen neue Möglichkeiten durch digitale Abformung und Fertigung. „Das ist auf jeden Fall die Zukunft,“ ist Schwensfeier überzeugt. „Es ist richtig, dass diese Systeme noch nicht perfekt sind, aber daran wird gearbeitet, und ich bin sicher, dass die Probleme gelöst werden.“ Digitale Fertigung sei bereits Realität, und Schwensfeier ist zuversichtlich, dass umfangreiche Arbeiten wie mehrgliedrige Brücken auch so perfekt zu fertigen sein werden.

Der Zahnarzt aus Haltern am See kooperiert für seine prothetischen Arbeiten sowohl mit einem Labor aus Marl als auch mit Permadental, einem Anbieter von Auslands-Zahnersatz. „Das hat pragmatische Gründe,“ erklärt er. „Wir rechnen unserem Patienten beide Möglichkeiten genau aus, und so ist es letztlich seine Entscheidung. Der Patient spart mit Permadental definitiv Geld, ohne auf Qualität verzichten zu müssen.“ Es habe sich viel bewegt, technisch und qualitativ finden sich keine Unterschiede zu Arbeiten aus deutschen Laboren. „Ich war skeptisch, aber Patienten aus Kostengründen verlieren? Das wollte ich nicht.“

* Lohbauer, U., Zirkonoxid braucht Erkenntnisse, ZWR Das Deutsche Zahnärzteblatt 2012, 121(4)

** Denry I, Kelly JR: State of the art of zirconia for dental applications. Dent Mater 2008; 24: 299-307


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