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11.12.15 / 12:00
Berichte

Schütz Dental: Sicher in die Zukunft

Wer sich jetzt zukünftigen Anforderungen in der Zahntechnik stellt und sein Labor mit einem durchdachten Konzept positioniert, kann optimistisch in die Zukunft blicken – dies zeigten die Referenten beim Tizian CAD/CAM Anwendertreffen von Schütz Dental am 06. und 07. November 2015 auf.



„Unser Ziel war es, Zahntechnikern unterschiedliche Ansätze, Ideen und Impulse auf Basis der CAD/CAM-Technologien vorzustellen“. Die Referenten waren sich einig: „Ziel erreicht!" Foto: Schütz Dental

Die zweitägige Veranstaltung mit mehr als 100 Teilnehmern befasste sich am ersten Tag mit den Kernaufgaben eines Labors, lieferte Ideen und Impulse für Laborinhaber, über welche Ressourcen und fachlichen Kernkompetenzen ihr Labor verfügen sollte. Nach der Verfolgung der vorgestellten Laborkonzepte standen am Samstag zentrale Fragestellungen, wie der Einsatz von passenden Materialien, der zukunftsorientierten Tizian Creativ RT CAD-Software, passenden Technologien und letztlich die effiziente Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der CAD/CAM-Produktion, im Vordergrund.

Auf dem Weg zum Dental-Designer

Nach einer amerikanischen Studie der Universität Boston wird es laut Einstiegsreferent ZTM Michael Anger in 30 Jahren den Zahntechniker in seiner heutigen Form noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 4,6 Prozent geben. Der Trend geht zum gut ausgebildeten Dental-Designer, der mit Hilfe modernster Technik und innovativen Fertigungsmethoden ästhetische Medizinprodukte auf höchstem Niveau verbunden mit bester Wirtschaftlichkeit herstellt. Nun gelte es, sich als Laborinhaber zu öffnen, neue Wege zu bestreiten und in Netzwerken zu agieren. Als mögliche Konzepte nannte Anger beispielhaft für Laborserviceleistungen die Kiefergelenksdiagnostik mittels des zebris JMAnalyser+ Systems, die navigierte Implantation mittels der IMPLA 3D Software, neue Materialkonzepte, wie „Bionische Kronen“ und neue Technologien wie den taktilen Scan mit Renishaw. Mit dem Aufruf: „Seien Sie der Partner Ihres Zahnarztes auf dem Weg in die Zukunft“ beendete Michael Anger unter Applaus seinen Vortrag.

Auf die richtige Schiene gesetzt

Anhand von vielen Patientenarbeiten zeigte ZTM Daniel Kirndörfer die umfangreiche CAD/CAM Unterstützung mit der Tizian Creativ RT und einer Tizian Fräsmaschine. Dabei nahm die digitale Schienenherstellung einen Schwerpunkt des Vortrags ein. Dass diese eine sehr gut durchführbare und darüber hinaus lukrative Strategie für ein Labor und auch Praxislabor ist, demonstrierte er eindrucksvoll. Gerade individuell CAD/CAM-gefertigte Schienen sind nicht nur langzeitstabil mit einer hohen Ästhetik und perfektem Tragekomfort, sondern auch bei Bedarf schnell reproduzierbar und gerade für Allergiepatienten optimal geeignet. Das Portfolio erstreckt sich von Knirscherschienen über adjustierte Aufbissschienen, Relaxierungsschienen sowie Aufbissschienen mit Fronteckzahnführung. In modernen Praxislaboren ist immer häufiger ein Mitarbeiter ausschließlich mit der Schienenherstellung betraut, denn die Produktion sorgt nicht nur für die Auslastung der Fräsmaschine, sondern auch für eine hohe Motivation des Mitarbeiters.

Mit taktilem Scan zum passgenauen Sekundärteleskop

Auch in der Doppelkronentechnik ist die CAD/CAM-Technologie mit der Verschmelzung optischer und taktiler Scanner angekommen. Welche Ergebnisse mit dem taktilen Scanner vor dem Hintergrund der Herstellung von Sekundär-Teleskopkonstruktionen erzielt werden, illustrierte ZTM Kim-David Huck anhand zahlreicher Patientenfälle aus der Praxis. „Nur präzise hergestellte parallele Primärkronen sind die ideale Voraussetzung für die Herstellung von Sekundärkronen in taktiltechnischer Weise“, betonte Huck. Für ihn liefert die Kombination des optischen und taktilen Renishaw Scansystems hinsichtlich Schnelligkeit und Präzision zusammengefasst in der Tizian Creativ RT CAD-Software ein optimales Ergebnis in Form von hochpräzisen „German Crowns“.

Mit Materialqualität überzeugen

Bei der Auswahl innovativer Materialien bietet Dr. Christian Jerecinski als Konzept die sogenannte „Bionische Versorgung“ an. Als Gerüstmaterial kommt das Tizian Zirkonverstärkte Komposit in Einsatz. Als leichtes, flexibles Material vereint es die Vorzüge der Abrasionsbeständigkeit mit einem hohen Tragekomfort. Darüber hinaus sehen die Versorgungen wie keramische Kronen aus. Für den Implantologen ist die „Bionische Versorgung“ der richtige Lösungsansatz bei der Diskussion über Abplatzungsprobleme, Pufferwirkungen bei Implantatversorgungen, der Frage des erhöhten Verschleißes natürlicher Antagonisten und letztlich den damit verbundenen Auswirkungen auf Kieferknochen und –gelenke. Sein Fazit: „Patienten schätzen das natürliche Erscheinungsbild. Mit der „Bionischen Versorgung“ fühlt es sich an, wie mit den „Eigenen“. Sie haben nicht das Gefühl von Kastagnetten im Mund.“

Funktion trifft auf Ästhetik

ZTM Thomas Walther stellte Zahnersatz her, der „funktioniert“. Sein vorgestellter Erfahrungsbericht als PlaneFinder Labor basiert auf dem Zusammenspiel zwischen virtuellem Artikulator PS1 und digitaler Vernetzung mit dem Funktionsdiagnostiksystem zebris sowie dem PlaneSystem by Udo Plaster. Beeindruckende Behandlungsergebnisse präsentierte Walther dem Publikum – und das ohne herkömmlichen Gesichtsbogen. Fehleranfällige und funktional unzureichende Restaurationen seien ausgeschlossen und geben Zahnarzt, Zahntechniker und Patient mehr Planungssicherheit auf dem Weg zum Behandlungserfolg. Das PlaneSystem, bestehend aus PlaneFinder, PlanePositioner, physischen und virtuellen Artikulator PS1 als auch ein spezielles CAD-Plane Softwaretool komplettieren den digitalen Workflow von Schütz Dental.

Fräsen oder drucken?

„Tiefziehen war gestern, heute wird gefräst oder gedruckt“, betonte Frank Hornung, Geschäftsführer DORNMEDICAL. Sein vorgestelltes Konzept basiert auf dem 3D-Druck mit dem DWS 3D-Drucker. Voraussetzung dafür seien laut Hornung digital erzeugte STL-Daten und DICOM-Daten aus der CT- oder DVT-Diagnostik. Aus den gematchten Daten konstruiert der Zahntechniker ein virtuelles 3D-Modell, das wiederum für die Implantatplanung als Basis dient. Nach bereits 45 Minuten entsteht aus einer Computerdatei ein dreidimensionales zahntechnisches Produkt. Interessant sei auch, so Hornung, dass mehrere Bauteile z. B. Arbeitsmodelle, Bohrschablonen, individuelle Abdrucklöffel und Schienen gleichzeitig gedruckt werden können. Die hohe Geschwindigkeit und Genauigkeit der Maschine realisieren kürzere Produktionszeiten, die bei entsprechender Auslastung die Effizienz im Labor deutlich steigern.

Von CAM zu CNC

imes-icore ist Kooperationspartner von Schütz Dental im Bereich CAD/CAM-Fräsmaschinen. Mit der Tizian Cut 2-Maschine stellte Sebastian Henkel, Vertriebsleiter Dental imes-icore GmbH, eine ausgeklügelte Tischfräsmaschine vor, die nicht nur alle Materialien in der Nass- und Trockenbearbeitung verarbeitet, sondern auch gerade im häufig angesprochenen Segment der Sekundärteleskope eine extrem hohe Genauigkeit aufweist. Neue Vorteile, wie eine Werkzeugaufnahme mit 6 mm Schaftdurchmesser in Kombination mit einer Hochfrequenz-Spindel (60.000 U/Min), ein erweitertes Blankmagazin mit 12 Rohlingsplätzen, 20 Werkzeugpositionen sowie eine Servo-basierte Motortechnologie führen zu der Titulierung „Der Alleskönner“ unter den dentalen Frässystemen. Weiteres Alleinstellungsmerkmal sei laut Henkel die Temperaturkompensation im Zusammenspiel mit dem massiven Grundaufbau der Präzisionsfräsmaschine, welche auch eine dauerhafte Bearbeitung von Metallen problemlos ermöglicht. Mit dem automatischen und manuellen Wechseln der kompletten Blankaufnahme und einer manuellen Wechselzeit von max. 5 Sekunden ist es das einzige lizenzgebührenfreie „Made in Germany“ System im Segment der Tischfräsmaschinen.

Prozesssicherheit "out of the box"

Eine überarbeitete Benutzeroberfläche, eine verbesserte Benutzerführung mit eingeblendeten Annotationen, optimierte zu generierende 3D-PDFs, eine verbesserte Freiformoption z. B. für Geschiebearbeiten, die Visualisierung bei präfabrizierten Abutments und die Konstruktion von Sekundärteleskopen, so lautete die Antwort von Tillmann Steinbrecher, exocad-Geschäftsführer auf die Publikumsfrage „Was ist neu an der lizenzfreien exocad-Software?“. Prozesssicherheit „out of the box“ sei gewährleistet durch den integrierten sprich durchgängigen, einfachen Workflow und den festen Vorgaben hinsichtlich Passungsparametern und Frässtrategien. Doch die Entwicklung im Hause exocad geht rasant weiter. In der aktuellen Planung sei die softwareseitige Abbildung von digitalen Totalprothesen, das Gingiva-Design, Stiftaufbauten, individuell gefertigte Abutments sowie die Erweiterung von Zahnbibliotheken.

In oder Out - das ist die Frage

„Unabhängig von technischer Freude bedarf es bei der Anschaffung von Investitionsgütern einer genauen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung im Labor“, leitete Diplom-Betriebswirt Werner Weidhüner seinen Vortrag ein. In seiner betriebswirtschaftlichen Betrachtung erläuterte er in neun Schritten, ob Labore ohne viel Aufwand ihre Produktivität mit dem Einsatz der CAD/CAM-Technologie sofort verbessern und damit nachhaltig ihren Gewinn steigern. Auf dieser Rechnung basierend kann jeder Laborinhaber frei entscheiden, ob er sich für eine Inhouse- oder Outsourcing-Strategie entscheidet, denn „schließlich kommt es auf das Auftragsvolumen an.“ Fakt ist jedoch, dass sich zukunftsorientierte Zahntechniker in jedem Fall mit der Digitalisierung intensiv auseinandersetzen, um ihren Produkt-Mix darauf abzustimmen.

„Unabhängig von technischer Freude bedarf es bei der Anschaffung von Investitionsgütern einer genauen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung im Labor“, leitete Diplom-Betriebswirt Werner Weidhüner seinen Vortrag ein. In seiner betriebswirtschaftlichen Betrachtung erläuterte er in neun Schritten, ob Labore ohne viel Aufwand ihre Produktivität mit dem Einsatz der CAD/CAM-Technologie sofort verbessern und damit nachhaltig ihren Gewinn steigern. Auf dieser Rechnung basierend kann jeder Laborinhaber frei entscheiden, ob er sich für eine Inhouse- oder Outsourcing-Strategie entscheidet, denn „schließlich kommt es auf das Auftragsvolumen an.“ Fakt ist jedoch, dass sich zukunftsorientierte Zahntechniker in jedem Fall mit der Digitalisierung intensiv auseinandersetzen, um ihren Produkt-Mix darauf abzustimmen.


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