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14.06.13 / 07:20
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CAMLOG Zahntechnik-Kongress: In digitalen Prozessen denken

Zahntechniker und Zahnärzte präsentierten den 680 Teilnehmern des 3. CAMLOG Zahntechnik-Kongresses 2013 in Darmstadt ihre Konzepte und Visionen für die tägliche Arbeit. Dabei zeigte sich, dass der richtige Mix aus Handwerk und CAD/CAM der Schlüssel zum Erfolg sein kann.



Begeisterte Zuhörer erhielten Tipps und Konzepte für ihre tägliche Teamarbeit und Einblicke in neue Materialien und Technologien der Zukunft.

„Es wird sich noch viel mehr verändern, als wir heute vermuten.“ Für Michael Ludwig, Geschäftsführer der CAMLOG Vertriebs GmbH, bieten digitale Technologien vor allem Chancen. Zahntechnik werde vielfältiger und anspruchsvoller, wobei handwerkliches Können weiterhin gefragt sein dürfte. Im umkämpften Implantatmarkt habe CAMLOG mit iSy als erster Premiumanbieter ein konsequent auf das Wesentliche reduziertes System für überschaubare, standardisierte Behandlungskonzepte auf den Markt gebracht. iSy setzt laut Ludwig auf digitale Prozesse. Für die computergestützte Individualfertigung bietet CAMLOG mit DEDICAM ab sofort ebenfalls eine Lösung an.

„Nicht die Behandlungsziele werden sich verändern, sondern die Werkzeuge, um sie zu erreichen.“ Das Team um Prof. Dr. Daniel Edelhoff (Universität München) entwickelt zurzeit eine Methode, bei der sich CAD/CAM-Restaurationen auf Basis digitaler Datensätze sehr effizient erneuern lassen, zum Beispiel nach einer Beschädigung durch okklusale Überlastung.

Lernen, in digitalen Prozessen zu denken

ZTM Ralph Riquier (Remchingen) erklärte, wie Schnittstellen auf Software-Ebene funktionieren. Entscheidend seien Übergabedateien zwischen den digitalen Geräten. Riquiers Fazit: „Lernen Sie, in digitalen Prozessen zu denken!“
Ein noch experimentelles Beispiel für diesen Lernprozess zeigte Dr. Christian Hammächer (Aachen). Um das Emergenzprofil einer implantatgetragenen Frontzahnkrone zu übertragen, führte sein Team Daten aus Intraoral- und Laborscannern zusammen. Unabhängig vom technischen Prozessweg müsse die Basis für ästhetisch gelungene Versorgungen in der Chirurgie geschaffen werden: „Wenn Hart- und Weichgewebe nicht richtig vorbereitet sind, wird es mit der Prothetik schwierig.“

Metall zuverlässiger als Vollkeramik

Metallgestützte Restaurationen sind laut ZTM Stefan Picha (Fürth) und Oralchirurg Dr. Martin Gollner (Bayreuth) bei hoher Belastung zuverlässiger als Vollkeramik. Das fränkische Team zeigte implantatgetragene Versorgungen mit viel Galvano und VMK – und mit Titan- oder Hybridabutments – unter Nutzung digitaler wie analoger Zahntechnik.

Dr. Michael Fischer und ZTM Benjamin Votteler (beide Pfullingen) bevorzugen Hybridabutments auf CAD/CAM-Titanbasen, die sie vorzugsweise mit Vollkeramik verblenden. Wenn bei hellen Zähnen der Lichtfluss im Vordergrund steht, bevorzugen PD Dr. Daniel Thoma und ZTM Vincent Fehmer (beide Universität Zürich) Lithiumdisilikat-Restaurationen auf Zirkonoxidgerüsten, bei dunklen Zähnen Metallkeramik.

Auswirkungen der Prothetik auf die Phonetik

Abutments werden von Zahntechnikern bis zu 70-mal von den Laboranalogen genommen und wieder aufgesetzt. Eine Forschergruppe um Prof. Dr. Katja Nelson (Freiburg) und ZTM Jürgen Mehrhof (Berlin) ermittelte für CONELOG Implantate eine signifikant bessere rotatorische Präzision als bei anderen Systemen. Da Produkte von CAMLOG bei der Fertigungstoleranz zur Spitzengruppe zählen, seien für CONELOG Implantate auch vertikale Abweichungen und deren Schwankungsbreite gering.

Patienten sind nicht immer digital erfassbar, das gilt auch für die Phonetik. ZTM Jürg Stuck (Köln) klebt Spezialwachs auf Unterkieferzähne und zeigt damit, wie unterschiedlich sich frontale Bisserhöhungen auf die Sprache auswirken. Sein Tipp: „Simulieren Sie Bisserhöhungen am Patienten, bevor Sie die Restauration planen.“

Auch sehr alte Patienten profitieren von einer Implantatversorgung

Wie wertvoll implantatgestützte Versorgungen für zahnlose Patienten sein können, demonstrierte der Genfer PD Dr. Martin Schimmel. So wird der Knochenabbau um den Faktor zehn reduziert, die Kaueffizienz verdoppelt. Ebenso wichtig dürften die psychischen und sozialen Auswirkungen sein. Nach Schimmels Erfahrung profitieren auch sehr alte Patienten von einer Implantatversorgung. In ihrem Interesse sollte auf hygienefähige Gestaltung und reversible Konzepte geachtet werden.


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