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14.06.13 / 17:34
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Es zählen die Vorlieben des Patienten

Rund 220 Teilnehmer kamen zum GABA Prophylaxe-Symposium nach Norderstedt bei Hamburg und informierten sich über den aktuellen Stand der Prophylaxe. Dabei zeigte sich, dass die Hilfsmittel für die häusliche Mundhygiene ausgereift sind. Nun liegt es am Praxis-Team, die Patienten zu überzeugen.




Prof. Dr. Christoph Dörfer aus Kiel eröffnete als wissenschaftlicher Leiter das GABA-Symposium und ging zunächst auf die mechanische Plaquekontrolle ein. Zum Thema Biofilm, bei vielen Prophylaxe-Fortbildungen momentan ein Dauerbrenner, versuchte er zu beruhigen: Man könne den Biofilm nicht vollständig und für immer entfernen. Trotzdem funktioniere die mechanische  Plaquekontrolle, so Dörfer. Die Hilfsmittel dafür stellte er einzeln vor und und bewertete sie und die Studien dazu. Dabei zeigte er den Teilnehmern auch, welche Schwachstellen die Studien haben.

RDA-Wert nicht aussagekräftig

Beispiel RDA-Wert. Die selbe Zahnpasta hat bei rund 300 RDA-Wert-Ermittlungen schwankende Werte  zwischen 80 und 140. Der Wert, der dann auf der Verpackung stehe, sei demnach nicht ausschlaggebend. „Achten Sie lieber auf den Patientenmund. Gibt es abrasive Schäden, prüfen Sie, worauf diese basieren.“ Denn auch abrasive Nahrung könnte eine mögliche Ursache sein. Auch bei den anderen Hilfsmitteln relativierte Dörfer die Studienergebnisse. Elektrische Zahnbürsten, Zahnzwischenraumbürstchen oder Zahnseide - alle Hilfsmittel seien in der Lage die Zähne zu reinigen. „Entscheidend ist, ob und wie die Patienten sie anwenden.“
Deshalb seien auch die Vorlieben des Praxisteams unwichtig: "Es zählt, was der Patient mag." Kann er mit dem Hilfsmittel umgehen, und ist er motiviert genug, es auch zu nutzen? Sinnvolle Erleichterungen ergeben sich für die Anwender durch Komfortsteigerung und Motivationsunterstützung wie etwa ein Rückkopplungssystem bei der elektrischen Zahnbürste.

Patienten durch Fragen motivieren

Dr. Christoph R. Ramseier, Bern, zeigte anschließend, wie man die Patienten mit den richtigen Fragen zu Antworten bekommt, die zu einer hohen Motivation bei der häuslichen Mundhygiene führen. Die motivierende Gesprächsführung hilft beim Umgang mit Widerständen, beim Herausarbeiten von Vor- und Nachteilen bestimmter Gewohnheiten, bei der Motivation sowie dem Reflektieren der Patienteneinstellung. Beim Motivational Interviewing sollte vorher abgefragt werden, ob der Patient mit dieser Methode einverstanden sei.

Zum Abschluss zeigte DH Sylvia Fresmann, erste Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Dentalhygienikerinnen, in ihrem Vortrag, warum die Integration eines professionellen und transparenten Prophylaxekonzeptes in keiner Zahnarztpraxis fehlen sollte.


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