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16.05.15 / 12:00
Berichte

Heraeus Kulzer: Ästhetik beginnt mit Hinschauen

„Es sind die Kleinigkeiten, die den Unterschied zwischen schön und perfekt ausmachen“, eröffnete Zahnarzt Wolfgang M. Boer den zweitägigen Hands-on-Kurs aus dem dentXperts education-Programm von Heraeus Kulzer zum Thema „Ästhetik mit direkten Kompositfüllungen“ in Filderstadt. Ende April 2015 zeigte er 14 interessierten Zahnärzten, wie sie direkt im Patientenmund ästhetische Front- und Seitenrestaurationen erstellen können.




„Ob eine wirklich ästhetische Zahnrestauration gelingt, hängt maßgeblich von der Form und dann erst von der Farbe ab“, betonte Boer. Um den Schrumpfungsstress zu minimieren, müsse idealerweise jede Komposit-Restauration geschichtet werden. Bei mehrfarbiger Schichttechnik lasse sich der Zeitbedarf durch Drehspritzen gering halten, so der Spezialist aus Euskirchen. Im Gegensatz zu Kompulensystemen können damit die verschiedenen Massen unter einem Lichtschutz vorbereitet werden. Auf diese Weise kann der Behandler zwischen den verschiedenen Massen und Farben wechseln – ohne zusätzlichen Zeitaufwand. Auch bei Malfarben sah Boer Spritzen klar im Vorteil: „Es ist kompliziert und aufwendig, die Farbe aus einem Fläschchen richtig zu dosieren und gezielt zu positionieren. Mit feinen Kanülen wird das Malen zur Sekundensache.“

Bei der Annäherung an die perfekte Form legte Boer besonders viel Wert auf die Systematik des Modellierens. „Arbeitet man mit einem Silikonschlüssel, so gilt für alle Schichten: Immer erst sicher inzisal tupfend auf der ersten palatinalen Schicht adaptieren.“ Ansonsten könne es schnell passieren, dass eine Luftblase in einer schönen Modellation erst beim anschließenden Ausarbeiten auffällt.

Kontrolle der Schichtdicken zentraler Punkt

Die Kontrolle der Schichtdicken aus seitlicher Perspektive sei ebenfalls ein zentraler Punkt. „Mit jeder Schicht, die ich auftrage, definiere ich den übrigen Freiraum für alle weiteren Schichten – nur mit stetiger Kontrolle erreiche ich auch das angestrebte Farbergebnis“, erläuterte Boer. Da der Gesamtfarbeindruck immer ein Mischton aus einem opakeren, hochchromatischen Dentin und einem transparenteren Schmelz ist, lässt sich das gewünschte Ergebnis nur mit exakten Schichtdicken erreichen.

Auch die Modellation im Seitenzahnbereich folgte bei Boer einer strengen Systematik. „Ich modelliere stets Höcker für Höcker, wobei ich immer in drei Schritten vorgehe“, erörterte er. Nach der Adaption des Inkrements am Kavitätenrand definierte er das Höckervolumen und legte zuletzt die Wülste durch die Definition der Parafissuren an. Hier überzeugten die Venus Komposite von Heraeus Kulzer: Dank ihrer standfesten, minimal-klebrigen Konsistenz bieten sie eine verlängerte Verarbeitungszeit und sind gut zu formen.

Modellation im Seitenzahnbereich

Im Seitenzahnbereich sei die Modellation besonders anspruchsvoll und wichtig: „In den Kauflächen ist nichts zufällig, sondern alles funktionell angelegt. Um mit einer Restauration die perfekte Funktion herzustellen, gilt es, die Morphologie der Kaufläche exakt wiederzugeben“, stellte Boer klar. „Die Ästhetik ist im Seitenzahngebiet der Funktion untergeordnet: Wenn die Füllung die Anforderungen der Funktion erfüllt, sieht sie automatisch wie ein echter Zahn aus.“ Genau wie im Frontzahnbereich zählt bei der Anfertigung der Seitenzahnrestauration vor allem das Auge. „Man muss nicht von den Musen geküsst sein: Die Technik ist einfach – den Blick dafür zu entwickeln ist die Herausforderung“, schloss Boer den Kurs.

„Die praxisnahen Tipps überzeugen mich“, resümierte Teilnehmer Dr. Christian Schiel aus Stuttgart. „Vieles kann man ohne großen Aufwand direkt am nächsten Tag anwenden.“

Weitere Fortbildungen mit ZA Wolfgang M. Boer

Deutschlandweit sind in diesem Jahr noch sieben weitere Hands-on-Kurse aus dem neuen Fortbildungsprogramm „dentXperts education“ zu diesem Thema geplant:

  • 5. und 6. Juni, Mönchengladbach
  • 26. und 27. Juni, Senden
  • 30. und 31. Juni, Kassel
  • 10. und 11. Juli, Neumünster
  • 11. und 12. September, Wolfsburg
  • 25. und 26. September, Filderstadt
  • 16. und 17. Oktober, Koblenz

Die Veranstaltungen finden nach den Leitsätzen und der Punktebewertung von Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) statt. Teilnehmende Zahnärzte erhalten 15 Fortbildungspunkte. Interessierte können sich auf unserer Website www.heraeus-kulzer.de/zahnarztfortbildungen informieren und bei Janice Hufnagel, Tel. 06181–35-4041, oder via E-Mail an janice.hufnagel@kulzer-dental.com anmelden.


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