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05.01.16 / 11:00
Berichte

Kuraray: Lust auf pure Ästhetik beim 2. "Keramik" Day

Emotionen und Fakten, Handwerk und CAD/CAM, Materialien und Konzepte – das waren die Themen des 2. „Keramik“ Day von Kuraray Noritake und Goldquadrat. Etwa 150 Teilnehmer erlebten am 14. November 2015 wie das Versprechen „Lust auf pure Ästhetik“ eingelöst wurde.



v.l.n.r.: Der Moderator Siegbert Witkowski mit Rüdiger Bach, Satoshi Yamaguchi, Daniele Rondoni, Alexander Fink, Jan Kurtz-­Hoffmann, Andreas Piorreck, Burghard, Goldberg, Attila Kun. Foto: Annett Kieschnick

Der 2. „Keramik“ Day präsentierte sich mit einem geschliffenen Gesamtkonzept. Zahntechnische Vorgehensweisen und handwerkliche Kunstfertigkeit wurden mit zahnmedizinischen Ausführungen ergänzt. Basis waren die teamorientierten Behandlungskonzepte der Referenten, die zahntechnische Kompetenz von Goldquadrat und die auf die moderne Zahnmedizin abgestimmten Produkte von Kuraray Noritake. Satoshi Yamaguchi (Head of Medical Products, Kuraray Europe GmbH) gab zunächst Einblicke in das Unternehmen, das im zahnärztlichen Bereich für Bonding, Komposit und Zement bekannt ist. Im Jahr 2012 fusionierte die Dentalsparte von Kuraray mit der japanischen Firma Noritake Dental. Auf dem 2. „Keramik“ Day wurde die perfekte Produkt-­‐Kombination aus Adhäsivsystemen für die Zahnarztpraxis und keramischen Materialien für das Labor brillant präsentiert.

Leben ist Reflexion

„Lasst uns die Welt mit anderen Augen sehen“, begann ZTM Alexander Fink (München). Der Rahmen seines Vortrags glich einem Coaching mit wertvollen Hinweisen für den Alltag. Im fachlichen Teil widmete sich der Referent dem Katana Zirconia Multilayer (Kuraray Noritake) und zeigte das Potential der polychromatischen Zirkonoxid-­‐Discs. „Ich denke zunächst in Wachs und nutze dann das Zirkonoxid wie Dentin“, so ZTM Fink. Das analoge Wax-­up wird über einen Doppelscan digitalisiert und in der Software eine Dentinstruktur geschaffen (Milling Dentin). Der Dentinrohling wird aus Katana ML gefräst, mit Malfarbe charakterisiert (Internal Stain­‐Technik nach Hitoshi Aoshima) und anschließend mit einer Schmelzschicht überzogen (CZR Luster-­Massen). Die lichtoptischen Eigenschaften werden somit vom Dentinkern gesteuert, der wie bei einem natürlichen Zahn von einer Schmelzschicht ummantelt ist. Der Referent stellte die neuen polychromatischen Discs UTML (Ultra Translucent) und STML (Super Translucent) vor. Wer zunächst von den Steigerungsformen „ultra“ und „super“ irritiert war, wurde dann über materialtechnische Unterschiede aufgeklärt. Bei Katana STML ist zusätzlich zur Farbintensität die Transluzens abgestuft (abnehmende Opazität von zervikal nach inzisal). Hingegen hat das hochtransluzente Zirkonoxid UTML eine gleichbleibende Opazität. „Und was sollte das Labor über die Befestigung im Mund wissen?“ Mit dieser Frage leitete ZTM Fink ein ihm wichtiges Anliegen ein. Mit der Überzeugung, dass Zahntechniker auch diesbezüglich einen beratenden Part einnehmen können, stellte er Panavia V5 (Kuraray Noritake) vor. Der adhäsive Komposit­‐Zement beeindruckt mit Einfachheit. Geeignet für alle Zementindikationen ist das Material in fünf Farbtönen erhältlich. Grundlage ist das MDP-Monomer, das nachweislich eine hohe Haftkraft zwischen Gerüst und Zahn gewährt. „Ein Geniestreich! Dieser Adhäsiv‐Zement ist ein Universaltalent, den ich als kommunikativen Dienstleister meinen Zahnärzten gern empfehle“, betonte der Referent.

Kunst der Kommunikation

Das auf funktionell-­ästhetische Zahnmedizin spezialisierte Referententeam ZA Jan Kurtz-­Hoffmann (Leipzig) und ZTM Andreas Piorreck (Leipzig) stellte die Kommunikation in den Fokus. „Unser Konzept baut sich aus Zuhören, Planen, Zeigen, Umsetzen auf“, so Jan Kurtz Hoffmann. Er sensibilisierte für eine wertschätzende Gesprächskultur mit Patienten und Geschäftspartnern. Andreas Piorreck betonte, wie wichtig ihm das partnerschaftliche Kommunikationsmodell mit dem Zahnarzt sei. Die sympathischen Referenten stellten ihr Behandlungskonzept vor. „Bei der Planung ästhetischer Restaurationen kommunizieren wir in der Regel über das Digital Smile Design (DSD)“, so ZA Hoffmann. DSD beruht auf einer konsequenten Analyse von Patientenfällen in einer Präsentationssoftware (Keynote). Es gelingt auf reproduzierbarem Weg komplexe Patientenfälle zu erfassen, auszuwerten und die therapeutischen Konsequenzen zu planen. „Ein wichtiges Planungsinstrument ist die digitale Fotografie“, so ZTM Piorreck. Goldstandard sei die Spiegelreflexkamera. Doch auch dem System Smile Capture sprachen die Referenten das Potential zu, die digitale Fotografie mit wenig Aufwand in den Alltag zu integrieren. Jan Kurtz-Hoffmann agiert nach einem minimalinvasiven Behandlungsansatz und arbeitet zum Beispiel mit Non-Präp-­Veneers. Für die Herstellung selbiger bevorzugt Andreas Piorreck die individuelle Schichttechnik auf feuerfesten Stümpfen (Nori-­Vest). „Das ist für mich das Maß der Dinge“, sagte der Zahntechniker und präsentierte die grazile Eleganz von geschichteten Veneers (Cerabien ZR). In einem Video zeigten die Ästhetik-­‐Spezialisten, wie sie dem Top-­Model Papis Loveday im minimalinvasiven Verfahren ein neues Lächeln kreiert haben.

Trompe l'oeil

Trompe l'oeil (franz. täusche das Auge) ist eine illusionistische Malerei, die mittels perspektivischer Darstellung Dreidimensionalität vortäuscht. ZT Attila Kun (Hüde) verblüffte mit der außergewöhnlichen Begabung, Objekte detailgetreu abzuzeichnen. Die von ihm gezeigten Kunstwerke lassen die Assoziation „lebende Kamera“ zu. Attila Kun verwies darauf, dass es bei der Rekonstruktion von Zähnen ebenso wichtig sei wie in der Zeichenkunst, ein Gesamtbild zu konzipieren. „Wir brauchen den Überblick über das Ganze und das Auge für Details.“ Das Wax-­up sei das A und O einer Restauration, denn „nur mit der präzisen Planung können wir Willkür vermeiden“. Anhand von zehn Patientenfällen stellte er seine zahntechnische Lernkurve dar und zeigte, wie er es mit künstlerischem Geschick vermag, natürliche Zähne zu kopieren. Er sprach über die interne Malfarbentechnik (Internal Stain, Noritake) und gab sinnvolle Anwendungstipps. Zum Beispiel mischt er die Malfarben mit etwas transparenter Masse ab und kann so mit der Farbe spielen. Auch Attila Kun arbeitet gern mit den mehrfarbig kolorierten Zirkonoxid­‐Discs (Katana ML). Er verleiht dem dentinreduzierten Gerüst einen fließenden Farbverlauf und der Restauration von innen heraus die gewünschten lichtoptischen Eigenschaften. Die neuen UTML­‐ und STML-Discs erachtet er als perfekte Ergänzung der Multi Layered-Familie. „STML ist ideal für Vollkontur‐Restaurationen“, stellte der Referent heraus und zeigte sein Vorgehen anhand einer Demonstrationsarbeit – hauchdünne Veneers, die er ausschließlich über die Maltechnik fertiggestellt hat. Für das Einsetzen der grazilen Zirkonoxid‐Schalen empfahl er – wie sein Kollege ZTM Fink – den adhäsiven Universal‐Zement Panavia V5.

Cocktail an Indikationen

„Italienische Momente“ – so kündigte der Moderator ZTM Siegbert Witkowski (Freiburg) Daniele Rondoni (Savona, Italien) an. Der Referent bündelte mit seinen fundierten materialtechnischen Ausführungen die Themen seiner Vorredner und begann mit einer zahntechnischen Herausforderung: Verschiedene Ausgangssituationen bedürfen verschiedener Materialien. Er sprach beispielsweise über den materialspezifischen „Index of Refraction“ (IOR) und veranschaulichte die drei Generationen von Zirkonoxid: Von opak über transluzent bis hin zu den polychromatischen super-­ und ultratransluzenten Discs (Katana ML). Da Zirkonoxid grundsätzlich keine Fluoreszenz hat, verwendet er fluoreszierende Verblendmaterialien. Mit IS Fluoro und Shade Base Stain­‐Massen wird die Fluoreszenz in der Verblendung gesteuert. Daniele Rondoni thematisierte aber nicht nur die Farbe von Zirkonoxid, sondern sprach auch über Festigkeitswerte, denn „Ästhetik ist eine Symbiose aus lichtoptischen Eigenschaften, Morphologie und Funktion“. Konventionelles transluzentes Zirkonoxid habe eine Biegefestigkeit von zirka 1100 MPa. Katana STML (zirka 700 MPa) und UTML (zirka 620 MPa) liegt deutlich darunter, was bei monolithischen Restaurationen beachtenswert sei. Der Referent appellierte an die gute Oberflächenpolitur, die dem Antagonisten zugute kommt. Da die Abrasivität eines Materials von der Oberflächenglätte abhängt, muss eine monolithische Zirkonoxidrestauration gründlich poliert sein. Er verwendet eine Diamantpolierpaste (Pearl Surface) und gelangt in wenigen Minuten zur hochglatten Oberfläche.

Sharing Inspiration: Noritake Family

Ausnahmslos alle Referenten erwähnten ihre Aktivitäten auf Facebook. ZTM Fink akzentuierte: „Hier kann ich mich mit Kollegen vernetzen und Informationen, Emotionen sowie Inspirationen austauschen.“ Auch viele Noritake‐Anwender schätzen diese Art der Kommunikation und so ist es kaum verwunderlich, dass die „Noritake Family“ auf Facebook innerhalb kurzer Zeit eine lebendige Community geworden ist.

Fazit und Vorschau

Der 2. „Keramik“ Day war voller positiver Energien und geprägt von Menschen, die für die ästhetische Zahnheilkunde leben. „Die Referenten haben zu ästhetischen Höchstleistungen aus Vollkeramik inspiriert“, sagte Rüdiger Bach (Geschäftsführer Goldquadrat). Beatrix Höhne (Key Account Managerin, Kuraray Noritake) brachte es auf den Punkt: „Der Tag war interessant und informativ, aber vor allem sehr emotional!“ Das Kongress-­‐Konzept gilt dem fundierten Austausch und dem kollegialen Miteinander. Der Termin für den 3. „Keramik“ Day wurde bereits bekannt gegeben: 26. November 2016. Informationen rund um den „Keramik“ Day sowie den zahntechnischen Produkten von Kuraray Noritake Dental gibt es bei der Goldquadrat GmbH.

Annett Kieschnick, Freie Fachjournalistin, Berlin


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