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04.06.13 / 08:37
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Selbsttest für Patienten zur Parodontitiskontrolle

Zahnärzte kennen von Chairside-Schnelltests die frühe Signalwirkung des aktiven Enzyms Matrix-Metalloproteinase-8, kurz aMMP-8. Mit PerioSafe kommt jetzt ein Test auf den Markt, den Patienten zu Hause anwenden können.



Der neue Patientenselbsttext PerioSafe wird durch ein antimikrobiell wirksames Pflegesystem ergänzt. dentognostics

Mit einem neuen Selbsttest (PerioSafe) von dentognostics können Risikopatienten oder bereits wegen einer Parodontitis behandelte Patienten sowie deren Lebenspartner ergänzend zur ärztlichen Diagnostik erhöhte Werte des Schlüsselenzyms erstmals auch zu Hause, das heißt außerhalb der regelmäßigen Kontroll- und Recallunter­suchungen, feststellen. Dadurch werden die rechtzeitige Vorbeugung einer Parodontitis sowie im Bedarfsfall die regelmäßige Kontrolle sowie schnelle Behandlung durch den Zahnarzt oder Parodontologen unterstützt.

Zahnärzte können den neuen PerioSafe für 34,95 Euro (UVP) anbieten. Er ähnelt in der Anwendung dem bekannten Chairside-Schnelltest, ist chemisch nahezu identisch und ebenfalls völlig schmerzfrei, das Ergebnis liegt in nur zehn Minuten vor. Ein positives Ergebnis veranlasst Betroffene, sich direkt an den behandelnden Spezialisten zu wenden, der therapeutische Maßnahmen ergreift. Ergänzt wird der Selbsttest durch ein neues, antimikrobiell wirksames Pflegesystem, bestehend aus einer Zahncreme und einer Mundspülung. Die enthaltenen Mikrosilber-Partikel kontrollieren schädliche Bakterien, die Entzündungen mit der Folge von verstecktem Gewebeabbau auslösen können.

Dieser Test geht auf eine Entwicklung der Universität Helsinki und dem deutsch-schweizerischen Diagnostik-Unternehmen dentognostics zurück. Die Wissenschaftler in Finnland empfehlen die regelmäßige Testung  chronisch Kranker, aber vor allem von Patienten, die vor einer Operation, Transplantation oder Implantation stehen, sowie von Frauen ab 35 Jahren mit Kinderwunsch. Gerade in diesen Fällen sei es wichtig, entzündliche Prozesse früh zu erkennen, die das Immunsystem belasten könnten. „Die größte Gefahr geht von der Unwissenheit der Betroffen aus. Eine Parodontitis darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden“, sagt PD Dr. Lutz Netuschil von der Universität Marburg. Experten wie Netuschil sehen in dem neuen aMMP-8-Test schon jetzt die interdisziplinäre Verbindung zwischen Medizin und Zahnmedizin. Eine aktuelle Studie der Universität Dresden empfiehlt auch den Einsatz des aMMP-8-Tests in der Allgemeinmedizin, um Risikopatienten frühzeitig zu erkennen (1).

Patienten unterstützen die Gesundheitsvorsorge

Experten gehen von etwa 28 Millionen Menschen mit einer behandlungsbedürftigen Parodontitis aus (2). Jeder zweite ab 40 Jahren ist betroffen. Doch in einer Behandlung befindet sich nur etwa eine Million Menschen (3). „Demzufolge sind 97 Prozent aller Betroffenen ahnungslos und erkennen die Gefahr für ihren Körper nicht. Dabei sind Patienten durchaus bereit, die Verantwortung für ihren Körper und ihre Gesundheit auch selbst in die Hand zu nehmen. An diesen Trend knüpft der PerioSafe -Test an und sensibilisiert Menschen erstmals für die Verknüpfung ihrer Mund- und Körpergesundheit", erklärt Dirk-Rolf Gieselmann, Vorstandsvorsitzender der Unternehmensgruppe Matrix Biotech AG, Zürich.

Bei positivem Testergebnis wird Betroffenen empfohlen, einen Parodontologen oder parodontologisch tätigen Zahnarzt aufzusuchen, der mit geeigneten Behandlungen die Enzymaktivität senkt und somit die Auswirkungen der Parodontalerkrankung auf die Mund- und Körpergesundheit reduziert. Weiterhin empfehlenswert ist die regelmäßige, zweimal jährliche professionelle Zahnreinigung.

Patienten finden spezialisierte Fachärzte auf der eigenen Webseite. Dort können sich auch interessierte Zahnärzte und Parodontologen, die den Selbsttest und das Pflegesystem von PerioSafe ihren Patienten anbieten, registrieren lassen. Damit finden Interessierte mit nur wenigen Klicks den nächstgelegenen Spezialisten.

(1) Lorenz et. al.: “Clinical study to evaluate a qualitative aMMP-8 chairside test”. abstract of poster P-08-002
(2) Micheelis et al.: Zur epidemiologischen Einschätzung der Parodontitislast in Deutschland – Versuch einer Bilanzierung. Deut Zahnaerztl Z. 2008; 63: 464-72
(3) Kassenärztliche Bundesverienigung (KZBV). Jahrbuch 2010. Köln: KZBV, 2011.



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