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03.10.13 / 00:00
Berichte

Prophylaxeberatung - die besten Strategien zur Patientenkommunikation

Wie sieht eine effektive Prophylaxe aus? Das lernen Patienten am besten von den Experten in der Zahnarztpraxis. Julia Staigmiller, ZMF und Regionalleiterin für den Bereich Süd-Süd bei TePe Mundhygieneprodukte, beschreibt im Interview Strategien zur Patientenkommunikation und -motivation.



Julia Staigmiller, ZMF und Regionalleiterin Süd-Süd bei TePe Mundhygieneprodukte TePe

Die richtige Mundhygiene ist bereits im Kindergarten ein Thema. Weshalb gibt es dennoch so häufig Defizite?

Viele Autofahrer würden sich auch nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, wenn es keine Radarkontrollen gäbe – obwohl sie wissen, dass es falsch ist, zu schnell zu fahren. Auch das Zähneputzen ist für die meisten eher lästige Pflicht als eine Herzensangelegenheit. Wie so oft werden Empfehlungen wider besseres Wissen missachtet, wenn Kontrollinstanzen für das richtige Verhalten fehlen. Die Qualität der häuslichen Mundhygiene hängt somit stark von den Informationen und Instruktionen ab, die der Patient in der Zahnarztpraxis erhält. Viele Patienten schrubben gewissenhaft von zwei Seiten, wissen aber nicht, dass Rütteln schonender und effektiver wäre, oder dass der Zahn immerhin fünf Seiten hat, an denen geputzt werden muss. Das Fachpersonal in den Praxen hat es in der Hand, die Putzmotivation und damit die Mundgesundheit durch eine gewissenhafte Patienteninformation zu fördern. Die dafür aufgewendete Zeit ist gut investiert, denn für die Mundgesundheit sensibilisierte Patienten tragen auch eher die Zusatzkosten für eine professionelle Zahnreinigung.

Wie vermitteln Sie Ihren Patienten die Bedeutung der Mundhygiene?

Im Fokus der Patientenaufklärung steht die Mundhygiene zu Hause. Wenn man Patienten erklärt, dass die zuzahlungspflichtige PZR ohne eine gute häusliche Mundhygiene ihren Zweck verfehlt, erhält man eine ganz andere Aufmerksamkeit, als wenn man lediglich feststellt, dass die Mundhygiene ungenügend ist. Bei Neupatienten nahm ich mir zunächst Zeit für ein ausführliches Vorgespräch. Auch wenn ich selbst die korrekten Mundhygieneinstruktionen bereits im Schlaf aufsagen konnte: Der Patient hörte sie vielleicht zum ersten Mal. Dessen sollte man sich bewusst sein. Manchmal habe ich meinen Patienten die gleichen Sachverhalte einfach in immer anderen Worten beschrieben, so blieb diese Wissensvermittlung auch für mich abwechslungsreich.

Das Angebot an Mundhygienehilfsmitteln ist groß. Wie erhält der Patient hier Orientierung?

Obligatorisch ist die Reinigung aller fünf Seiten des Zahns, das gilt für jeden Patienten. Es sollten dabei so viele Mundhygieneprodukte wie nötig und so wenig wie möglich zum Einsatz kommen. Zehn verschiedene, perfekt auf die individuelle intraorale Situation abgestimmte Produkte nützen nichts, wenn der Patient damit überfordert ist. Im Rahmen der Aufklärung und auch zur regelmäßigen Kontrolle zu Hause rate ich zur Verwendung eines Plaquefärbemittels. Damit sieht der Patient augenscheinlich, ob es Defizite bei der Putztechnik gibt. Mit dem neuen TePe PlaqSearch kann man sogar zwischen neuer und alter Plaque unterscheiden, denn es färbt frischere Beläge rot und ältere blau.

Bei der Interdentalraumreinigung sind Patienten häufig verunsichert, ob Bürsten, flauschige Zahnseide oder konventionelle Zahnseide am geeignetsten sind. Zunächst habe ich mir stets zeigen lassen, wie die Patienten mit welchen Hilfsmitteln arbeiten. Unabhängig davon, wie die Anwendung durchgeführt wird, sollte zunächst generell honoriert werden, wenn Patienten überhaupt eine regelmäßige Interdentalpflege betreiben. Eine ausschließliche Korrektur kann demotivierend wirken.

Häufige Anwendungsfehler sind die falsche Größenwahl der Interdentalbürsten durch die Patienten oder die falsche Handhabung der Zahnseide, die vielleicht nicht kurz genug gehalten oder nicht unter dem Zahnfleischrand entlanggeführt wird. Ich habe mit den Patienten die Anwendung der verschiedenen Produkte direkt in der Praxis ausprobiert, um herauszufinden, welche Hilfsmittel sich für die individuelle intraorale Situation am besten eignen und womit der Patient gut zurechtkommt. Die empfohlenen Produkte sollten effizient sein, hier gilt nicht das Prinzip ‚viel hilft viel’.

Welche Produkte eignen sich konkret für welche Patienten?

Bei der Wahl der Zahnbürste muss der Einzelfall entscheiden, ob Hand oder elektrisch – beide haben ihre Vor- und Nachteile. Bei den Handzahnbürsten habe ich gern Bürsten von TePe empfohlen. Ihre weichen Borsten schonen das Zahnfleisch, die TePe Zahnbürsten ermöglichen eine optimale Zugänglichkeit auch im Molarenbereich und der Bürstenhals kann individuell zurechtgebogen werden. Besonders älteren Patienten mit motorischen Schwierigkeiten erleichtert der Extra Grip, ein Griffverstärker für TePe Zahnbürsten, das bequeme und stabile Halten der Bürste.

Bei komplexen Versorgungen wie bei Implantaten, Brücken oder Brackets wird der Patient nicht umhin kommen, besonders gründlich zu pflegen. Hierfür gibt es Spezialbürsten, welche die Reinigung erleichtern und damit wiederum die Putz-Motivation fördern. Für die effektive Plaqueentfernung am Implantatabutment oder am Bracket habe ich gute Erfahrungen mit dem Einbüschelbürsten TePe Compact Tuft  oder TePe Interspace  gemacht.

Viele Patienten schwören auf Zahnseide. Hier habe ich generell zu einem gewachsten Produkt wie TePe Zahnseide geraten. Sie ist besonders leicht anzuwenden und hat gleichzeitig eine überzeugende Reinigungswirkung.

Implantatträger oder Patienten mit großen Zwischenräumen sollten auf die seit kurzem erhältlichen flauschigen Zahnseiden TePe Bridge & Implant Floss oder TePe Multifloss zurückgreifen. Sie reinigen auch größere Zwischenräume effektiv, schonen empfindliches Zahnfleisch und lassen sich durch die dünnen Enden sehr leicht einfädeln, was viele Patienten als angenehm empfinden. TePe Multifloss eignet sich zur Reinigung von Multibandapparaturen und Brücken, aber auch von Interdentalräumen. Es hat einen dünnen und einen flauschigen Abschnitt und ist damit multifunktional einsetzbar. Der Patient benötigt also trotz unterschiedlicher intraoraler Situationen nur ein Produkt. Patienten, denen für Zahnseide die Geschicklichkeit fehlt, oder die weite Zwischenräume haben, wissen die einfach anzuwendenden Interdentalbürsten zu schätzen.  

Viele Patienten putzen motiviert, in der Praxis weisen sie dennoch eine schlechte Mundhygiene auf. Woran liegt das?

Das kann passieren, wenn Patienten mit den Mundhygieneprodukten allein gelassen werden. Verwendet der Patient z.B. zu kleine Interdentalbürsten, dann wird der Zahnzwischenraum nicht komplett gereinigt, sind sie zu groß, lassen sie sich nur mit Kraft anwenden, was das Zahnfleisch reizen kann. Deshalb ist es ganz wichtig, dass die passenden Größen für die unterschiedlichen Zwischenräume im Rahmen der Prophylaxeberatung in der Praxis angepasst werden. Bei den TePe Interdentalbürsten kann man zwischen neun verschiedenen Größen wählen, die sich aufgrund unterschiedlicher Farben einfach auseinander halten lassen. Durch den kunststoffummantelten Draht sind sie besonders schonend. Ich verwendete die Bürsten bereits während der PZR und habe den Patienten dabei auch kleine Tricks verraten: So können die Patienten den Interdentalraum zwischen den Molaren leichter reinigen, wenn sie den Draht oder bei kleineren Bürsten den flexiblen Hals der Bürste biegen.


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