LH
26.06.17 / 11:30

Als Zahnarzt beruflich umsatteln

Ist das öde! Das soll ich jetzt mein Leben lang machen? Wer so denkt, sollte sich schleunigst Gedanken über eine Neuorientierung machen. Das muss nicht immer gleich eine komplette Kehrtwende im Lebenslauf bedeuten - auch Zahnärzte können beruflich umsatteln.



Welche alternativen, beruflichen Wege gibt es für Zahnärzte und Zahnärztinnen? Hier werden einige Berufsbereiche vorgestellt:

Lehre & Selbstverwaltung

Wer Lust hat, pädagogisch zu arbeiten, kann auf das weite Feld der Lehrvermittlung zurückgreifen: So werden regelmäßig Zahnärzte gesucht, die ZFA an Berufsschulen unterrichten. Um eine solche Lehrtätigkeit aufzunehmen, bewirbt man sich über die zuständige Zahnärztekammer. Wird eine entsprechende Stelle an einer Berufsschule frei, wird man von der Zahnärztekammer vorgeschlagen.

Pädagogische Vorkenntnisse sind dafür nicht erforderlich - um sich auf das Unterrichten vorzubereiten, hospitiert man einige Wochen im Unterricht eines erfahrenen Kollegen. Wie viel man unterrichtet, kann man selbst entscheiden. So ist es zum Beispiel auch möglich, nur einen halben Tag in der Woche an einer Berufsschule zu arbeiten.

In der Selbstverwaltung kann man als Zahnarzt ebenfalls Karriere machen. In den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und Zahnärztekammern ist man dann für die Vertretung des eigenen Berufstandes zuständig - setzt sich also, je nach eigenem Interesse, mit gesundheitsökonomischen, zahnarztrechtlichen, betriebswirtschaftsrechtlichen oder sozialmedizinischen Themen auseinander. Wer über einen Einstieg in die Selbstverwaltung nachdenkt, kann sich über ein Studium an der AS Akademie darauf vorbereiten. 

Dentalindustrie & Beratung

Jobmöglichkeiten in der Dentalindustrie gibt es für Zahnärzte sowohl in der Forschung als auch im Kundendienst oder im Produktmanagement. Arbeitet man zum Beispiel als Zahnarzt im Kundendienst, so beantwortet man wissenschaftliche Produktanfragen von niedergelassenen Zahnärzten oder Hochschullehrern.

Ist man weniger an einem Kundenkontakt und mehr an einer Forschungstätigkeit interessiert, bieten klinische Forschungsabteilungen von Dentalunternehmen Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Arbeit in einer Forschungsabteilung eines Dentalunternehmen gleicht der wissenschaftlichen Forschung an einer Universitätsklinik, deshalb sind Zahnärzte, die in der freien Wirtschaft tätig sind, oft „Wechsler“. Natürlich ist auch die andere Richtung denkbar, also der Wechsel von einer privaten Forschungseinrichtung hin zu der Forschungsabteilung einer staatlichen Universität.

Eine Beratertätigkeit kann für Zahnärzte ebenfalls attraktiv sein, denn die Schnittmenge zwischen einem Unternehmensberater und einem Zahnarzt ist größer als auf den ersten Blick vermutet. In beiden Berufen geht es um das Auffinden und Lösen von Problemen, im Praxisalltag sind dies Zahnerkrankungen bei Patienten, im Consulting die Probleme bei Kundenunternehmen. Hierfür ist eine strukturierte und analytische Arbeitsweise, die dem Zahnarzt zu eigen ist, von Vorteil.

Als Zahnarzt ist man in Unternehmensberatungen im zahnmedizinischen Sektor tätig. Das heißt, man berät Firmen bei gesundheitsbezogenen Projekten, Marketingstrategien oder Dentalprodukten. Auch in der Versicherungsbranche kann man als Berater einsteigen. Einen Direkteinstieg bietet der Medizinische Dienst der Krankenkassen. Hier prüft man die Heil- und Kostenpläne der niedergelassenen Kollegen und gibt für die Krankenkassen eine Einschätzung ab, ob die Kalkulation verhältnismäßig ist. Praxiserfahrung ist dementsprechend Voraussetzung für diese Arbeit.

„Dental Informatics" & Journalismus

Die zahnmedizinische Informatik, wird derzeit vor allem in den USA als ein Teil der medizinischen Informatik gesehen. Im Rahmen der American Medical Informatics Association (AMIA) gibt es die aktive Arbeitsgruppe „Dental Informatics“ und an manchen Universitäten, wie zum Beispiel der Universität von Pittsburgh, wird „Dental Informatics“ als eigenes Fach unterrichtet. In Deutschland gibt es im Rahmen der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik keine Arbeitsgruppen zu Dental Informatics. Wer sich für computergestützte Diagnostik und Therapie interessiert, kann sich aber über die Deutsche Gesellschaft für Computergestützte Zahnheilkunde informieren. Die Gesellschaft bietet Weiterbildungskurse in verschiedenen Fachbereichen an, die am Wochenende und an verschiedenen Orten in Deutschland besucht werden können.

Last, but not least, bietet auch die Kreativbranche Jobmöglichkeiten für Zahnärzte. So ist zum Beispiel die Tätigkeit als Wissenschaftsjournalist oder Buchautor möglich. Als Zahnmedizinjournalist schreibt man medizinisch-wissenschaftliche Artikel für Print- oder Internetmedien, erstellt Beiträge für Funk- oder Fernsehen, oder veröffentlicht Fachbücher. Der Zugang in diesen Beruf kann über ein viersemestriges Aufbaustudium im Fachbereich Journalismus/Medienwissenschaften oder über Volontariate/Praktika in Verlagen, Redaktionen oder Presseagenturen erfolgen.


Mehr zum Thema


Kommentare

Leserkommentare (0)

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können