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12.05.17 / 08:00

Erfolgreich bewerben: Das Anschreiben

Schon der erste Satz kann entscheiden, ob man zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wird oder nicht. Dieser Artikel schlüsselt auf, wie man sein Anschreiben optimal gestaltet.



Wenn der Traumarbeitgeber anruft, hat das Anschreiben überzeugt. vadymvdrobot/Fotolia

Im Unterschied zum Lebenslauf, der die wichtigsten Eckpunkte der eigenen Biografie benennt, soll das Anschreiben die Motivation ausdrücken, warum man diese eine Stelle haben möchte. Deshalb sollte man im Anschreiben nicht das wiederholen, was bereits im Lebenslauf steht. Kurz und überzeugend gilt es zu begründen, warum man der perfekte Kandidat für die Stelle ist. 

Das muss rein:

Eigene Adresse: Also Name und Vorname, Straße, Ort, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.
Adresse des potenziellen Arbeitgebers: Hausadresse (Organisation, Unternehmen, Klinikum, Praxis, o.ä.), Ansprechpartner, Straße, Ort
Datum: Der Tag, an dem die Bewerbung verfasst wurde.
Betreff: Das Stellenangebot, auf das man sich bezieht. Die Betreffzeile ist die einzige Zeile, die fettgedruckt sein sollte. „Betreff“ wird weggelassen.
Anrede: Unbedingt den Namen des Personalverantwortlichen herausfinden. Besser förmlich bleiben, als eine zu lockere Grußformel (Sehr geehrter Herr/sehr geehrte Frau)
Erster Satz: Der erste Satz muss neugierig machen. Man kann zum Beispiel einen persönlichen Bezug herstellen (sich auf ein persönliches Telefonat beziehen) oder das Interesse auf die Stelle mit der eigenen Haltung erklären (Bereits zu Beginn meines Studiums war ich mir sicher, in Bereich xy tätig werden zu wollen!).
Erster Absatz: Motivation darlegen. Und zwar die berufsbezogene Motivation (Warum ist zum Beispiel die konkrete Weiterbildung die richtige?) und die stellenbezogene Motivation (warum ist die konkrete Stelle die richtige?).
Zweiter Absatz: Status quo darstellen (Wo steht man heute?).
Abschiedsformel: In Verbindung mit der freundlichen Aufforderung zum Handeln (baldmögliche Rückmeldung).
Der eigene Name: Verschickt man die Bewerbung per Post, unterschreibt man über dem eigenen Namen.
Anlage: Unter der Anlage werden die Dokumente mit Spiegelstrichen aufgeführt, die mitgeschickt werden. 

Darauf sollte man achten:

Verständliche Sprache: Auch wenn man es in wissenschaftlichen Texten so gelernt hat: Schachtelsätze sind im Anschreiben nicht notwendig, um die eigene Fachkompetenz glaubhaft darzustellen. Besser man macht es dem Personalverantwortlichen einfach, indem man kürzere Sätze verwendet und Sinnabschnitte setzt (1-2 Aussagen = 1 Absatz).
Floskeln vermeiden: Standartphrasen wie „...hiermit bewerbe ich mich um die Stelle xy...“, kann man zwar verwenden, aber sie verleihen dem Anschreiben keine persönliche Note. Besser man wählt einen individuellen Einstieg. 
Einheitliches Layout: Auch wenn der Lebenslauf und das Anschreiben zwei separate Dateien sind, bilden sie gemeinsam die Bewerbungsmappe. Deshalb ist es wichtig auf ein einheitliches Layout zu achten. 
Dritter und vierter Absatz: Wenn man mehr Platz benötigt, um die eigene Motivation für die ausgeschriebene Stelle darzustellen, kann man dies in weiteren Absätzen tun. Länger als eine Seite sollte ein Anschreiben allerdings nicht sein.   

Nicht empfehlenswert:

Unkonkret sein: Nicht allgemein von Qualitäten wie Teamfähigkeit, Flexibilität und Gewissenhaftigkeit sprechen. Besser ist es, sich genau zu überlegen, welche eigenen Stärken zu dem Anforderungsprofil der Stelle passen.
Flüchtigkeitsfehler im Text: Grammatik- oder Rechtschreibfehler machen im Anschreiben einen sehr schlechten Eindruck. Am besten man bittet Freunde oder Bekannte, das Anschreiben gegenzulesen.
Zu dick auftragen: Es macht keinen guten Eindruck, wenn man den zukünftigen Arbeitgeber zu sehr lobt. Ebenso sollte man nicht mit Fachwissen protzen. Besser man führt einen Schwerpunkt in der Biografie auf, der zu der entsprechenden Spezialisierung geführt hat, die letztlich die Bewerbung begründet.
Unsachlich sein: Egal, wie unwohl man sich bei einem anderen Arbeitgeber gefühlt hat, eine Beschwerde hierüber hat im Anschreiben nichts verloren, denn sie könnte ein Zeichen mangelnder Loyalität sein.


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