sf/mg
18.08.14 / 11:49

Betriebswirtschaftliche Faustformeln in Kürze

Uwe Schäfer ist Experte für dentale Betriebswirtschaft, Finanzierung und Praxismanagement. Er verrät im Interview kurz und knapp, worauf es bei der zahnärztlichen Betriebswirtschaft ankommt.



zm-online: Herr Schäfer, welche betriebswirtschaftlichen Faustformeln für die Praxis gibt es?

Schäfer: Die Liquidität ist das wichtigste in der Praxis. Liquidität insofern, dass ich meine Rechnungen bezahlen kann, das ist das Essenzielle. Löhne und Lieferanten wollen bezahlt werden. Liquidität geht vor Rentabilität geht vor Umsatz. Das bedeutet, dem Umsatz hinterherzurennen bringt es nicht, wenn ich nicht rentabel arbeite. Und wenn ich rentabel arbeite, erhöht sich die Chance liquide zu sein.

Was sind die wichtigsten Analysetools zur Investitionsplanung?

Es kommt darauf an, an welcher Stelle ich investiere. Wenn ich Existenzgründer bin, dann ist das Analysetool „Standortanalyse“ ganz wichtig: Wie ist das Umfeld? Wie sind die Potenziale - im Kassenarztbereich und im privatärztlichen Bereich? Wie ist die Kaufkraft? Das allein reicht aber nicht. Es ist wichtig zu ergänzen, wie viele Ärzte es im Umfeld es gibt, beides zusammen ergibt die Standortanalyse. Und das andere sind Investitionsrechnungen, wo man Faustformeln kennen muss.

Worauf ist bei der Praxisübernahme besonders zu achten?

Kommunikation. Das Verständnis, warum ich denn den Standort haben möchte, und auch das Verständnis des Abgebenden, dass ich auch den Nachfolger dabei unterstützen muss, wie er die Praxis kaufen kann. Der Preis sollte zweitrangig sein, wird heute aber oftmals in den Mittelpunkt gestellt.

Welche Rolle spielt schließlich das Human- und Sozialkapital bei einer Praxisübernahme?

Nicht nur bei der Praxisübernahme ist das Wichtigste der Mensch. Der Mensch als Inhaber, als angestellter Zahnarzt. Das ist das Hauptthema, was unsere Ärzte heute beschäftigt.

Uwe Schäfer ist Finanzvorstand der Health AG. Als Referent für die Bereiche dentale Betriebswirtschaft, Finanzierung und Praxismanagement ist er auch für die Europäische Akademie für Zahnärztliche Fortbildung und die Hamburger Zahnärztekammer tätig. Der gelernte Bankkaufmann und Diplom-Finanzierungs- und Leasingwirt war früher Unternehmensberater mit den Schwerpunkten Unternehmensfinanzierung, Finanzkommunikation und -Analysen und arbeitete davor sowohl auf Banken- als auch auf Industrieseite in leitender Funktion.

Die Fragen stellten Sara Friedrich & Marius Gießmann.


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