mg
25.07.14 / 11:12

Den Blick über die Zahnreihen hinaus schulen

Katrin Hertrampf bekleidet die erste Professur für Versorgungsforschung in der Zahnmedizin. Im Interview erklärt sie, wie es um die Palpationskenntnisse Studierender steht und warum die Kollegenschaft weiter für das Thema Mundkrebs sensibilisiert werden muss.



zm-online: Frau Hertrampf, Sie haben seit Kurzem die erste Professur in Deutschland für Versorgungsforschung in der Zahnmedizin inne. Was haben Sie sich für dieses Amt vorgenommen? Und was sind aus Ihrer Sicht die aktuell dringendsten Themen in der zahnmedizinischen Versorgungsforschung?

Katrin Hertrampf: Das Profil der Professur zeichnet sich für den Bereich der Versorgungsforschung durch einen onkologischen Schwerpunkt aus. Hier gibt es bis dato zu wenige Forschungsaktivitäten im Vergleich zu den offenen Fragestellungen und möglichen Themen. Die Versorgungsforschung erfordert inter- und multidisziplinäres Arbeiten, nicht nur mit verschiedenen medizinischen Fachdisziplinen, sondern auch mit anderen universitären Bereichen und außeruniversitären Partnern.

Ich denke, dass wir gerade in Schleswig-Holstein bereits viele effektive Netzwerkstrukturen mit internen und externen Partner etablieren konnten. Sie bieten die optimale Voraussetzung, um bestehende Projekte auszubauen und neue - regional wie national - zu initiieren.

Werden Blickdiagnostik und Palpation zur Mundkrebs-Früherkennung aus Ihrer Sicht bereits ausreichend in der zahnmedizinischen Lehre vermittelt?

Wir haben den großen Vorteil bei diesem Studiengang, dass wir nicht nur theoretisch die Inspektion der Mundschleimhautuntersuchung lehren, sondern dass die Studierenden - durch den sehr frühen Patientenkontakt im Studium - routinemäßig die Inspektion der Mundschleimhäute genau wie den Zahnbefund als festen Bestandteil einer Untersuchung lernen und vielfach bis zum Staatsexamen durchführen.

Wichtig ist sicher, dass dieser "Blick über die Zahnreihen hinaus“ wirklich in den verschiedenen Kursen mit ihren spezifischen Ausbildungsschwerpunkten bei Neuaufnahmen und bei Recall-Patienten konsequent eingefordert und durchgeführt wird.


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