mg
11.11.14 / 08:31

Gesucht: Praxisinhaber und Elternteil

Für junge Zahnärzte muss die Work-Life-Balance stimmen. Wie sie diesen Spagat hinbekommen, war das große Thema auf dem 1. Zukunftskongress Beruf und Familie: Experten gaben Finanz- und Rechtstipps zur Lebensplanung.




Die Generation Y ist bereits fester Bestandteil des Berufsstands, häufig jedoch nicht in eigener Niederlassung. Denn der Wunsch nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf der nach 1980 Geborenen lässt sich oft nur schwer mit dem Betrieb und der Organisation einer eigenen Praxis vereinbaren.

Um die Rahmenbedingungen für den zahnmedizinischen Nachwuchs zu verbessern, veranstalteten die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Dentista Club am Rande des Deutschen Zahnärztetages in Frankfurt am Main den 1. Zukunftskongress Beruf und Familie.

Familienplanung sollte finanzielle und juristische Möglichkeiten berücksichtigen

Knapp 50 Besucher verfolgten die beiden Impulsvorträge, in denen Dr. Juliane Gösling (BZÄK) und Birgit Dohlus (Dentista Club) den Wertewandel und dessen Folgen für den Generationswechsel der Praxisinhaber beschrieben. In den drei Fachvorträgen der Rechtsanwälte Melanie Neumann und Arne Bruns sowie der apoBank-Finanzexpertin Petra Knödler erfuhren die Besucher, auf welche juristischen und finanziellen Aspekte bei der Familien- und Lebensplanung zu achten sind.

Neumann verdeutlichte dem Publikum, das zu knapp einem Drittel aus niedergelassenen und zwei Dritteln angestellten Zahnmedizinern bestand, wie umfangreich das Mutterschutzgesetz in den Praxisalltag eingreift. "Schwangere, angestellte Zahnärztinnen und ZFAs dürfen bereits ab dem ersten Tag der Schwangerschaft beziehungsweise ab dessen Bekanntwerden nicht mehr am Stuhl arbeiten", betonte die Juristin. "Eine Umgehung dieses Beschäftigungsverbots steht unter Strafe."

Schwangerschaftsbedingtes Beschäftigungsverbot hat weitreichende Folgen

Die finanziellen Folgen sind - je nach Situation - schwerwiegend: Aufgrund von Schwangerschaft krankgeschriebene Angestellte erhalten sechs Wochen Lohnfortzahlung und anschließend Krankengeld, während schwangere Frauen, für die ein Beschäftigungsverbot gilt, Anspruch auf Zahlung eines Mutterschutzlohns in Höhe des Durchschnittsverdiensts der vergangenen drei Monate haben. 

Ganz anders sieht im Fall einer schwangeren Praxisinhaberin aus, erklärte Neumann. "Da gibt es keine staatlich finanzierte Ausgleichszahlung. Hinzu kommt dann noch das Problem der Finanzierung eines Vertreters." Einziger Lichtblick sei für GKV-Versicherte mit einem Anspruch auf Krankengeld das sogenannte Mutterschaftsgeld. In jedem Fall sei für Betroffene eine Fachberatung sinnvoll, sagte sie, auch um das "Sonderproblem Versorgungswerk" zu lösen, das für die Mitgliedschaft eine zahnärztliche Tätigkeit zur Bedingung mache.


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