sf/mg
08.08.14 / 13:15

Mit Mut, Spaß und Grips zur eigenen Praxis

Haben Sie sich jemals bewusst Gedanken über Ihre "Work-Life-Decision" gemacht? Ralf Immel erklärt, warum diese Entscheidungsfindung für den praktizierenden Zahnarzt essenziell wichtig ist.



zm-online: Herr Immel, was bedeutet die " Work-Life-Decision" für Zahnärzte ?

Ralf Immel: Bei Zahnärzten hat sie eine sehr große Bedeutung hinsichtlich der Entscheidungsfindung. Man muss im Leben sehr viele Entscheidungen treffen, insbesondere dann, wenn man Existenzgründer ist. Zum Beispiel muss man die Frage beantworten: Geht man aufs Land oder bleibt man in der Stadt? Letzten Endes fällt man in diesem Kontext immer eine Work-Life-Decision - eine Entscheidung, die determiniert, wie das Leben und insbesondere die Arbeit dann aussieht.

Alles hat Konsequenzen - das ist nicht mit gut oder schlecht zu bewerten, sondern man muss damit umgehen, man muss sich dies bewusst machen. Deshalb ist es für mich extrem wichtig, dass der Entscheidungsfindungsprozess einen größeren Stellenwert einnimmt und man besser reflektiert, was da passiert.

Sind Bauchentscheidungen für mich richtig oder ist es besser, Entscheidungen noch einmal zu vertagen? Was ich jedem empfehlen kann ist, noch eine Nacht darüber schlafen, insbesondere wenn es um eine Praxisgründung oder -einrichtung geht, um dann am nächsten Tag zu sagen: Ja, die Investition mach ich!
Das hilft.

Und was sind die wichtigsten Zutaten für die Selbstständigkeit?

Mut. Und wichtig ist, dass man ein realistisches Selbstbild hat, dass man weiß, wer man ist, wo man steht und wo man hin will. Ansonsten gibt es einen großen Baukasten, von Menschen, die man braucht: Dazu gehören Freunde, Familie, Mentoren, dazu gehört eine Bank, dazu gehört - extrem wichtig - ein Dentaldepot, eine Praxisberatung, ein Rechtsanwalt, ein Handwerker bis hin zu einem Finanzberater. Am Ende gehören vielleicht sogar ein Feng-Shui-Berater und ein Therapeut dazu, für manch einen wäre es wichtig. 


Mehr zum Thema


Kommentare

Leserkommentare (1)

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können
Thomas Weber
14.08.14 / 14:10
Ein Beitrag, der in der Tat nachdenklich macht.....

Wie haben nur bisher Generationen von Zahnärzten erfolgreich Praxen gegründet? Ohne Feng Shui Berater und Therapeuten, ohne Praxis- und Finanzberater?

Kann „Spaß“ tatsächlich „Erfolg“ ersetzen und tatsächlich gar eine „innere Haltung“? Als Lehnwort aus dem italienischen „spasso“ bedeutet Spaß im Wortsinne „Zerstreuung, Zeitvertreib, Vergnügen“. Treffender wäre doch wohl der nachhaltigere Begriff der „Freude am Beruf“, die aber bei vielen selbstständigen Zahnärzten in Deutschland durch Bürokratie Jahr für Jahr mehr getrübt wird. Da wird die Entscheidung zur Selbstständigkeit schon sehr erschwert.

Ob man dann auf dem platten Land als Generalist tagtäglich Zähne zieht oder Füllungen legt,oder in der Metropole in einer „white lounge“ die große „ästhetischen Zahnheilkunde“ verwirklicht, ist doch letztlich eine Frage, über die man sich idealerweise schon lange vor der Niederlassung klar werden sollte.