Ikraam N´gadi/Ärzte ohne Grenzen
Sonja Schultz
13.05.15 / 10:33

Mission Mittelmeer

Seit dem 2. Mai kreuzt die MY Phoenix auf dem Mittelmeer nach Flüchtlingsbooten in Seenot. Mit an Bord ist ein Team von "Ärzte ohne Grenzen". Bereits in der ersten Woche konnten fast 600 Menschen gerettet werden.




Europa debattiert. Über Flüchtlingsquoten und das Pro und Contra von Zuwanderung. Über ein UNO-Mandat, das Militäreinsätze gegen Schlepper erlauben soll. Über höhere Budgets für eine noch abschreckendere Sicherung der EU-Außengrenzen. Die Boote stechen trotzdem in See. An Bord sitzen die Menschen eng zusammengezwängt und hoffen, die Reise zu überleben. Sie sind aus Kriegs- und Krisengebieten wie Syrien, Libyen, Nigeria, Eritrea oder dem Libanon geflüchtet. Während früher vor allem junge Männer die Überfahrt wagten, sind es inzwischen Frauen und Männer aller Altersklassen, darunter auch Kinder.

Makaberes Totenzählen

Vergangenes Jahr starben mehr als 3.400 Bootsflüchtlinge im Mittelmeer - so viele wie nie zuvor. Seit 2000 ertranken vermutlich über 25.000 Menschen bei ihrem Versuch, Europa auf dem Seeweg zu erreichen. Auch für dieses Jahr hat das makabere Zählen der Toten längst begonnen. Es wird eine noch höhere Opferzahl als 2014 erwartet, da es weniger Rettungseinsätze für Boote in Seenot gibt. Mare Nostrum, die Rettungsmission der italienischen Marine, wurde Ende letzten Jahres wegen fehlender Finanzhilfe durch andere EU-Staaten eingestellt. Einen europäischen Plan für die Lösung der humanitären Krise im Mittelmeer gibt es nicht.


Mehr zum Thema


Kommentare

Leserkommentare (0)

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können