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04.08.14 / 13:25

Zehn Jahre Zahnärzte ohne Grenzen

Die Stiftung Zahnärzte ohne Grenzen (Dentists without limits Foundation - DWLF) organisiert seit 2004 zahnmedizinische Hilfseinsätze in Entwicklungsländern. Zum zehnjähriges Bestehen haben wir ihren Präsidenten Dr. Claus Macher interviewt.



zm-online: Herr Dr. Macher, wenn Sie jetzt  zurückblicken ganz an den Anfang von "Zahnärzte ohne Grenzen", was kommt Ihnen in den Sinn?

Claus Macher: Ein Versuch ist geglückt. Es war eine Wette mit mir selbst. Du arbeitest und hilfst mit Freude den bedürftigen Menschen in Nepal, aber was nützt das diesem Volk mit der Vielzahl seiner Probleme? Mir wurde klar, dass die ganze Hilfe nur dann Sinn macht, wenn ich viele begeistern kann, mitzumachen, um auch diese Freude zu erleben. Zu überzeugen, dass Helfen wirklich Freude macht. Zu zeigen, dass die Welt der Bedürftigen bunt und menschlich ist.

Nun war die Frage: Schaffe ich es, meine Vorstellungen zum Laufen zu bringen? Als Schwabe, der einmal Geld eingesetzt hat, um die „Stiftung Zahnärzte Ohne Grenzen“ auf die Beine zu stellen, gibt man alles, um das „Häusle“ fertig zu stellen.

DWLF-Präsident Dr. Claus Macher bei einem Einsatz in Nepal. DWLF

Dr. Sybille Keller aus Kempten und Dr. Bernd Vesper aus Karben bei Frankfurt waren von Anfang an meine stetigen Begleiter in Nepal, wo wir zu dritt 2000 mit der Hilfe angefangen haben. 2007 habe ich die mongolische Chirurgin Tuul Sodnompil geheiratet, die DWLF erst den Zugang zu diesem wunderschönen Land ermöglichte. Sie kannte aus der Praxis die Armut und Probleme der Nomaden, die sie 15 Jahre chirurgisch oft mobil betreut hatte. Inzwischen hat sie den Titel Prof.h.c. von der medizinischen Fakultät in Ulaan Bataar und eine der höchsten Auszeichnungen der mongolischen Regierung bekommen. Ohne ihr Engagement und ihre Verhandlungshärte gegen manchen Politiker und Beamten wäre DWLF noch in den Kinderschuhen.

Jetzt haben wir über 1.700 Ausweisträger und unsere Länder werden immer mehr. Im Augenblick verhandeln wir mit drei Ländern, die unglaublich interessant sind, um eine Übereinkunft (Memorandum of Understanding) abschließen zu können: Marokko, St. Vincent (Karibik) und China.


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