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16.08.13 / 09:00

Alles für den Ernstfall

Wie funktioniert die notfallmedizinische Erstversorgung der Bundeswehr im Einsatz? Dreh- und Angelpunkte sind die Rettungszentren des Sanitätsdienstes.




Bei einer Informationsveranstaltung für den Vorstand der Bundeszahnärztekammer und für die Spitzen von KZBV, DGZMK und FVDZ bot der Sanitätsdienst der Bundeswehr einen Besuch im Sanitätslehrregiment Niederbayern in der Gäuboden-Kaserne, Feldkirchen, an. Dort präsentierten die Bundeswehr-Vertreter den Ablauf der medizinischen Versorgung der Truppen in Kriegs- und Krisengebieten im Ausland.

Der Sanitätsdienst der Bundeswehr bietet eine an den Bedürfnissen der Streitkräfte ausgerichtete Gesundheitsversorgung im Auslandseinsatz. Eine besondere Herausforderung stellen Verletzungen dar, die in Gefechtssituationen entstanden sind. Dazu gehören auch Gesichts- oder Schädelverletzungen nach Kampfeinsätzen, Minenexplosionen oder Verkehrsunfällen. Ziel ist, die Truppen nach dem fachlichen Standard deutscher Behandlungsqualität zu versorgen.

Rettungskette in vier Stufen

Im Zentrum steht dabei die Rettungskette, bestehend aus vier Stufen:

  1. Erste rettungsmedizinische Versorgung durch Selbst- und Kameradenhilfe und eine Rettungsstation zur ersten medizinischen Versorgung
  2. Klinisch-Fachärztliche Akutversorgung mit modular aufgebauten  Rettungszentren:  Hierdurch wird eine dem Einsatzspektrum angepasste Ergänzung durch einzelne Facharztkomponenten und eine multidisziplinäre Versorgung der Verletzten ermöglicht. Auch die Zahnmedizin ist integriert.
  3. Erweiterte chirurgische, intensivmedizinische und fachärztliche Diagnostik und Therapie, ambulant wie stationär, und gegebenenfalls Vorbereitung zur Rückführung nach Deutschland. Hier ist die erweiterte zahnärztlich-chirurgische / oralchirurgische Versorgungskompetenz abgebildet.
  4. Die Anschlussbehandlung und Rehabilitation erfolgt in den Bundeswehrkrankenhäusern in Deutschland.

Rettungszentren mit eigener Strom- und Wasserversorgung

Die Rettungszentren, bestehend aus Zelt- und Containermodulen, sind eigenständige medizinische Behandlungseinrichtungen. Hier wird die notfallchirurgische und klinische Akutversorgung der Verletzten im Ernstfall durchgeführt. Die Zentren sind den Erfordernissen am Einsatzort (Gelände, Lage, Klima) angepasst und können in etwa 72 Stunden aufgebaut werden. Mit einer eigenen Strom- und Wasserversorgung sind sie autark.

Das Sanitätsregiment Niederbayern verfügt über  ein solches Rettungszentrum. Dort werden die Mitglieder des Sanitätsdienstes für den Ernstfall ausgebildet. Das Zentrum steht aber auch für Demonstrations- und Informationszwecke zur Verfügung.


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