sg/pm
21.08.14 / 10:35

BFB: Keine Garantie auf Ausbildung

In einem Positionspapier hat sich der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) zur Weiterentwicklung des Nationalen Paktes für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs geäußert. Hierin lehnt der BFB eine pauschale Ausbildungsgarantie ab.



Wie es in dem Papier heißt, könne das Ausbildungsangebot der Betriebe nur gekoppelt sein an zwei Voraussetzungen, die der Jugendliche mitbringen muss: Ausbildungsfähigkeit und Ausbildungswilligkeit.

Für den gewünschten Beruf müsse er bestimmte Kernkompetenzen aufweisen sowie Motivation und Lernbereitschaft für die Ausbildung zeigen. Außerdem sei es geboten, die räumlichen Gegebenheiten und gewachsenen Strukturen (Angebot und Nachfrage) zu berücksichtigen und eine gewisse Mobilität von den Ausbildungsinteressenten zu erwarten.

Zwei oder drei Jahre Ausbildung?

Hinsichtlich der Ausbildungsdauern spricht sich der BFB dafür aus, bei den Freien Berufen die Regeldauer von drei Ausbildungsjahren beizubehalten. Im Bereich der gewerblichen Wirtschaft müssten jedoch Berufe mit zweijähriger Ausbildung bestehen bleiben.

Begründung: „Für die Wirtschaft ist es unerlässlich, den Gegebenheiten bestimmter Berufe zu folgen anstatt ohne praktische Notwendigkeit die kompakte Ausbildung zweijähriger Berufe künstlich zu strecken“ Der BFB könne die Forderungen der gewerblichen Wirtschaft mittragen.

Allerdings müsse den individuellen Gegebenheiten der Auszubildenden Rechnung getragen werden: Bestimmten Schülergruppen mit begrenzten Lernkompetenzen komme es entgegen, wenn der Lernstoff nicht weiter ausgedehnt wird. „So wie auch im allgemeinbildenden Schulsystem nicht alle Jugendlichen das Gymnasium besuchen, sollte auch in der Berufsbildung nicht jedem eine dreijährige Ausbildung auferlegt werden“, heißt es.

Qualität vor Quantität

Der Trend zu stetig sinkenden Auszubildendenzahlen in Deutschland sei durch die demografische Entwicklung in unserer Gesellschaft vorgezeichnet und lasse sich allenfalls abschwächen, jedoch nicht verhindern, so der BFB

Daher seien die bisherigen Pakt-Messgrößen nicht mehr zielführend. Statt Forderungen nach quantitativen Verpflichtungen einseitig an die Betriebe zu stellen, sollten qualitative Faktoren und das gemeinsame Engagement aller Allianzpartner im Fokus stehen – etwa Instrumente, die die Zahl der Ausbildungsabbrüche reduzieren, so der BFB.

Frühe Praxis

Darüber hinaus fordert der BFB, Jugendlichen im Übergangsbereich, die noch keine Ausbildungsreife haben, durch betriebsnahe Maßnahmen zu unterstützen. „Auch Jugendliche ohne Ausbildungsplatz sammeln so frühzeitig praktische Erfahrungen im Betriebsumfeld und finden ihren Platz in der Gesellschaft.“


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