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26.08.14 / 14:22

Die Lage in Syrien aus Sicht eines Zahnarztes

Dr. Mohammad Alkilzy ist Oberarzt in der Abteilung für Präventive Zahnmedizin und Kinderzahnheilkunde an der Universität Greifswald. Der gebürtige Syrer berichtet über die schwierige Lage in Syrien.



Zahnmedizin wird in Syrien an vier großen staatlichen und drei privaten Universitäten unterrichtet, mit einer Absolventenzahl von etwa 300 Zahnärzten pro Jahr. Die zahnärztliche Versorgung vor der Krise ist aber mit der Situation nach der Krise nicht zu vergleichen.

Ich selbst habe in Aleppo und danach in Damaskus studiert und war später Mitarbeiter in der Universität von Aleppo im Bereich Kinderzahnheilkunde. Das Niveau der Zahnmedizinausbildung in den syrischen Universitäten war sehr gut, die Studenten konnten während ihres Studiums aufgrund des hohen Behandlungsbedarfs in der Gesellschaft mehr Patienten behandeln - im Vergleich zu Deutschland. Es gibt allerdings einen Mangel beim Thema Prävention im Public-Health-Programm.

Dürftiger Leistungskatalog der Krankenversicherung

Trotz der ausreichenden Zahnarztdichte in der Gesellschaft besteht immer das Problem einer nicht abdeckenden Krankenversicherung. Die zahnärztliche Versorgung ist für die Mehrheit der Bevölkerung eine Privatleistung. Daraus resultiert die hohe Zahl von nicht behandelter Karies mit allen Konsequenzen.

In Syrien gab es unmittelbar vor der Krise etwa 25.000 Zahnärzte (einen Zahnarzt für 1.000 Einwohner), davon vier Prozent Fachzahnärzte und Spezialisten in acht Bereichen: Kieferchirurgie, KFO, Parodontologie, Kinderzahnheilkunde, Prothetik, Zahnerhaltung, Endodontologie und Zahnmedizinische Pathologie.


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