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26.08.14 / 15:54

"Gewaltübergriffe in Praxen nehmen scheinbar zu"

Bei Kriminalität in Zahnarztpraxen denkt man an die illegale Beschaffung von Narkotika und Blanko-Rezepten. Doch immer öfter kommt es in Praxen auch zu Gewaltübergriffen. Ein Experte gibt Verhaltenstipps.



zm-online: Wie kann ich mich am besten vor Gewaltübergriffen schützen?

Marcus Dannapfel: Grundsätzlich gilt: Vorbereitet zu sein, ist der beste Schutz. Das ist zwar leichter gesagt als getan, trifft aber den Kern ziemlich genau. Wenn man unvorbereitet ist, wird man kalt erwischt und kann dem Angreifer nur wenig entgegensetzen. Man ist also ein einfaches Opfer. Ganz gleich, ob es sich um eine Straf- oder um eine Gewalttat handelt. Ein einfacher, aber guter Schutz ist, sich hin und wieder bewusst zu machen, wie man am schnellsten Hilfe organisieren kann und andere Menschen auf seine Notlage aufmerksam macht.

Wie kam es zu Ihrer Zusammenarbeit mit den ZFA?

Der Veranstalter des ZFA-Tages in München, Tim Egenberger, hat sich bei der Polizei in München informiert, ob es Schutzmaßnahmen gibt, die Arzthelferinnen ergreifen können, wenn es zu Konfliktsituationen kommt. So kamen wir ins Gespräch und haben uns darauf geeinigt, dass ich auf dem Prophylaxetag in München als Gastredner auftreten werde.

Sind Zahnarztpraxen Orte, an denen es häufig zu Gewalt kommt?

Zahnarztpraxen sind vor allem Straftaten wie Beschaffungskriminalität ausgesetzt. Dabei geht es um den Erwerb von Narkotika, Drogen und Blanko-Rezepten, die die Kriminellen bei Apotheken einreichen, um so an verschreibungspflichtige Medikamente zu kommen.

Es gibt noch keine belegbaren, offiziellen Zahlen, dass es in jüngster Zeit in Zahnarztpraxen häufiger zu Gewalttaten gekommen ist. Aber uns erreichen immer mehr Anfragen. Gewaltübergriffe nehmen also scheinbar zu. Ein Schwerpunkt der von uns angebotenen Seminare ist daher der richtige Umgang mit aggressiven Patienten in den Praxisräumen.


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