Dorothee Hahne
09.03.15 / 15:01

Besser essen: die heimlichen Dickmacher

Beim Essen achten die meisten Menschen auf die Kalorien, beim Trinken eher nicht. Dabei hat ein Liter Apfelsaft so viele Kalorien wie ein doppelter Cheeseburger. Welche Durstlöscher können Zahnärzte empfehlen? Diplom-Ökotrophologin Dorothee Hahne gibt wissenschaftsbasierte Empfehlungen.



In puncto Getränke ist Deutschland ein Schlaraffenland. Ob Schorle, Saft, Nektar, Limo oder Eistee, Mineralwasser mit und ohne Geschmack, Kaffee in allen Variationen - die Auswahl ist riesig. Anderthalb Liter sollten Erwachsene jeden Tag trinken, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), am besten zu jeder Mahlzeit und über den Tag verteilt.

Bei Hitze, Kälte, Fieber, Durchfall, Erbrechen, braucht der Körper mehr Flüssigkeit; ebenso beim Sport oder bei körperlich anstrengender Arbeit. Bei intensiver Aktivität kann pro Stunde bis zu ein Liter Wasser zusätzlich nötige sein. Doch welche Getränke sind gute Durstlöscher, welche nicht? Wir werden konkret.

Von 12,5 auf 143,5 Liter

Mineralwasser ist der beste Durstlöscher: Es versorgt den Körper mit Wasser  - ohne Zucker, ohne Zitronensäure, Süßstoffe Vitamine oder sonstige Zusätze. In Deutschland haben Verbraucher die Wahl zwischen mehr als 500 verschiedenen Mineral- und über 40 Heilwässern. 2014 trank jeder Bundesbürger im Schnitt 143,5 Liter - so viel wie nie zuvor. Ein guter Trend: 1970 lag der jährliche Mineralwasserkonsum bei mageren 12,5 Litern, 2000 bei 100 Litern. Ebenso empfehlenswert wie Mineralwasser sind Leitungswasser, ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees.

Kaffee, schwarzer und grüner Tee zählen zwar als Flüssigkeit, enthalten aber anregendes Koffein beziehungsweise Theobromin und eignen sich deshalb nicht als Durstlöscher. Drei bis vier Tassen pro Tag sind in Ordnung. Hartnäckig hält sich das Gerücht, Kaffee sei ein Flüssigkeitsräuber. Das stimmt nicht. Koffein wirkt zwar schwach diuretisch, doch der Körper kompensiert dies im Verlauf des Tages, indem er Mechanismen zur Gegenregulation hochfährt. Der Rat, zum Kaffee immer ein Glas Wasser zu trinken, ist also obsolet – schaden tut dies jedoch nicht.


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