Susanne Theisen
01.08.13 / 15:29

Die besten Reise-Apps

In der Urlaubszeit sind Apps nützliche Begleiter. Sie helfen beim Planen der Reise, beim Zurechtfinden vor Ort und sogar beim Koffer packen.



Kurzer Tipp vorab: Apps sollte man zu Hause und nicht am Urlaubsort laden, weil in der Ferne dafür Roaminggebühren anfallen. Gut ist, wenn sich ihre Inhalte im Offline-Modus nutzen lassen - auch das verhindert hohe Mobilfunkgebühren. Apps, die trotzdem einen Internetzugang benötigen, sollten nur in einem kostenlosen WLAN genutzt werden. Aber Achtung: Diese Netze werden in der Regel von vielen genutzt. Man sollte darauf verzichten, hier seinen Kontostand zu checken oder sensible Daten wie die Kreditkartennummer und Passwörter einzugeben. 

Wenn sie schon vor dem Urlaub absehen, dass sich Datenroaming nicht ganz vermeiden lässt, sollten Smartphone-Besitzer bei ihrem Provider anfragen, ob er günstige Datenpakete für’s Ausland anbietet. Generell gilt: User sollten sich die Nutzungsbedingungen einer App genau anschauen und prüfen, welche Berechtigungen sie benötigen. Nicht alle Angebote, die etwa Zugriff auf Anruferdaten oder Adressbuch verlangen, brauchen ihn zum Betrieb der App. Wer sich damit unwohl fühlt, sollte sich beim Hersteller erkundigen, warum diese Daten benötigt werden.

Kein unnötiges Risiko eingehen

Die App "Sicher reisen“ des Auswärtigen Amts klärt Urlauber zum einen darüber auf, was in einem Notfall zu tun ist. Unter anderem finden User hier die Adressen deutscher Vertretungen im Ausland als Offline-Content. Hinzu kommen kontinuierlich aktualisierte Reise- und Sicherheitshinweise für das jeweilige Reiseland - um diese News zu sehen, ist allerdings Internet Voraussetzung. 

Erforderlich ist hier unter anderem die Berechtigung, die Anrufliste und Kontakte des Nutzers zu lesen und ihn geografisch zu orten. Ein User kritisiert das in einem Erfahrungsbericht im Android Play Store. Er schreibt: "Was will denn der Westerwelle mit meinen Kontaktdaten und GPS-Koordinaten? (...) Come on! Riecht nach Daten-Schnüffelei unter fadenscheinigem Vorwand!“ Das Auswärtige Amt versichert in seiner Antwort darauf: "Die App übermittelt keine Standortdaten.“ Die Ortungsfunktion wird nach Angaben der Behörde für die Services "Ich bin ok“ und „Wo bin ich“ gebraucht. Mit ihrer Hilfe können Reisende Freunden oder Verwandten über die App ein Lebenszeichen senden.

für Android, iPhone und iPad; kostenlos

Zollfrei einkaufen

Das Bundesfinanzministerium hat ebenfalls eine App für Urlauber im Angebot. "Zoll und Reise“ erläutert, welche Waren - von Kaffee bis Kraftstoff - in welcher Menge abgabenfrei nach Deutschland eingeführt werden dürfen. Auch das Thema im Ausland gekaufter Tiere wird behandelt. Praktisch: Die App beinhaltet einen Rechner, der bis zu einem Warenwert von 1.130 Euro die zu erwartenden Abgaben anzeigt, die am Zoll bei Überschreitung der Freimenge zu zahlen sind.

für Android und iPhone; kostenlos

Der Navigator für Europa

Den Straßenatlas aus Papier können Reisende, die diese App im Gepäck haben, zu Hause lassen. „Navigon Europe“ bietet Kartenmaterial für 41 europäische Länder von Island bis Griechenland und von Estland bis Portugal. Das gilt nicht nur für Reisen mit dem Auto, die App kann auch als Fußgängernavi genutzt werden. Das Kartenmaterial wird offline gespeichert. Damit die App möglichst wenig Speicherplatz belegt, können Nutzer über die Funktion "Navigon MyMaps“ nur die Karten auf ihr Smartphone laden, die sie für ihre Reise benötigen. 

Zu den weiteren Funktionen gehören neben der akustischen Ansage von Wegbeschreibungen und einer Parkplatzsuche auch ein Tempo- und Blitzerwarner sowie die Ortung von Tankstellen, Banken oder Restaurants. Außerdem können Nutzer sich über die App zu ihren gespeicherten Kontakten leiten lassen. Dafür wird der Zugriff auf das Adressbuch und die aktuellen Standortdaten benötigt. Doch aufgepasst: Damit die Karten immer auf dem neuesten Stand sind, sollten sie alle drei Monate über den FreshMaps-Dienst von Navigon aktualisiert werden - und dafür müssen Nutzer nochmal extra zahlen.

für Android: 44,95 Euro; iPhone: 69,99 Euro; Windows Phone: 59,49 Euro

Durch die City cruisen

Die Stadtpläne von über 6.500 Städten in der Hosentasche haben Urlauber mit der Gratis-App „City Maps 2Go Lite“. Sie speichert nicht nur Karten, sondern ergänzt sie mit den zur Region passenden Wikipedia-Einträgen sowie einer Umgebungssuche, die Restaurants und Co in der Nähe anzeigt. Das alles funktioniert offline. Die Lite-Version enthält nur eine kleine Anzahl von Gratiskarten, mit dem Kauf der Vollversion verschafft man sich unbegrenzten Zugriff. Basis der App ist das Gemeinschaftsprojekt OpenStreetMap, bei dem Freiwillige weltweit Kartenmaterial mit ihren GPS-Geräten erstellen. 

für Android: 1,99 Euro; iPhone und iPad: 2,69 Euro

Wait to be seated

"Ist dieser Tisch noch frei?“ Solche Sätze braucht man natürlich auch im Urlaub. Die App „talk&travel“ von Langenscheidt bietet für solche alltäglichen Situationen nicht nur eine Übersetzung zum Nachlesen, man kann sich die Sätze auch anhören. Außerdem gehören zu der App mehrere hundert Zeigebilder für die wortlose Kommunikation.

Sätze und Redewendungen sind nach typischen Reisesituationen sortiert, vom Übernachten über erste Kontakte bis zu Reisen mit Kind. Bitte beachten: Übersetzungsrichtung ist immer von Deutsch in die jeweilige Landessprache, umgekehrt geht nicht. Ergänzt wird das Wörterbuch durch Infos zu kulturellen Eigenheiten des Urlaubslands. Zurzeit hat Langenscheidt zehn Sprachen im Angebot.

für Android: 9,44 Euro, iPhone und iPad: 9,99 Euro; Windows Phone: 9,49 Euro

Der Alleskönner

Eine App, 15 Funktionen. Dazu gehört neben einem Währungsrechner für über 30 Währungen auch ein Einheitenumrechner für unter anderem Kleidergrößen, Temperatur, Gewicht oder Entfernungen. Ebenfalls praktisch: Die App erlaubt die Speicherung von Offlinekarten für den Zielort und bietet ein Phrasen- und Bilderwörterbuch zu Themen wie Gesundheit, Orientierung oder Essen. Eine Datenbank für die Notrufnummern von 146 Ländern sorgt dafür, dass Reisende im Notfall schnell Polizei, Feuerwehr oder einen Notarzt rufen können. Auch im Paket enthalten, aber eher überflüssig: ein Urlaubscountdown und Anleitungen für Reisepiele.

nur für iPhone: 1,79 Euro

Ein stilles Örtchen finden

Fremd in einer Stadt zu sein bedeutet auch, dass man keine Ahnung hat, wo sich die öffentlichen Toiletten befinden. Mit dem "Toiletten Finder“ sind Urlauber gut gewappnet. In der Datenbank der App sind über 60.000 Standorte öffentlicher Toiletten gespeichert. Die App ist ein Gemeinschaftswerk: Jeder Nutzer kann das Verzeichnis um neue Standorte erweitern. 

für Android und iPhone; kostenlos

Was abgeht

Mit dieser App findet man schnell und einfach heraus, was um einen herum los ist. Sie identifiziert Standorte von Restaurants, Hotels und Kinos ebenso wie die von Krankenhäusern, Parkplätzen und Tankstellen - Entfernungsangabe und Wegbeschreibung inklusive. Einige Nutzer bemängeln in Erfahrungsberichten allerdings, dass die Angaben zum Teil veraltet sind. 

Weitere Einschränkungen: AroundMe enthält Werbung und liefert in ländlichen Gegenden nur spärliche Ergebnisse. Nutzer mit Apple-Geräten aufgepasst: In den Voreinstellungen ist festgelegt, dass die App anonyme Nutzeraktivitäten sammelt und auswertet. Das lässt sich über die Einstellungen im Menüpunkt Statistik ändern. Eine Alternative zu AroundMe ist die ebenfalls kostenlose App Foursquare.

für Android, iPhone und iPad und Windows Phone; kostenlos

Systematisch Koffer packen

Der Stress beim Kofferpacken lässt sich mit den Apps "Pack The Bag“ für iPhone und iPad oder "KofferPacken“ für Android-Geräte minimieren. Dank der Vorauswahl-Gepäckkategorien, zum Beispiel Camping, ist an wichtige Utensilien wie Heringe oder die Thermoskanne schon gedacht. Auch die zum Urlaub passenden Kleidungsstücke von Bikini bis Skistiefel sind vermerkt. Die Gepäcklisten kann man durch eigene Einträge ergänzen und erledigte Punkte abhaken. So behalten auch Last Minute-Packer den Überblick.

für Android, iPhone und iPad; kostenlos

Umsonst nach Hause telefonieren

Kostenlose Anrufe nach Hause per Skype sind mit der App des IP-Telefoniedienstes auch über das Smartphone möglich. Allerdings sollte Nutzern dafür ein WLAN zur Verfügung stehen, zum Beispiel im Hotel oder in einem Café. Ansonsten fallen Kosten für - genau - Datenroaming an. Umsonst sind die Anrufe, wenn der Gesprächspartner ebenfalls einen Skype-Account hat. Festnetz- und Mobilfunknummern erreicht man nur, wenn man sich vorher ein Skype-Guthaben zulegt.

für Android, iPhone und iPad und Windows Phone; kostenlos

Persönlicher grüßen geht nicht

Urlaubskarten auf dem Smartphone selbst gestalten und trotzdem per Post verschicken? Mit "Urlaubsgruss Postkarten“ ist das kein Problem. Nutzer können einfach ein Foto vom Reiseort schießen, das Bild in der App nach Wunsch bearbeiten, Text und Adresse hinzufügen und dann versenden. Die Karte wird vom Anbieter gedruckt und verschickt.

Die Karten werden - egal, wo auf der Welt man sich befindet - in Deutschland innerhalb von ein bis drei Werktagen zugestellt. Kostenpunkt: 1,69 Euro für den Versand in Deutschland und 1,99 Euro in allen anderen Ländern. Bezahlt werden kann via Paypal, Lastschrift, Vorkasse, Kreditkarte oder über ein Guthaben, das man über die Website urlaubsgruss.com buchen kann.

Für manche Zahlungsarten fallen Extragebühren an, über die Nutzer beim Bezahlvorgang jedoch informiert werden. Tipps: Nur über ein WLAN benutzen, um Roamingkosten zu vermeiden, und alle Karten auf einmal versenden, damit nur einmal Bearbeitungsgebühren anfallen.

für Android und iPhone; kostenlos


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