ck/pm
18.10.13 / 09:21

Es lebe der Sport

Eine Längsschnittstudie untersuchte über einen Zeitraum von zehn Jahren, wie Vereinssport sich auf das Leben der Jungen und Mädchen auswirkt. Fazit: Längst nicht alle Faktoren haben positive Folgen.



Wenn Kinder sich früh auf eine Sportart festlegen und an Wettkämpfen teilnehmen, sei das für eine Leistungssportkarriere eher hinderlich als förderlich, stellen die Autoren fest. Bessere Treiber für die Vereinskarriere seien Motivation und Beharrlichkeit.

Die Mannschaft macht selbstbewusst

Wer sich als Jugendlicher ehrenamtlich engagieren will, habe mit dem Sportverein eine ideale Plattform gefunden. Der Verein sei außerdem eine wichtige soziale Ressource beim Übergang von der Grund- zur Sekundarschule: Wenn die schulischen Leistungen nicht stimmen, die bisherige Peergroup verloren geht und es mit dem Selbstbewusstsein nicht weit her ist, verhinderet die Einbindung in einem Team den Autoren zufolge, dass die Teenies in ein Loch fallen.

Weniger positiv, aber erwartungsgemäß seien die Befunde zur Wirkung des Sportvereins auf die Gesundheit, die Prävention von Risikoverhalten, die Persönlichkeitsentwicklung oder als Motor der Integration von Migranten: Selbst eine stabile und über zehn Jahre dauernde Mitgliedschaft im Sportverein könne keine durchgängigen positiven Effekte erzielen. Das gelte für die Persönlichkeitsentwicklung ebenso wie für die Prävention von Übergewicht. Auch die Rolle des Sportvereins als Integrationsmotor sei beschränkt.

Trinken wird im Verein gelernt

Beim jugendlichen Risikoverhalten zeigt sich, dass sportliche Jungen und Mädchen deutlich weniger rauchen als ihre bewegungsunlustigen Altersgenossen. Anders das Bild beim Alkoholkonsum: Der Sportverein erweist sich als Ort, an dem das Trinken nicht nur kultiviert, sondern auch gelernt wird. Und auch Schutzimpfungen gegen Gewalt kann der Sportverein nicht leisten.

E. Gerlach & W.-D. Brettschneider (2013): Aufwachsen mit Sport. Befunde einer 10-jährigen Längsschnittstudie zwischen Kindheit und Adoleszenz.


Mehr zum Thema


Kommentare

Leserkommentare (0)

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können