Michael Vetter
20.08.14 / 14:06

Merkwürdige Fragen

Selten läuft eine Praxis "einfach so". Immer bedarf es auch einer Strategie zu fachlichen Schwerpunkte und struktureller Ausrichtung. Das sind Aspekte, die auch Banken neuerdings abfragen.



Damit hatte Joachim W. nicht gerechnet: Während des Bankgespräches wurden ihm von seinem Kundenberater Fragen gestellt, die ihn sehr überraschten.

Es ging nämlich nur am Rande um die betriebswirtschaftliche Situation seiner Praxis und auch nicht um die Qualität seiner Kreditsicherheiten. Hierzu gab es in der Vergangenheit immer wieder Rückfragen seitens der Bank, ob zum Beispiel nicht auch einmal eine werthaltige Grundschuld zur Verfügung gestellt werden könne.

Der Bankberater zeigt ungewohntes Interesse

Vielmehr interessierte sich sein Gesprächspartner unter anderem für die Fortbildungsmöglichkeiten, die W. seinen Mitarbeiterinnen anbietet und dafür, ob es hierzu kontinuierliche und nicht nur einmalige Offerten seitens des Zahnarztes gibt.

Darüber hinaus wurde ihm die Frage gestellt, aus welchem Grund sich diese Fortbildungen bisher ausschließlich auf fachbezogene Themen konzentrieren und warum nicht auch verhaltensbezogene Seminare dazu gehörten. Immerhin, so argumentierte der Bankmitarbeiter, können doch gerade die Mitarbeiterinnen mit entsprechenden Trainings „außerordentlich viel zur Patientenbindung beitragen“.

Einschätzung zum Gesundheitsbereich

Damit nicht genug: Ebenso überraschend kam für W. die Frage, wie er denn die Zukunft des Medizinmarktes im Allgemeinen und die Aussichten seines Fachbereiches im Besonderen sehe. Immerhin gebe es in den kommenden Jahren nach Überzeugung seiner Hausbank „eine Vielzahl an Unwägbarkeiten vor Allem auf der Einnahmeseite“, denen in der Zahnarztpraxis „mit entsprechenden Strategien entgegengewirkt werden müsse“.

Zu „guter Letzt“ interessierte sich der Bankmitarbeiter noch für die Situation anderer Zahnärzte und ob sich W. mit seinen Kollegen regelmäßig im Hinblick auf deren Strategien austausche, bereits vorhandene Patienten an die jeweilige Praxis noch enger zu binden, möglichst weitere Privatpatienten hinzuzugewinnen und, eher allgemein, die Kostenstrukturen seiner eigenen Praxis zu „optimieren“.


Mehr zum Thema


Kommentare

Leserkommentare (0)

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können