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25.08.14 / 15:35

Abseits der Praxis (15): Der Gastronom

In "Abseits der Praxis" erzählen wir von Zahnärzten, die einen etwas anderen Weg eingeschlagen haben, sei es direkt nach dem Studium oder erst nach Jahren als niedergelassener Zahnarzt. Wir erzählen von Industrieberufen, künstlerischer Selbstfindung, humanitären Einsätzen, Aussteigern, Politikerkarrieren und Jobs in Industrie, Forschung und Verwaltung. Einige unserer Protagonisten haben sich sehr weit vom Ursprungsberuf entfernt, andere haben nur wenig verändert, um ein wenig Abwechslung in ihren Praxisalltag zu bringen. Fest steht so oder so: Auch "Abseits der Praxis" warten viele spannende Aufgaben.




"Als uns ein Freund seine gemütliche Ferienwohnung am Schönberger Strand an der Ostsee anbot, hat meine Frau nicht lange gezögert und sofort zugegriffen", erinnert sich Dr. Arnim Weidler. Damals ahnte der Zahnarzt aus Neumünster jedoch nicht, dass das Ferienappartement nicht zur ersehnten Erholung, sondern zu mehr Arbeit führen würde.

Dabei langweilte sich Weidler in seinem Beruf ja gar nicht. Der gebürtige Berliner kam nach seinem Studium in das "schönsten Bundesland der Welt" - nach Schleswig-Holstein. Nach einer Oralchirurgie-Ausbildung an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel arbeitete Weidler zunächst als Stabsarzt für die Bundeswehr. 1979 ließ er sich dann mit einer eigenen Praxis nieder.

"Langeweile ist für mich ein Fremdwort"

Doch die Arbeit in der Praxis allein reichte Weidler nicht aus. Mit der Unterstützung einer angestellten Zahnärztin machte er Hausbesuche in Behinderteneinrichtungen, Krankenhäusern und Seniorenheimen. Zusätzlich engagierte er sich in verschiedenen Ausschüssen ehrenamtlich standespolitisch.

Er war 19 Jahre lang Berufsschullehrer und Prüfungsvorsitzender für zahnmedizinische Fachangestellte. Und für den Kreisverein der Zahnärzte organisierte er unter anderem jährlich den „Medizin-Ball“ für 500 bis 600 Zahnärzte, Ärzte, Tierärzte und Apotheker. "Langeweile ist für mich ein Fremdwort", beschreibt Weidler sein ausgefülltes Berufsleben.

Dann kam alles anders

Nun sollte also ein Apartmenthaus an der Ostsee für etwas mehr Ruhe sorgen. "Wir dachten, nun können wir an der Ostsee in den eigenen vier Wänden die Seele baumeln lassen - aber es kam anders", erinnert  sich Weidler. In dem Apartmenthaus befand sich damals im Erdgeschoss ein Restaurant, das keinen guten Ruf hatte. Mehrere Pächterwechsel hatten schließlich dazu geführt, dass der Eigentümer das Restaurant verkaufen musste.

Die Weidlers ergriffen spontan die Chance zu einer Kapitalanlage und kauften das - wie sie dachten - günstige Restaurant mit 100 Innen- und 120 Terrassenplätzen. Doch schnell erkannten sie, dass sie sich geirrt hatten. "Das 1999 erbaute Restaurant war in einem sehr schlechten baulichen Zustand, die Geräte und Einrichtungen überholungsbedürftig und der Pächter ein Betrüger", fasst Weidler zusammen.


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