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04.04.17 / 16:50

So lange arbeiten Sie im Jahr 2039

Wie viele Stunden in der Woche haben Zahnärzte früher gearbeitet? Wie viele sind es heute und wie viele werden es in der Zukunft sein? Eine kleine Hochrechnung.



Vielleicht stehen Zahnärzte zukünftig weniger Zeit in der Praxis. Spectral Design

Früher war alles besser, sagen Nostalgiker. In Bezug auf die wöchentliche Arbeitszeit werden die meisten Zahnärzte dies wohl nicht bestätigen. Der Blick ins aktuelle Jahrbuch der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung liefert die Daten: Kurz nach der Wende, im Jahr 1992, betrug die wöchentliche Arbeitszeit eines Praxisinhabers im deutschen Durchschnitt 49,4 Stunden. Besonders viel arbeiteten die niedergelassenen Zahnärzte in den neuen Bundesländern - mit durchschnittlich 52, 6 Stunden lag ihre Arbeitszeit um 4 Stunden und 12 Minuten höher als diejenige ihrer West-Kollegen.

Dabei wendeten die Praxisinhaber in Ost- und Westdeutschland rund drei Viertel ihrer Arbeitszeit für die Patientenversorgung auf. 35,8 Stunden pro Woche behandelte ein westdeutscher Zahnarzt im Jahr 1992 durchschnittlich Patienten, in Ostdeutschland betrug die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit 37,9 Stunden. Für die Praxisverwaltung benötigte man insgesamt rund 8 Stunden in der Woche, weitere 5,2 Stunden nahmen sonstige Arbeiten in Anspruch, wie Fortbildungsmaßnahmen oder ein Engagement in der Berufspolitik. 

Zahnärzte arbeiten heute weniger als früher

Und wie ist es heute? Im Jahr 2014 arbeiteten Praxisinhaber rund 3 Stunden weniger pro Woche als kurz nach der Wende - im Durchschnitt 46,7 Stunden. Interessant hierbei ist, dass die Arbeitszeit in den alten Bundesländern nahezu konstant geblieben ist, während sie in den neuen Bundesländern von 52,6 (1992) auf 45,5 (2014) um mehr als 7 Stunden abgenommen hat. Auch in den letzten drei Jahren des Erhebungszeitraums verzeichnete sich in Ostdeutschland noch eine Abnahme um insgesamt eine Stunde, während in den alten Bundesländern in dem gleichen Zeitraum lediglich 12 Minuten weniger gearbeitet wurde.

Kleine Hochrechnung für das Jahr 2039 - ohne Gewähr

Schreibt man die Entwicklung der wöchentlichen Arbeitszeit der letzten 22 Jahre einfach konsequent fort, so würde sich für das Jahr 2039 folgendes Bild ergeben: 

In den neuen Bundesländern würde im Durchschnitt nur noch 38,4 Stunden pro Woche gearbeitet werden.

In den alten Bundesländern wurde in den letzten 22 Jahren jedoch nur 1 Stunde und 24 Minuten weniger gearbeitet - dementsprechend gering wäre die Verminderung: Zahnärzte in den alten Bundesländern würden demnach im Jahr 2039 45,6 Stunden arbeiten. 

Allerdings hat nach der Wende eine Angleichung der Arbeitszeiten der neuen Bundesländer an die alten Bundesländer stattgefunden, der die starke Arbeitszeitabnahme von Zahnärzten aus Ostdeutschland erklärt. Betrachtet man also nur die letzten fünf Jahre, so ergibt sich eine Abnahme der Arbeitszeit von 48 Minuten (alte Bundesländer) bzw. 1 Stunde und 42 Minuten (neue Bundesländer). Rechnet man diese wahrscheinlicheren Werte hoch, so ergibt sich im Jahr 2039 eine wöchentliche Arbeitszeit für westdeutsche Praxisinhaber von 42 Stunden und 36 Minuten. Ostdeutsche Praxisinhaber arbeiten nur noch 38 Wochenstunden.

Quelle: KZBV Jahrbuch 2016


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