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ck
01.08.14 / 12:52

Professorinnen gesucht

In keinem wissenschaftlichen Fach ist der Anteil der Hochschulabsol­ventinnen in den vergangenen zehn Jahren so stark angestiegen wie in der Humanmedizin. Lag die Frauenquote 2002 bei 49 Prozent, kletterte sie bis 2012 auf 65 Prozent. Oben wird die Luft allerdings dünn.



Wie aus der neuen Broschüre "Auf dem Weg zur Gleichstellung? Bildung, Arbeit und Soziales - Unterschiede zwischen Frauen und Männern" des Statistischen Bundesamts hervorgeht, ist der Frauenanteil über alle Fächer in der Veterinärmedizin am höchsten (84 Prozent, vor zehn Jahren lag er bei 77 Prozent), gefolgt von Sprach- und Kultur­wissenschaften (76 Prozent, 2002: 72 Prozent) sowie Kunst und Kunstwissenschaften (66 Prozent, 2002: 64 Prozent).

2012 standen 43.900 Professoren aber insgesamt nur 9.000 Professorinnen gegenüber. "Somit waren 20 Prozent der Professorenstellen an deutschen Hochschulen mit Frauen besetzt. Ein Zehnjahresvergleich der Strukturen zeigt allerdings eine deutliche Veränderung zugunsten der Frauen. Im Jahr 2002 hatte der Anteil lediglich 12 Prozent betragen“, betonte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes.

Weniger Professorinnen als in der Medizin gibt es nur in Mathe, bei den Ingenieuren

In der Humanmedizin gab es 2012 insgesamt 17 Prozent Frauen mit Professorenstellen. Den größten Anteil an Professorinnen gibt es bei den Sprach- und Kulturwissenschaften (35 Prozent), gefolgt von Kunst und Kunstwissenschaften (29 Prozent) und der Veterinärmedizin (24 Prozent). Niedriger als in der Humanmedizin lag der Frauenanteil nur im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften (14 Prozent) und bei den Ingenieurs­wissen­schaften (zehn Prozent).

.. und in der Zahnmedizin

In der Zahnmedizin sind 18 von 146 Professoren Frauen, das sind 12 Prozent. Allerdings enthält die klinische und die klinisch-theoretische Humanmedizin auch die Zahnmedizin, so dass die Statistik hier nicht weiter heruntergebrochen werden kann und die Frauenquote hier vermutlich etwas höher liegt.

Insgesamt zeigt sich an deutschen Hochschulen mit steigendem Qualifikationsniveau eine kontinuierliche Abnahme des Frauenanteils. Während etwa die Hälfte der Studienanfängerinnen und -anfänger und Absolventinnen und Absolventen 2012 weiblich waren, betrug der Anteil der Frauen bei Promotionen nur noch 45 Prozent und bei Habilitationen 27 Prozent. Doch nicht nur an den Unid sind höhere Positionen selten mit Frauen besetzt: Auch in Unternehmen und in der öffentlichen Verwaltung sind Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert. Ihr Anteil lag im Jahr 2012 bei nur 29 Prozent.

Im Durchschnitt 22 Prozent weniger Gehalt

Im Gesundheits- und Sozialwesen sind Frauen zu 54 Prozent in Führungspositionen vertreten. Zu dieser Branche zählen auch alle angestellten Ärztinnen und Ärzte. Insgesamt verdienten Frauen im Jahr 2013 mit einem Bruttostundenverdienst von durchschnittlich 15,56 Euro 22 Prozent weniger als Männer, die 19,84 Euro verdienten. Dieser Unterschied blieb im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Im Gesundheits- und Sozialwesen war der Unterschied mit 25 Prozent noch größer. Hier verdienten Frauen im Durchschnitt 15,78 Euro pro Stunde und Männer 21,03 Euro.


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