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04.04.17 / 12:43

So funktioniert die Selbstverwaltung

Zahnärzte sind Freiberufler, sie müssen für ihre Interessen daher selbst eintreten. In diesem Artikel ist dargestellt, wie sich die zahnärztliche Selbstverwaltung organisiert.



Gerade als junger Zahnarzt ist es wichtig für die eigenen Interessen einzutreten. Production Perig-Fotolia

Ein Sprachrohr bekommen Zahnärzte in Deutschland durch die Zahnärztekammern und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen - auf Landes- und auf Bundesebene.

Die Landeszahnärztekammern:
Da Nordrhein-Westfalen von der Bevölkerungszahl her das größte Bundesland Deutschlands ist, gibt es hier mit Nordrhein und Westfalen-Lippe zwei Kammern. In allen anderen Bundesländern existiert jeweils eine Kammer, so dass es deutschlandweit insgesamt 17 Landeszahnärztekammern gibt. 

Damit die Kammern über ausreichend Mitglieder verfügen und handlungsfähig bleiben, ist eine Mitgliedschaft für jeden praktizierenden Zahnarzt Pflicht. Dafür wird er mit einem passiven und einem aktiven Wahlrecht ausgestattet. Mit dem passiven Wahlrecht hat der Zahnarzt die Möglichkeit einen anderen Standesvertreter zu wählen, mit dem aktiven Wahlrecht kann sich jeder Zahnarzt selbst zur Wahl aufstellen lassen.

Ein Engagement in einer Landeszahnärztekammer ist sinnvoll, wenn man sich für die zahnärztlichen Interessen einsetzen will. Dabei geht es darum, die Kollegen gegebenenfalls an ihre Pflichten zu erinnern, um eine zahnärztliche Qualität zu sichern. Außerdem vermittelt man bei Rechtsstreitigkeiten und kümmert sich um die Aus- und Fortbildung. Man ist also Ansprechpartner bei allen Themen der zahnärztlichen Berufsausübung auf Landesebene.

Die  Bundeszahnärztekammer (BZÄK):
Wenn die Landeszahnärztekammern die Angelegenheit für Zahnärzte auf Landesebene organisieren, dann ist die Bundeszahnärztekammer für die Interessenvertretung auf Bundes- und Internationaler Ebene zuständig. Sie tagt einmal jährlich mit Delegierten aus allen Landeszahnärztekammern.

Ein Engagement in der Bundeszahnärztekammer ist sinnvoll, wenn man sich für Themen interessiert, die auf Bundesebene geregelt werden - wie die Weiterentwicklung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ), die Approbationsordnung oder das Zahnheilkundegesetz. Als Mitglied der Bundeszahnärztekammer koordiniert man die Arbeit der Landeszahnärztekammern und tritt gegenüber der Politik und den Medien für die Interessen der Kollegen ein.

Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV):
Wer zwei Jahre als Assistenz gearbeitet hat, kann sich in eigener Praxis niederlassen. Ofiziell heißt das 'die Zulassung für die Teilnahme an der vertragszahnärztlichen Versorgung beantragen'. Wird man zur vertragszahnärztlichen Versorgung zugelassen, darf man gesetzlich versicherte Patienten behandeln und wird von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung vertreten. Diese sind wie die Landeszahnärztekammern in 17 Regionen organisiert.

Als Mitglied der Kassenzahnärztlichen Vereinigung tritt man für die Interessen kassenzahnärztlicher Vertragszahnärzte ein und wird zu einem Experten in Sachen Abrechnung im Bereich der vertragszahnärztlichen Versorgung.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV):
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KZBV) vertritt die Belange der Kassenärztlichen Vereinigungen auf Bundesebene. Sie ist Vertragspartner der Spitzenverbände der Krankenkasse.

Hier kann man sich engagieren, wenn man an der Aushandlung von Richtlinien für die vertragszahnärztliche Versorgung mit den Krankenkassen interessiert ist.


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