mg
21.08.17 / 06:00

Steuern sparen für Studenten

Die meisten machen sich vor und während des Studiums keinen Kopf um Steuern. Sollten sie aber, vor allen Dingen, weil sich die steuerliche Situation in den vergangenen Jahren erheblich verändert hat.



Cornelia Metzing, Steuerberaterin, Rechtsanwältin und vereidigte Buchprüferin aus der Abteilung Steuern und Rechnungslegung bei der Bundessteuerberaterkammer in Berlin, erklärt, was sich in den letzten Jahren geändert hat und worauf künftig zu achten ist.
 
Frau Metzing, welche Aufwendungen können im Rahmen eines Studiums abgezogen werden? 
Cornelia Metzing: Im Rahmen einer Erstausbildung, zum Beispiel eines Studiums, sind die Kosten, wie Fahrtkosten zur Universität, Kosten für Fachbücher, fachliche Exkursionen usw., abzugsfähig, jedoch nur im Rahmen des begrenzten Sonderausgabenabzugs. Danach sind Aufwendungen für die eigene Berufsausbildung bis zu 6.000 Euro im Kalenderjahr zu berücksichtigen. Ein Sonderausgabenabzug setzt jedoch voraus, dass in dem Jahr ein Einkommen, von dem diese Sonderausgaben abgezogen werden könnten, erzielt worden ist. Sonderausgaben sind nur im Jahr ihres Anfallens abzugsfähig.
 
Warum ist ein steuerlicher Verlustvortrag günstiger?
Anders als Sonderausgaben können die oben genannten Kosten bei einer Zweitausbildung, zum Beispiel einem Zweitstudium, als Werbungskosten geltend gemacht werden. Sofern diese höher sind als die erzielten Einnahmen können die dann entstehenden Verlustvorträge auf Jahre, in denen der ehemalige Student bereits berufstätig ist und ein Einkommen erzielt, vorgetragen und verrechnet werden.

 
Wie  funktioniert das steuerliche Übertragen von Kosten auf Folgejahre?
Ein Verlustvortrag wird vom Finanzamt auf Antrag von Amts wegen festgestellt. Hierzu erhält man einen gesonderten Bescheid. In dem Jahr, in dem man die Verluste geltend machen will, muss man auf der ersten Seite des Mantelbogens der Steuerformulare ganz oben nur „Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags“ ankreuzen. Das Finanzamt verrechnet dann, soweit möglich, den bestehenden Verlustvortrag mit den aktuellen Einkünften. 

Was müssen Studierende bei der Steuererklärung beachten?
Wenn man Aufwendungen geltend machen will, die die Steuerlast mindern, hat man dafür immer eine Nachweispflicht. Ein Student muss also beweisen können, dass er diese Aufwendungen auch tatsächlich getätigt hat und das bedeutet immer: Belege sammeln.


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