lh
10.08.17 / 16:57

Studi-Essen: Dosen-Ravioli ist out

Mensa-Essen, Fertigpizza, Chipse oder doch irgendwie selber kochen? In der Studie "Fachkraft 2020" wurden die Ernährungsgewohnheiten von Studenten untersucht. Ergebnis: Nicht jedes Klischee stimmt.



Fast 19.000 Studierende, Exmatrikulierte und Schüler aus Deutschland wurden im Rahmen der diesjährigen „Fachkraft 2020“-Studie zu ihren Essgewohnheiten befragt. Durchgeführt wurde die Umfrage von der Maastricht University und dem Beratungsunternehmen Constata im Auftrag der takeyoursweets Süßigkeiten GmbH. Ziel war, vorherrschende Meinungen über Ernährungsgewohnheiten und -trends einer jüngeren Generation zu überprüfen. 

Auch Chinanudeln sind Klischee

Die Studienergebnisse räumen mit vielen Vorurteilen auf. Etwa mit dem, dass Studenten sich gerne von Fertigpizza, Ravioli aus der Dose und Chinanudeln ernähren. Insgesamt 82 Prozent der befragten Studentinnen und Studenten gaben nämlich an, mehrmals pro Woche oder sogar täglich selbst zu kochen. Damit kochen sie öfter als die durchschnittlichen Deutschen, von denen sich nur 72 Prozent zwei- bis dreimal pro Woche oder fast täglich an den Herd stellen.

Auch der Lieferservice wird - entgegen des Klischees - nur von einem Bruchteil, nämlich von 3,2 Prozent, der befragten Studenten häufig genutzt. Wobei hier Männer wesentlich häufiger den Bestellungen durchgeben als ihre Kommilitoninnen: 4,9 Prozent von ihnen gaben an, regelmäßig Lieferdienste zu beauftragen, bei den Frauen waren es nur 2,1 Prozent. Auch Fertiggerichte kommen bei Männern doppelt so oft auf den Tisch. 25,3 Prozent der Studenten sagten, dass sie häufig Fertiggerichte kochen (vs. 12,8 Prozent bei den Studentinnen).

Nerds lieben Fertigpizza

Auch die Einflüsse des Lebensstils auf die Essgewohnheiten wurden bei der Befragung berücksichtigt. „Welche der folgenden Aspekte haben in Ihrer Freizeit den höchsten Stellenwert?“, wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefragt. Zur Auswahl gab es die Lebensstil-Typologien Sport/Bewegung, Ernährung/Kochen, Weiterbildung/Lesen, Party/Ausgehen, Internet/Games und Shoppen/Lifestyle.

Dabei zeigte sich erwartungsgemäß, dass Studierende mit dem Interessenschwerpunkt Ernährung/Kochen am häufigsten selbst kochten. Die, die das Internet/Games die Priorität eins einräumten, bedienten auch ein ihnen gerne nachgesagtes Klischee: Sie hatten den höchsten Konsum von Fertiggerichten. Jeder dritte Befragte (33,1 Prozent) gab an, täglich oder mehrmals die Woche Fertiggerichte zuzubereiten.

An Lebensmitteln wird am meisten Gemüse und Salat (87,1 Prozent) bzw. Obst (85,3 Prozent) gegessen. Fisch und Meeresfrüchte werden mit rund 16,4 Prozent am seltensten verzehrt. Dabei essen Studentinnen häufiger Gemüse und Salat bzw. Obst als Studenten (Gemüse: 91,5 Prozent vs. 81,3 Prozent; Obst: 88,5 Prozent vs. 81,2 Prozent). Aber nicht nur bei gesundem Essen liegen die Studentinnen vorn.

Mann ist Fleisch

Auch wenn es um Süßigkeiten geht, erreichen Frauen höhere Prozentwerte als ihre Kommilitonen. So sagten zwei von drei Studentinnen, dass sie häufig Süßes essen (64,8 Prozent). Bei den Männern waren es nur 49,3 Prozent. Besonders beliebt bei den Frauen ist Schokolade: 46,6 Prozent gaben an, mehrmals in der Woche oder täglich Schokolade zu essen, bei den Männern waren es nur 29,1 Prozent. Dafür essen Studenten mehr Fleisch (73,7 Prozent) und Fisch/Meeresfrüchte (21,3 Prozent) als Studentinnen (53,4 Prozent bzw. 12,7 Prozent).

Nicht mehr im Campustrend liegen übrigens Bonbons/Lollis und Marzipan/Pralinen. Sie wurden nur von 5,7 Prozent bzw. 2,9 Prozent der Befragten regelmäßig verzehrt.

Hier geht es zur Studie: takeyoursweets.de


Mehr zum Thema


Kommentare

Leserkommentare (0)

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können