Universität Leipzig, Pressestelle, Autor: Waltraud Grubitzsch
Julian Thiel
26.06.13 / 13:40

Studium für alle

Das Medizinstudium gehört zu den beliebtesten, aber auch zu den schwierigsten Studiengängen in Deutschland. Studienberater Patrick Ruthven-Murray stellt in seinem Buch erfolgreiche Wege in die Humanmedizin vor.



"Jeder Abiturient kann Medizin studieren, auch du!“ Mit dieser Verheißung macht Autor Patrick Ruthven-Murray auf seinen Ratgeber "Erfolgreich zum Medizinstudium“ aufmerksam. Er selbst ist allerdings kein Mediziner, sondern Betriebswirt. Zweifel darüber, wie ausgerechnet ein Ökonom den erfolgreichen Weg in ein Medizinstudium weisen soll, zerstreut er schnell.

Wissen, was man will

Seit fast zehn Jahren ist Ruthven-Murray als privater Studienberater tätig und praktiziert nach eigenen Angaben vollkommen unabhängig. Während dieser Zeit hat er viel Erfahrung gesammelt. "Erfahrung, die ich weitergeben will", betont der Autor. Zu Beginn seines Buchs beschreibt er zunächst Aufbau und Ablauf des Medizinstudiums und geht sinniger Weise auch verstärkt auf die Gründe ein, weshalb man sich für ein Medizinstudium entscheidet.

Ein hohes Einkommen oder gesellschaftliche Anerkennung sollten nicht die Motivation für ein Studium sein. Wichtig ist laut Ruthven-Murray vor allem, sich darüber im Klaren zu sein, dass ein Medizinstudium ein naturwissenschaftliches Studium ist und dass der Berufswunsch des Mediziners unbedingt mit hoher Bereitschaft zum sozialen Engagement einhergehen sollte.

Nicht totzukriegende Gerüchte

35 Medizinstudiengänge an deutschen öffentlichen Hochschulen gibt es. Sie werden alphabetisch aufgelistet und hinsichtlich der Zulassungsbedingungen analysiert. Sehr aufschlussreich ist hier der Abschnitt "Märchen und Mythen zum Bewerbungsverfahren in Deutschland“, in dem Ruthven-Murray Mythos und Wahrheit gegenüberstellt. Hier räumt er "nicht totzukriegenden Gerüchte" aus, wie die Behauptung, dass sich die Abiturnote automatisch pro Wartesemester um 0,1 Punkt verbessert. Ruthven-Murray: "Wahr ist: Abiturnote und Wartezeit werden immer unabhängig voneinander betrachtet und in keinem Fall miteinander verrechnet."

Wenn die Noten für ein Studium an einer öffentlichen deutschen Hochschule nicht gut genug sind, rät Ruthven-Murray dazu, über alternative Wege ins Medizinstudium nachzudenken. Möglichkeiten dazu bieten Privatuniversitäten, die Bundeswehr oder Unis im Ausland. Österreich zählt aufgrund Sprache und NC-Befreiung zu den Favouriten. Doch auch in Ungarn werden deutschsprachige Studiengänge angeboten.

Viele europäische Länder führen günstige Angebote an privaten Hochschulen. Ruthven-Murray warnt jedoch vor falschen Illusionen: Studienplätze an attraktiven Studienstandorten seien immer schwer zu erhalten. Das bedeute im Umkehrschluss: "Je unattraktiver der Standort ist und je höher die Studiengebühren sind, desto einfacher ist es dort, einen Studienplatz zu erhalten."

Fair und realistisch

Ruthven-Murray schließt seinen Ratgeber mit einer Entscheidungshilfe-Tabelle ab. Die zeigt nochmal auf einen Blick, welche Erfolgschancen und Handlungsoptionen bei entsprechenden Abiturnoten möglich sind. Hierbei spricht er seine Zielgruppe, wie schon im gesamten Buch, direkt und persönlich an und zeigt sich fair und realistisch in der Beratung.


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