Universität Ulm/Püschel
sf
05.02.14 / 16:00

Ulm hat eine neue dentale Simulationsklinik

Geschafft! Nach gut zweijähriger Planungs- und Umbauphase kann die Universitätsmedizin Ulm eine der modernsten dentalen Simulationskliniken in Deutschland vorweisen.



Künftig werden auf dem Oberen Eselsberg die Zahnmedizinstudenten auch komplexeste klinische Behandlungsabläufe unter realitätsnahen Bedingungen zeitgemäß üben können.

Medizintechnik der neuesten Generation

"Wir freuen uns, dass wir unseren Studierenden nun eine Simulationsklinik anbieten können, in der unter anderem modernste IT-Technologie inklusive Live-Demonstrationen mittels Videotechnik und computergestützter Herstellung von Zahnersatz genauso selbstverständlich sind, wie eine ergonomische vierhändige Arbeitsweise von Zahnarzt und Assistenz", betonen die Ärztlichen Direktoren der Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie und der Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Prof. Dr. Bernd Haller und Prof. Dr. Ralph G. Luthardt. "Davon profitieren nicht nur unsere Studierenden, sondern zukünftig auch Patienten.“ 

Haller skizziert einen wichtigen Grundgedanken: „Im Mittelpunkt der Ausbildung unserer Studierenden steht die Vorbereitung auf eine ebenso kompetente wie moderne Patientenbehandlung. Medizintechnik der neuesten Generation, die klinische Behandlungsabläufe unter realitätsnahen Bedingungen realisieren hilft, ist vor diesem Hintergrund ein elementarer Baustein, der sich mit der neugestalteten Simulationsklinik nun nahtlos in unser Gesamtkonzept von Forschung und Lehre einfügt.“

Intensives Training der Auge-Hand-Koordination

Was leistet die Simulationsklinik? Bevor sie einen „echten Patienten“ behandeln, müssen Studierende des ersten bis sechsten Semesters bekanntlich am Phantom abarbeiten. „Darunter ist die Hightech-Nachbildung eines menschlichen Kopfes zu verstehen, der unseren Studierenden die Möglichkeit gibt, in aller Ruhe und somit sehr gründlich die Auge-Hand-Koordination zu trainieren. Wir können nun generell alle nur erdenklichen zahnmedizinischen Aufgabenstellungen simulieren“, erläutert Dr. Gudrun Würth. Sie ist Oberärztin in der Klinik für Zahnärztliche Prothetik und koordinierte während des Umbaus die Neugestaltung der Simulationsklinik.

Simulationskopf: Zahnmedizinstudenten haben in Deutschland allerbeste Lernbedingungen. Nicht nur in Ulm. Universität Ulm/Püschel

Ein supermodernes Lernumfeld...

Würth nennt zm-online die konkreten technischen Neuerungen: 42 modernste Simulations‐Arbeitsplätze wurden eingerichtet, mit Arzt‐ und Assistenzelement für Rechts‐ und Linkshandbetrieb, teilweise ausgestattet mit OP‐Mikroskopen. Zudem ist jetzt ein Masterplatz mit OP‐Mikroskop und integrierter Kamera vorhanden. Außerdem gibt es Wirth zufolge 36 Laborplätze mit Zentralabsaugung, teilweise Ausstattung mit Laborturbinen und Auflichtmikroskopen sowie ein Digestorium für die Kunststoffverarbeitung.

...mit pädagogischem Kommunikationsnetzwerk

Ein pädagogisches Kommunikationsnetzwerk ermöglicht Live‐Demonstrationen mittels Videotechnik. Die Studentenarbeitsplätze können gruppenweise zugeschaltet werden. Zudem könnten Lehrvideos erstellt und  Lehrfilmen an allen Plätzen nach Bedarf aufgerufen und abgespielt werden.

Präparierte Zähne werden dann vor Ort gescannt und digitalisiert. Ebenfalls integriert wurde die computergestütze Herstellung von Zahnersatz und eine unabhängige Kontrolle von Übungserfolgen mittels prepCheck, sowie digitales Röntgen. Hand‐ und Winkelstücke werden gegen eine Leihgebühr zur Verfügung gestellt.

Wirth: "Eine vergleichbare Ausstattung ist mir bundesweit nicht bekannt." Die Finanzierung der Simulationsklinik erfolgte über die Medizinische Fakultät. Insgesamt kostete der Neubau laut Universitätsklinikum 3,7 Millionen Euro. Davon fielen rund 1,7 Millionen Euro auf die Baumaßnahmen und 2 Millionen Euro auf die Ausstattung.

Das Ende einer Ära: Gerade noch zeitgemäß und trotzdem veraltet. Der Saal vor dem Umbau. Uni Ulm/Püschel

Endlich vorbei: die Suche nach Ersatzteilen

Die Professoren Haller und Luthardt freuen sich nun auf die Arbeit mit ihren Studierenden in der neuen Simulationsklinik: „Die alte Ausstattung wurde fast drei Jahrzehnte genutzt. Vor diesem Hintergrund war es in der Vergangenheit nicht immer einfach, noch Ersatzteile zu bekommen. Ganz abgesehen von Fragen der Arbeitsökonomie und des E-Learning, für die es einfach keine zufriedenstellenden Lösungen mehr gab“, so Haller.

Und für Luthardt steht fest: „Der nun erreichte höchstmögliche Standard bedeutet auch, dass wir den Anforderungen der neuen Approbationsordnung für Zahnärzte weiterhin problemlos gerecht werden können. Ganz abgesehen davon ist unser gemeinsames Konzept einer klinikübergreifenden Nutzung eine wichtige Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft.“

Tag der offenen Tür

Für den November ist der Klinik zufolge ein Studientag geplant. Dann haben Schüler die Möglichkeit, sich über das Studium Zahnmedizin an der Universität Ulm zu informieren. Im Rahmen von Führungen werden die dentale Behandlungssimulationklinik und die Laboreinrichtungen vorgestellt.


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