Seminare, Lehrgänge, Fortbildungen
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31.03.2017
Praxismanagement

Kindeswohlgefährdung und häusliche Gewalt bei Erwachsenen - Was kann der Zahnarzt, was kann die Mitarbeiterin tun?

24106 Kiel

Termin: 31.03.2017, 14:00 Uhr - 18:00 Uhr
Referent: Prof. Dr. Britta bockholdt, Greifswald
Ort: Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, Westring 496, 24106 Kiel
CME-Punkte: 4
Kursnummer: 17-01-098
Kosten: 120 €

Auskunft & Anmeldung:

Westring 496, 24106 Kiel
Tel.: 0431/26 09 26-80
Fax.: 0431/26 09 26-15

Verletzungen im orofacialen Bereich bei Kindern und Erwachsenen können verschiedene Ursachen haben und im Rahmen sehr unterschiedlicher Umstände entstehen. Kindeswohlgefährdung bzw. fremde Gewalteinwirkung kann dabei ebenso eine Rolle spielen wie Unfallgeschehen. Der Zahnarzt ist in der besonderen Situation, die Kopf- und Gesichtsregion unter sehr guten Bedingungen zu sehen und die Mundhöhle einschließlich der Zähne naturgemäß höchst qualifiziert zu untersuchen. Ein Großteil von Misshandlungsspuren finden sich im Gesichts-und Mundbereich sowie an den Zähnen. Neben Riss-Quetschwunden, Hämatomen, Zahnverletzungen oder Knochenbrüchen als Folgen stumpfer Gewalteinwirkungen können aber auch petechiale Blutungen eine besondere Rolle spielen. Theoretische Grundlagen und die gesetzlichen Voraussetzungen werden im Vorlesungsteil besprochen. Um die Formen der entsprechenden Einwirkung überhaupt zu differenzieren, müssen einige wundmorphologische Kenntnisse vorliegen, auf die in dem Seminar eingegangen wird. Vorhandene Misshandlungsfolgen als solche auch zu erkennen, kann bei bestimmten Verletzungen und Befunden schwierig sein. Dennoch gibt es ziemlich eindeutige Befunde, die auf Gewalteinwirkung von fremder Hand hinweisen und die der Zahnarzt erkennen kann. Die Frage nach Vernachlässigung bei Kindern bei schlechter Mundhygiene ist generell ein Problem, mit dem sich der Zahnarzt auseinandersetzen muss. Nach dem Erkennen von Verletzungsbildern stellt sich die Frage nach der korrekten Dokumentation und auch die nach den Verhaltensstrategien in solch einer besonderen Situation bei Kindern und bei Erwachsenen. Neben der Beachtung der zahnärztlichen Schweigepflicht muss auch die weitere Vorgehensweise stets genau überlegt werden. Im Seminar werden Verletzungen im Gesichts- und Kopfbereich sowie in der Mundhöhle gezeigt und ihre Entstehung sowie stets die Differentialdiagnose "Misshandlungsfolge" besprochen. Entscheidend sind auch die Verhaltensstrategien und die Vorgehensweise, wenn eine Kindeswohlgefährdung sicher ist oder der Verdacht darauf besteht. Hier muss der Zahnarzt die möglichen praktikablen Wege, die er gehen kann, genau kennen. Am Ende des Seminars wird für den Zahnarzt mehr Sicherheit in der Erkennbarkeit von Verletzungen durch fremde Hand bestehen und der Zahnarzt wird in der Lage sein, unter Beachtung seines vertrauensvollen Verhältnisses Entscheidungen zum Schutz des Kindes oder der Erwachsenen zu treffen.

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