Termin: 24.05.2013, 14:00 - 19:00 Uhr
Referent: Moderator: Prof. Dr. Michael Hülsmann
Ort: Philipp-Pfaff-Institut, Aßmannshauser Str. 4-6, 14197 Berlin
CME-Punkte: 99
Kursnummer: 4036.5
Kosten: 3.495,- €
Auskunft & Anmeldung:
Philipp-Pfaff-Institut
Aßmannshauser Str. 4-6, 14197 Berlin
E-Mail: sandra.bohm@pfaff-berlin.de
Tel.: 030 4147250
Fax.: 030 4148967
Das Curriculum soll den Teilnehmern einen Überblick über die Grundlagen und den aktuellen Stand der Endodontologie vermitteln. Es wird Ihnen dabei helfen, ein eigenes, wissenschaftlich fundiertes und biologisch orientiertes Therapiekonzept zu entwickeln. Es werden eine Vielzahl von Instrumenten, Techniken und Materialien vorgestellt sowie kritisch diskutiert, um den Teilnehmern Leitlinien zur Bewertung und Auswahl an die Hand zu geben.Die Teilnehmer sollen in die Lage versetzt werden, den Schwierigkeitsgrad auch komplexer Fälle einzuschätzen, potentielle Probleme rechtzeitig zu erkennen, nach Möglichkeit zu vermeiden, bei Eintritt aber adäquat zu managen sowie ihr Behandlungsspektrum schrittweise auszuweiten. Zugleich soll die Fähigkeit zur Vorstellung und (selbst-)kritischen kollegialen Diskussion klinischer Fälle geschult werden.
Teil 1 24./25.05.2013 (Prof. Hülsmann, Prof. Schäfer)
Einführung in das Curriculum
• Grundlagen der Endodontie
• Ziele, Konzepte, Richtlinien der Endodontie
• Pathologie der Pulpa und des apikalen Parodontes,
• Fallselektion
• Systemische Aspekte der Endodontie
• Zugangskavität
• Belassen oder Entfernung vorhandener Restaurationen?
• Vorbereitung des Zahnes: Aufbaufüllung und Kofferdam
• Anatomie der Zähne und Präparation der Zugangskavitäten
• Einsatz von Gates-Glidden-Bohrern und Ultraschallsystemen
• Auffinden zusätzlicher Kanalsysteme
• Identifikation und Darstellung des mb2 an Oberkiefermolaren
• Wie erstelle ich eine Fallpräsentation?
Praktische Übungen zur Präparation der Zugangskavität unter dem
Dentalmikroskop, Kofferdam (Einzelzahntechnik), Darstellung des mb2 am OK-Molaren
Teil 2 14./15.06.2013 (Prof. Schäfer)
Manuelle Präparation
Diagnostik und Differenzialdiagnostik, Differenzialtherapie (Implantate, Apikalchirurgie etc.), Vitalerhaltung der Pulpa: Indikation, Techniken und Prognose, Schmerzbehandlung, Bestimmung der Arbeitslänge, Grundsätze der Präparation, Instrumentenkunde (manuelle Wurzelkanalinstrumente), Endobox, Sterilisation, Manuelle Aufbereitungstechniken, Probleme der Präparation Praktische Übungen zur manuellen Präparation
Teil 3 23./24.08.2013 (Prof. Hülsmann, Prof. Attin)
Maschinelle Präparation mit NiTi-Instrumenten
Anforderungen an Präparationstechniken und -systeme: Reinigungswirkung, Formgebung, Arbeitssicherheit
• Materialeigenschaften von NiTi-Instrumenten
• Unterschiede im Design von NiTi-Instrumenten: Taper, Instrumentenspitze, Schneidengeometrie, Querschnittsgeometrie
• Vorstellung unterschiedlicher Systeme und ihrer Eigenschaften
• Systematik und Vorteile der Crown-Down-Technik
• Standard- und Single length-Technik
• Instrumentenfrakturen: Inzidenz, Ursachen und Prävention
• Bedeutung der Torque-Kontrolle zur Bruchminimierung
• Antriebssysteme für die maschinelle NiTi-Präparation
• Möglichkeiten und Grenzen der NiTi-Präparation
• Wie gut ist die NiTi-Präparation: Reinigungswirkung, Formgebung, Arbeitssicherheit, Zeitersparnis, klinische Erfolgsquote? Ein Blick in die Literatur
• Desinfektion des Wurzelkanalsystems
• Mikrobiologische Grundlagen
• Anforderungen an die Desinfektion in der Endodontie
• Spüllösungen: Eigenschaften und Probleme
• Die Bedeutung von NaOCl, CHX, EDTA in aktuellen Desinfektionskonzepten
• Spültechniken
• Neue Hilfsmittel zur Spülung (RinsEndo, EndoActiator, RoekoBrush u. ä.)
• Laser, Ozon und photodynamische Desinfektion
• Die passive Ultraschallspülung (PUI)
• Wechselwirkungen zwischen Spüllösungen
• Spülzwischenfälle
• Die medikamentöse Einlage: wann, warum und womit?
• Ein- oder mehrzeitige Wurzelkanalbehandlung
Praktische Übungen zur maschinellen Präparation mit versch. NiTi-Systemen (Flex-Master, ProTaper, Mtwo,…) und zur Ultraschallspülung
Teil 4 20./21.09.2013 (Dr. Georgi)
Wurzelkanalfüllung
Füllmaterialien: Zusammensetzung und Eigenschaften, Guttapercha, Sealer, Stiftsysteme (Thermafil, Silberstifte), Resilon Warme und kalte Fülltechniken, Stifttechniken, Probleme der WKF, Voraussetzungen für die Obturation, Zeitpunkt der Obturation, Vorbereitungen zur Obturation, Step-by-Step: Laterale Kondensation, Step-by-Step: warme vertikale Kondensation, Probleme bei der Obturation und ihr Management, Vor- und Nachteile unterschiedlicher Füllltechniken Praktische Übungen zur lateralen und vertikalen Kondensation unter dem Dentalmikroskop
Teil 5 01./02.11.2013
Teil 5.1 (Dr. Petschler)
Apikale Chirurgie
Indikationen und Kontraindikationen, Fallauswahl und Diagnostik, Erfolgskriterien, Anästhesie, Lappendesign: Techniken, Vor- und Nachteile unterschiedlicher Designs, Technik der retrograden Präparation, Einsatz von Ultraschall, Techniken und Materialien zur retrograden Obturation (MTA), Nahttechniken und -materialien, Probleme und Prognose apikalchirurgischer Maßnahmen Praktische Übungen unter dem Dentalmikroskop zur retrograden Ultraschallpräparation und Handhabung der unterschiedlichen Verschlussmaterialen
Teil 5.2 (Dr. Otte)
Abrechnung endodontischer Leistungen
• GKV-Behandlungsrichtlinien
• Was ist zu beachten?
• Wann BEMA - wann GOZ?
• Endodontische Leistungen berechnet nach:
• BEMA
• GOZ
• Zuzahlungsverbot in der GKV
• Außervertragliche Leistungen
• Berechnung von Materialien
• Fallbeispiele
Teil 5.3 (Dr. Krastl)
Zahntrauma: Biologie berücksichtigen, Ästhetik wiederherstellen
Während in der Vergangenheit das Zahntrauma von restaurativen Aspekten geprägt war, fokussiert eine moderne biologisch orientierte, evidenzbasierte Traumatologie auf die Förderung der Wundheilungsvorgänge. Zellphysiologische Lagerungsmedien, Tetrazykline, Steroide, Schmelz-Matrix-Proteine, biokompatible sowie biomimetische Materialien sind einzelne Puzzleteilchen die sich zu neuen Therapiekonzepten ergänzen und in komplexen Fällen über Zahnerhalt oder -Verlust entscheiden. Bei Kindern gilt es negative Auswirkungen auf das Kieferwachstum zu vermeiden und der noch hohen Lebenserwartung der Patienten Rechnung zu tragen.
Inhalte:
• Erstversorgung: welche Materialien brauche ich in der Praxis?
• Therapie nach Zahnfraktur: Fragment ankleben, Komposit oder doch Vollkeramik?
• Kronenfrakturen mit Wurzelbeteiligung: Kronenverlängerung, Extrusion oder intentionelle Replantation?
• Wurzelquerfraktur: warum solche Zähne meistens problemlos langfristig erhalten werden können...
• Heilungsvorgänge beeinflussen bei Dislokationsverletzungen: Emdogain, Kortison oder Tetrazyklin? Oder alles zusammen?
• Endo bei weit offenem Apex: Was kann MTA, wie wird es verwendet?
• Spätfolgen nach Trauma managen: gibt es überhaupt „hoffnungslose“ Fälle?
• Umgang mit infektionsbedingten Resorptionen: welche Einlage?
• Umgang mit ankylosierten Zähnen: kann man die Situation so belassen?
• Traumatische Zahnverfärbungen: wie und mit was bleichen?
Teil 6 06./07.12.2013 (Prof. Hülsmann)
Revisionen
Häufigkeit und Ursachen des endodontischen Misserfolgs, Indikation und Entscheidungshilfen: keine Therapie/Revision/WSR/Extraktion? Mikrobiologie (Spezielle Keimflora bei endod. Misserfolgen), Konzepte und Techniken, Entfernung von Stiften und Stiftaufbauten, Entfernung von: Guttapercha, Silberstiften, Pastenfüllungen, Zementfüllungen, frakturierter Instrumente, Desinfektionsprotokoll bei endod. Misserfolgen, Problemmanagement, Prognose/Erfolgsquoten in Abhängigkeit unterschiedlicher Voraussetzungen (Erfolgsquoten auch im Vergleich zu Alternativbehandlungen), Bleichen endodontisch behandelter Zähne Praktische Übungen zur Revision der Wurzelfüllungen des vorigen Moduls mit manuellen und maschinellen Techniken
Zertifizierungsgespräche (Prof. Hülsmann)
• Falldarstellungen und kollegiales Fachgespräch
Übergabe der Zertifikate