Der Zahnarzt im
Coaching Die Ziele im Visier |
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16. Mai
2009 - Erfolg haben bedeutet, Ziele zu erreichen. Entscheidend dabei
ist, Ziele realistisch, konkret und planbar zu
Unternehmer, Berater, Coach und Dienstleister - die Rolle der Praxisinhaber über die Behandlertätigkeit hinaus wird immer facettenreicher. Die wenigsten Zahnärzte können all diesen Anforderungen an ihre Persönlichkeit gleichermaßen gerecht werden - im Gegenteil: Stress, Überforderung und manchmal auch Resignation sind häufige Reaktionen, die den Zahnarzt in der Weiterentwicklung seiner Praxis lähmen. Ein möglicher Ausweg aus dieser Situation kann die externe Hilfe durch einen professionellen Coach sein. Jedes Coaching beginnt mit der Zielformulierung. Ein heterogenes Bild Eine bundesweite Befragung bei über 1 200 Praxen im Sommer 2007 zum Bedarf externer Hilfeleistungen durch eine Unternehmensberatung für Zahnärzte lieferte ein sehr heterogenes Bild. Dennoch sieht der Ansatz für alle
weiterführenden Lösungen in den meisten Fällen ebenso einfach
wie effektiv aus.Erfolgreich zu sein, bedeutet, Ziele zu erreichen. Die Befragung der Zahnärzte zeigte, dass die Motivation, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen, verschiedene Beweggründe umfasst. Nach Kategorien geordnet, ergeben die Antworten auf die Frage "Welche Ziele haben Sie bewogen, die Beratung [ ] in Anspruch zu nehmen?" folgendes Bild: Schon hier fällt auf, dass es kein allein vorherrschendes Ziel gibt, das alle befragten Zahnärzte beschäftigt. Dennoch lassen sich einige Trends erkennen: Die Realisierung einer modernen Zahnmedizin, Teammotivation und wirtschaftlicher Erfolg liegen als dominierende Themen nahezu gleichauf. Überraschend ist dabei sicherlich, dass der wirtschaftliche Erfolg dem Zahnarzt zwar wichtig ist, aber nicht an erster Stelle steht, wie auch der vergleichsweise hohe Anteil derer, die ihr Team weiterentwickeln möchten. Teilweise ist der Übergang zwischen den einzelnen Kategorien fließend, teilweise bedingen die einzelnen Ziele einander: Zum Beispiel ist die Realisierung einer modernen Zahnmedizin sicherlich eng verknüpft mit wirtschaftlichem Erfolg und persönlicher Lebensqualität, und eine gute Praxisorganisation sorgt gleichzeitig für ein motiviertes Team und zufriedene Patienten. Realisierung der modernen Zahnmedizin Welcher Zahnarzt wünscht sich nicht, in der eigenen Praxis seine Vorstellungen einer modernen und zeitgemäßen Zahnmedizin umzusetzen? Dass hier in den letzten Jahren ein Paradigmenwechsel von einer rein restaurativen zu einer präventiv-ästhetischen Zahnmedizin stattfindet, belegen auch die Antworten der Befragten: 44,7 Prozent der Antworten entfallen auf den Ausbau der Prophylaxe, 34,2 Prozent auf den Ausbau der Privatleistungen. Die Beweggründe der Zahnärzte
dafür sind sicherlich unterschiedlicher Natur: Sowohl die fachliche
Überzeugung, dass Prophylaxe und hochwertige Privatleistungen für
eine zeitgemäße zahnmedizinische Versorgung unabdingbar sind, als
auch die finanzielle Komponente dürften hier eine Rolle spielen. Teamführung und -entwicklung Was wäre ein Zahnarzt ohne Team? - Immer mehr Zahnärzte erkennen den Stellenwert, den ein motiviertes und eigenverantwortlich arbeitendes Team für die Zahnarztpraxis heute hat. Dass es bei der Entwicklung eines solchen Teams mehrere "Baustellen" gibt, zeigt auch die Umfrage, deren Ergebnisse sehr heterogen ausfallen: 35,3 Prozent der Antworten umfassen eine bessere Teamzusammenarbeit und -kommunikation, 23,5 Prozent die Weiterqualifikation des Teams, je 11,8 Prozent die Mitarbeiterführung beziehungsweise die Verstärkung des Teams durch qualifizierte Mitarbeiterinnen. Wirtschaftlicher Erfolg Wirtschaftlicher Erfolg sichert sowohl den Lebensstandard des Zahnarztes als auch die Existenz seiner Praxis. Darüber hinaus sorgt er für den finanziellen Spielraum, der für die Weiterentwicklung der Praxis notwendig ist. In
der Umfrage beziehen sich 60 Prozent der Antworten auf klassische
betriebswirtschaftliche Kennzahlen: Steigerung des Umsatzes (36,7 Prozent) und
des Gewinns (23,3 Prozent). Auffällig sind auch weitere 30 Prozent der
Antworten, die darauf hindeuten, dass sich die jeweilige Praxis in einer eher
angespannten wirtschaftlichen Lage befindet: Verbesserung der wirtschaftlichen
Situation (16,7 Prozent), Existenzsicherung (10,0 Prozent) und
Liquiditätssicherung (3,3 Prozent). Service für mehr als zufriedene Patienten Zufriedene Patienten sind eine wichtige Voraussetzung für Spaß an der eigenen Arbeit: Zahnarzt und Team können aus dem Lob eines Patienten enorme Motivation schöpfen. Kein Wunder also, dass auch eine hohe Patientenzufriedenheit zu den Zielen vieler Zahnärzte gehört: Fast die Hälfte (48,0 Prozent) aller Antworten, die in diese Kategorie fallen, bezieht sich auf die Verbesserung der Patientenkommunikation, gefolgt vom Ausbau der Patientenbetreuung (24,0 Prozent) und der Patientenbindung (12,0 Prozent). Die eigene Lebensqualität Wenn auch die Zufriedenheit und Lebensqualität des Zahnarztes bei den Nennungen der Antworten nicht an erster Stelle stehen, spielt sie doch für viele Praxisinhaber bei der Weiterentwicklung ihrer Praxis eine wichtige Rolle: Nur wer mit sich selbst und seinem Leben zufrieden ist, findet die notwendige Kraft und Energie, sich aktiv mit der Entwicklung seiner Praxis zu befassen. Und dass jede Zahnärztin und jeder Zahnarzt anders ist, belegt die Vielfalt der Antworten: mehr Freizeit (23,5 Prozent), mehr Unabhängigkeit von der Gesundheitspolitik, Steigerung der Lebensqualität und Zufriedenheit im Beruf (je 17,6 Prozent), Reduzierung der Doppelbelastung Familie/Beruf (11,8 Prozent) Umsetzung eigener Ideen (5,9 Prozent)
Optimierte Organisation Eine reibungslos funktionierende Praxis sorgt für eine entspannte Arbeitsatmosphäre, ein motiviertes Team und zufriedene Patienten. Die Zahnärzte, deren Antworten in diese Kategorie fallen, nennen zu 73,3 Prozent ohne jede weitere Spezifikation die Optimierung von Abläufen, zu 20,0 Prozent das Terminmanagement und zu 6,7 Prozent die Abrechnung. Dass die Mehrzahl die Optimierung von Abläufen nicht weiter spezifiziert, deutet entweder darauf hin, dass die Praxis gleich mehrere organisatorische Defizite zu verzeichnen hat oder - was noch wahrscheinlicher ist - dass sich der Grund für das Chaos in der Praxis der Kenntnis des Zahnarztes entzieht, etwa weil dieser sich in erster Linie als Fachmediziner und weniger als Praxischef versteht. Perspektiven Die Auswertung dieser Ergebnisse führt zu verschiedenen Schlussfolgerungen, die für das Coaching des Zahnarztes beziehungsweise der Zahnarztpraxis relevant sind: herausragenden Spitzenplatz. Dies bedeutet,
dass das Coaching des Zahnarztes einen universellen Ansatz anstelle einer
isolierten Bereichsoptimierung verfolgen sollte. Erfolg selbst definieren Wie sehr die Ziele der Zahnärzte variieren, ist hier deutlich geworden. Und mit den Ziele variieren auch die individuellen Vorstellungen von Erfolg: Jeder ist frei, sich seine eigenen Ziele zu setzen. Und damit auch, die Richtung seines eigenen Erfolgs selbst zu bestimmen. Stefan Seidel Gau-Heppenheimer Str. 24 55234 Eppelsheim stefan.seidel_eppelsheim@gmx.de zm 99, Nr. 10, 16.05.2009, Seite 88-90 |
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