Freiherr von Knigge - Aufklärer und Freidenker |
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Adolph Friedrich
Ludwig Freiherr von Knigge, der gemeinhin als Vater des guten Benehmens gilt,
wurde am 16. Oktober 1752 in Bredenbeck am Deister in der Nähe von
Hannover geboren. Er war der Sohn eines verarmten Adeligen. Knigge studierte
von 1769 bis 1772 Jura in Göttingen, wo auch die Gebrüder Schlegel zu
seinen Lehrern gehörten. Im Anschluss an sein Studium trat er eine Stelle
als Hofjunker und Assessor in Kassel an, bevor
Knigge nahm regen Anteil am gesellschaftlichen und geistigen Leben seiner Zeit und wurde schon bald zum Freidenker. Er trat den Freimaurern bei und engagierte sich von 1780 bis 1784 im Illuminatenorden. Dieses Engagement und sein beherztes Auftreten für die Verwirklichung der Menschenrechte im Sinne der Aufklärung führten dazu, dass Freiherr Adolph von Knigge bei den Adeligen in Ungnade fiel. Er, der in schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen lebte, wurde von seinen aristokratischen Gönnern fallengelassen und verarmte. Da er seinen Lebensunterhalt nun wie ein Bürgerlicher selbst erarbeiten musste, begann Knigge mit dem Verfassen von Schriften zur Aufklärung, von teils satirischen Romanen und von politischen Essays. Seine damals bekanntesten Werke sind der "Roman meines Lebens" (1778), "Sechs Predigten gegen Despotismus, Dummheit, Aberglauben, Ungerechtigkeit, Untreue und Müßiggang" (1783), "Über den Umgang mit Menschen" (1788) und "Die Reise nach Braunschweig" (1792). Knigge sympathisierte mit der Französischen Revolution und nannte sich gerne "freier Herr Knigge". Wenn man sich dessen bewusst ist, wird klar, dass Knigge mit seinem Werk "Über den Umgang mit Menschen" eben nicht ein Regelwerk zu Benehmen und Etikette schaffen wollte. Vielmehr sollte sein Werk dazu dienen, dass Menschen unterschiedlicher Stände, unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Gesinnung frei, gleichberechtigt und friedfertig miteinander umgehen können. Erst nachdem es mehrmals umgeschrieben wurde, wurde das Buch, das ihn auch heute noch in aller Munde sein lässt, zum Benimmbuch schlechthin. Der Freidenker verstarb am 6. Mai 1796 und fand im Dom zu Bremen seine letzte Ruhestätte. zm 96, Nr. 12, 16.06.2006, Seite 92 |