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Fortbildungswoche Westerland Inselthema 2007: Ran an die Wurzel |
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1. Juli 2007
- Endodontie und mit ihr die Möglichkeit des Zahnerhalts war das Thema,
das sich die Fortbildungsreferenten der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein
für die diesjährige Sylter Fortbildungswoche im großzügig
renovierten Tagungszentrum in Westerland vorgenommen und perfekt umgesetzt
haben. Knapp 1 460 Zahnärztinnen und Zahnärzte mit ihren Teams
konnten bei 17 internationalen Referenten jede Menge Vorträge hören,
in insgesamt 46 Seminaren ihr Wissen vertiefen und sogar "Hand
anlegen" beim Suchen des vierten oder fünften Kanals unter dem
Mikroskop.
Bei der Auftaktveranstaltung zur alljährlichen Fortbildungstagung der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein geht es immer recht politisch zu. Und so machten die Redner auch diesmal aus ihrer Kritik am Gesundheitswesen in ihren Worten zur feierlichen Eröffnung keinen Hehl. "Wir müssen uns gegen die Radikalisierung des Sozialstaates behaupten", appellierte Kammerpräsident Hans-Peter Küchenmeister an die Zuhörer.
Scheu vor Investitionen Er warf der Ministerin weiter vor, die private Krankenversicherung zerstören zu wollen. "Entartete Gesetze" sollten ganz offenbar zu einer "Einheitsmedizin und Verstaatlichung" führen. Und den Krankenkassen lastete der Kammerpräsident an, in einen Wettbewerb "um die geringste Leistung für die Versicherten und die geringsten Honorierungen für die Heilberufe" eingetreten zu sein. Die Auswirkungen dieser fatalen Entwicklung des Gesundheitswesens seien bereits sichtbar, so Küchenmeister weiter: "In den Zahnarztpraxen macht sich Unbehagen breit. Eine aktuelle Umfrage unserer Kammer in schleswig-holsteinischen Zahnarztpraxen ergab, dass sich 75 Prozent der Befragten verunsichert fühlen, zwei Drittel vermeiden derzeit Investitionen."
Schützenhilfe erhielt Küchenmeister vom Vizepräsidenten der Bundeszahnärztekammer: "Die Politik weigert sich, Fakten anzuerkennen und verwickelt sich lieber in endlose Diskussionen", rügte Prof. Dr. Wolfgang Sprekels. Auch Dr. Peter Kriett, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) Schleswig-Holstein, sparte nicht mit harten Worten: "Unser Vertrauen in das politische Handeln schwindet zunehmend. Man gewinnt gar den Eindruck, dass hier die Atomisierung eines Berufsstandes betrieben wird." Wurzelwerk Rund um die Wurzel informierten diverse Vorträge und Seminare die Teilnehmer schließlich aus allen Bereichen der Endodontie. Klar wurde eines: Man kann heute sehr sehr viel tun, um einen häufig von vielen Zahnärzten als extraxtionswürdig deklarierten Zahn doch zu erhalten und mit einer entsprechenden Aufbereitung und anschließender prothetischen Versorgung noch für viele Jahre im Patientenmund zu belassen. So beginnt die perfekte endodontische Behandlung mit der Diagnosestellung, sprich mit der richtigen Röntgenaufnahme. Weiter geht sie über den perfekt angelegten Kofferdam, damit wasserfrei gearbeitet werden kann, über die Freilegung der Pulpa und das Aufsuchen "versteckter" Kanäle, über viele weitere Teilschritte bis zur endoskopischen Kontrolle bei der Wurzelspitzenresektion. Mehr über die fachlichen Inhalte in zm 14. sp |
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KZV-Fenster ließ keine wahre Sonne herein "Wir werden
auch nach 2009 auf zwei Säulen stehen, aber die PKV wird bis dahin noch
stark auf Solidarität getrimmt werden." Das prognostizierte Prof. Dr.
jur. habil. Dr. h.c. Rainer Pitschas (re.), Dipl. rer. pol., Gastreferent des
sogenannten KZV-Fensters, einer alljährlich stattfindenen Veranstaltung,
die in diesem Jahr außerordentlich gut besucht war. Pitschas führte
in seinem Vortrag durch das Beziehungsgeflecht des derzeitigen und
zukünftigen Gesundheitssystems und ging besonders auf die Idee des
Basistarifs ein. Seine Prognose: "Es kann durchaus bei einigen
Zahnärzten zu einem Einkommensrückgang bis zu 30 Prozent kommen -
aber in dem neuen System liegt auch eine Chance - und diese gilt es für
den Zahnarzt individuell zu nutzen!" |
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| zm 97, Nr. 13,
01.07.2007, Seite 32-33 |