1. Juli
2008 - Die halbjährliche Vollversammlung des Council of European
Dentists fand am 16. und 17. Mai 2008 - der EU-Ratspräsidentschaft folgend
- im slowenischen Portoroz statt. Die politischen Debatten standen ganz im
Zeichen der Patientensicherheit.
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| Der Vorstand des CED (v.l.n.r.):
Dr. Tom Feeney (Irland), Dr. Gordon Cok (Slovenien), Dr. Roland Svensson
(Schweden), Prof. Dr. Wolfgang Sprekels, Vizepräsident (Deutschland), Dr.
Orlando Monteiro da Silva, Präsident (Portugal), Dr. Piret Väli
(Estland), Dr. Matti Pöyry (Finnland) und Dr. Jiri Pekárek
(Tschechische Republik); Dr. Francisco L. Rodriguez (Spanien) fehlte zum
Fototermin. |
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Das Thema Patientensicherheit steht derzeit auf der politischen
Prioritätenliste der europäischen Zahnärzteschaft ganz oben. Das
zeigte sich auf der Vollversammlung des Council of European Dentists (CED), der
Vertretung von zahnärztlichen Spitzenorganisationen aus 30
europäischen Ländern in Brüssel. Einstimmig nahmen die
Delegierten eine entsprechende Resolution an. Klare Aussage ist der Wille der
Mitgliedstaaten, das Thema Patientensicherheit gemäß des
Subsidiaritätsgrundsatzes des EG-Vertrages eigenverantwortlich zu
gestalten (siehe Kasten).
Zum Hintergrund: Die auf der CED-Vollversammlung im Mai 2007 in Brüssel
beschlossene Gründung einer Arbeitsgruppe "Patientensicherheit"
lag nahe und folgte ganz den Zeichen der Zeit. Insbesondere die noch zu
verabschiedende europäische Richtlinie über grenzüberschreitende
Gesundheitsdienstleistungen (Veröffentlichung des Entwurfs voraussichtlich
vor der Sommerpause) zeigt, dass die EU-Kommission dieser Thematik ihr
Hauptaugenmerk schenkt. Laut Berichten aus den Mitgliedstaaten erfährt die
Patientensicherheit jedoch auch auf nationaler Ebene große Bedeutung,
unter anderem derzeit auch in Deutschland.
Auch in der Arbeitsgruppe Patientensicherheit des CED ist die BZÄK
maßgebend. Die Arbeitsgruppe entwickelte unter anderem einen Fragebogen,
der dezidiert Auskunft über die b
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CED-Resolution Patientensicherheit |
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Die politischen Kernaussagen sind hier gestrafft
zusammengefasst:
Dem
zahnärztlichen Berufsstand ist es ein wichtiges Anliegen, eine sichere
Behandlung zu gewährleisten. Dazu gehören Risikominimierung, eine
offene Fehlermanagementkultur und die Bereitschaft, aus eigener Erfahrung sowie
aus der von anderen Kollegen zu lernen.
Die jeweiligen
nationalen zahnärztlichen Versorgungsstrukturen sind zu
berücksichtigen (überwiegend Praxen in freier Niederlassung).
Patientensicherheit wird größtenteils durch Prävention
gewährleistet, gekoppelt mit einer qualitativ hochwertigen Versorgung und
Qualitätssicherung. Qualität kann nicht durch externe Sanktionen
forciert werden, sondern muss aus dem Berufstand heraus erfolgen.
Vor allem bei
grenzüberschreitender Versorgung ist der Patientensicherheit
größte Aufmerksamkeit zu widmen.
CED |
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estehenden Maßnahmen, Regelungen und die
Umsetzung zum Thema in den einzelnen Mitgliedsländern einholen soll. Die
in Portoroz verabschiedete Resolution wurde unter anderem mithilfe des
EU-Ausschusses der BZÄK erarbeitet, der Inputs aus deutscher Sicht
lieferte. Die Resolution ist jedoch nicht nur an die Kommission adressiert,
sondern ebenso an die eigenen Mitgliedstaaten. Sie empfiehlt unter anderem die
Etablierung von Qualitätszirkeln, um einen Austausch zwischen den
Zahnärzten zu fördern. Diese Empfehlung beruhe auf den Berichten aus
Deutschland über die eingeführten Mechanismen durch die
Selbstverwaltung (Landeszahnärztekammern) zur Förderung der
Patientensicherheit, erläutert Prof. Dr. Wolfgang Sprekels,
CED-Vizepräsident und Vizepräsident der BZÄK. Überhaupt
seien die Erfahrungen über Patienteninformationen und -sicherheit aus
Deutschland in die europäischen Diskussionen mit eingeflossen und
hätten im CED zu großer Resonanz geführt.
Erfolgreiche Arbeit
Weitere inhaltliche Themen der Tagung in Portoroz waren unter anderem die im
letzten Jahr verabschiedete Resolution Zukunft des Zahnarztes sowie die
Entwicklungen im Bereich des Medizinproduktegesetzes. Darüber hinaus wurde
insbesondere der Erfolg des CED im Bereich Amalgam hervorgehoben (siehe zm
12/2008, Seite 100 bis 106).
Amalgam: Die
Gutachten der zwei wissenschaftlichen, durch die Kommission beauftragten
Ausschüsse kommen zu dem Ergebnis, dass Amalgam mit Ausnahme von
möglichen allergischen Reaktionen keine Gesundheitsrisiken birgt, ebenso
liegen die Umweltrisiken weit unterhalb der erlaubten Grenzwerte. Der CED, wie
auch die BZÄK, hatten zu den Entwürfen der beiden Gutachten
Stellungnahmen abgegeben. Besonders hervorzuheben ist die Pressemitteilung der
Kommission, worin ausdrücklich die weitere Zusammenarbeit mit dem CED
befürwortet und gewünscht wird.
Medizinproduktegesetz: Der Bericht des Vorsitzenden der Arbeitsgruppe
Medizinprodukte hob die intensiven und guten Kontakte des CED zu der
EU-Medizinprodukte-Expertengruppe hervor und führte aus, dass durch diese
Zusammenarbeit auch in Zukunft weiter Einfluss ausgeübt werden könne.
Er wies darauf hin, dass die Kommission zudem eine neue Konsultation plane um
die Gesamtheit der Regelungen für Medizinprodukte zu ändern.
Resolution
Zukunft des Zahnarztes: Im Nachgang zu der verabschiedeten Resolution im
November letzten Jahres arbeitet die Arbeitsgruppe "Education" des
CED derzeit an einem Papier, das in Bezug auf die Resolution die
Hauptkompetenzen des Zahnarztes definiert. Das Papier soll möglicherweise
schon im November 2008 der Vollversammlung vorgestellt werden.
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| Die deutschen Delegierten in
Portoroz (v.l.n.r.): Barbara Bergmann-Krauss und Jessica Beyer, BZÄK,
sowie ZA Ralf Wagner und Dr. Jürgen Braun-Himmerich, KZBV |
Berufsstand wächst zusammen
"Der CED wächst als europäischer Berufsstand mehr und mehr
zusammen", analysierte Sprekels. Die Delegierten zeigten Einigkeit in
ihrer Auffassung, dass Europa die Zahnärzteschaft vor Herausforderungen
stelle, die gemeinsam zu lösen seien, wodurch jedoch die
Eigenverantwortung der einzelnen Mitgliedstaaten nicht aufgehoben werde. Die
Länderreports der einzelnen Mitglieder belegten, so Sprekels,
eindrucksvoll die Unterschiede, jedoch auch die Gemeinsamkeiten im Bereich der
Zahnmedizin. Durch einen regen Austausch auch abseits der Vollversammlung
konnten viele neue Erkenntnisse untereinander über die bestehenden
Probleme wie auch über die positiven Entwicklungen in den einzelnen
Mitgliedstaaten gewonnen werden.
Mit viel Lob wurde der Jurist des CED, Mark Beamish, verabschiedet, der als
Jurist-Linguist beim Europäischen Parlament seine Karriere fortsetzen
wird. Eine besondere Freude für die Delegierten war der kurze Besuch des
slowenischen Direktors für Gesundheit, Janis Renska, der die
Gesundheitsministerin vertrat. Er gab einen kurzen Ausblick über die Ziele
der slowenischen EU-Ratspräsidentschaft im Bereich Gesundheit. Als Fazit
betonte er seine Auffassung, dass die Zahngesundheit Teil der Allgemeinmedizin
sei.
Jessica Beyer
Bundeszahnärztekammer
Chausseestr. 13
10115 Berlin
zm 98, Nr. 13, 01.07.2008, Seite
82-83
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