1. Juli 2008 |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Kinderzahnhilfe Brasiliens Prophylaxe mit Internetdatenbank |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die
Kinderzahnhilfe Brasilien hat ein Hilfsprojekt in der Favela Rocinha in Rio de
Janeiro gestartet. Mithilfe einer internetbasierten Daten
Im Februar dieses Jahres, eine Woche nach dem Karneval, stellten sich dreißig Vier- bis Sechsjährige aus der Kirchengemeinde Nossa Senhora da Nazaré im Gemeindezentrum der Favela Rocinha in Rio de Janeiro vor, um sich vom Karlsruher Zahnarzt Dr. Norbert Lehmann untersuchen und behandeln zu lassen. Ergebnis des Anfangsstatus: ein dmft-t von 4,5. Ein im internationalen Vergleich sehr schlechter Wert. Mit dieser Bestandsaufnahme der Pilotgruppe hat die praktische Phase eines sozialen Projekts begonnen, das Lehmann im Juni vergangenen Jahres initiierte, um die zahnmedizinische Versorgung in der Favela nachhaltig zu sichern und den Kariesbefall innerhalb von fünf Jahren zu halbieren. Um die Initialphase des Vorhabens bis 2010 finanziell abzusichern, gründete Lehmann den Verein Kinderzahnhilfe Brasilien (Kibra), dessen Zweck die Förderung mildtätiger Projekte in dem südamerikanischen Land ist. Bereits nach drei Jahren soll die Gemeinde für die Zahnhygiene ihrer Mitglieder und Schüler eigenständig Sorge tragen können. Schon Ende Juni dieses Jahres will Kibra 500 und bis zum Jahresende rund 2 500 Kinder betreuen. Dies ist dem Verein zufolge nur durch aktive Mitarbeit der Favela-Bewohner und mittels computergestützter Analyse zu erreichen. Mütter machen mit Ein entscheidender Pfeiler des Konzepts der Hilfsorganisation sind die Mütter in der Favela Rocinha. Da sie in der Regel wenig über Gesundheitsfragen wissen, unterrichtet sie Kibra in speziellen Kursen. Wichtiges Bindeglied zwischen Kibra und den Kindern im Projekt sind zudem sogenannte Kontaktmütter. Fünf von ihnen bilden ein Team; jeweils einer Mutter sind 15 bis 20 Jungen und Mädchen zugeordnet. Sie wissen, wo die von ihnen betreuten Kinder wohnen, wo sie zur Schule gehen und wie ihre familiären Verhältnisse sind. Dies sei notwendig, da es in den Favelas keine Straßennamen und Hausnummern gebe, betont der Verein. Speziell von Kibra ausgebildete Frauen aus der Favela übernehmen auch den Unterricht und das Zahnputztraining der Kinder. Plant eine dieser Prophylaxeassistentinnen einen Termin, informiert sie die Kontaktmütter. Diese tragen dann Sorge dafür, dass die ihnen zugeteilten K
Datenfluss von Rio nach Karlsruhe und zurück "Es handelt sich um das weltweit erste, durch eine internetbasierte Datenbank gesteuerte Prophylaxehilfsprogramm für Kinder aus städtischen Armenvierteln", sagt Lehmann. Die Datenbank ermögliche eine genaue Verlaufskontrolle über Hilfsprojekte. Den Verein hätten daher bereits Anfragen anderer Hilfsorganisationen zwecks Kooperation erreicht. In Brasilien vermerkt die Prophylaxeassistentin die Teilnahme jedes Kindes mithilfe eines Laptops in der Kibra-Datenbank. Das System meldet, ob ein Kind erschienen ist oder aber nicht: Hat der kleine José in Rio sein Putztraining geschwänzt, löst dies auf dem Computer von Zahnarzt Lehmann im 10 000 km entfernten Karlsruhe einen Alarm aus. Dieser geht an die Prophylaxehelferin in der Favela, die dann die für José verantwortliche Kontaktmutter benachrichtigt. Diese wiederum sucht das Kind auf und sorgt dafür, dass der Termin nachgeholt wird. So können Kibra zufolge Aktivitäten, wie Teilnahme am Hygieneunterricht, Putztraining, Fluoridierung, Plaquekontrolle und Zahnbürstenwechsel, lückenlos für jedes Kind überwacht werden. Mit der eigens entwickelten Datenbank könne die Hilfsorganisation neben Einzelfallkontrollen auch Statistiken und Verlaufskontrollen der gesamten zahnmedizinischen Maßnahmen erstellen. Zudem erlaube das System einen Vergleich mit anderen Populationen, da sie auf internationalen zahnmedizinischen Standards basiere. So könnte der Erfolg des Hilfsprogramms überprüft werden. Bereits 2011 soll das Projekt sowohl personell als auch finanziell unabhängig sein: Um die zahnmedizinische Versorgung dauerhaft gewährleisten zu können, werde die Gemeinde pro Monat von jedem Schüler einen Real, umgerechnet 25 Cent, erheben. Dies könnten die meisten armen Familien aufbringen. Laut Berechnungen von Lehmann können damit 5 000 Schüler einen Zahnarzt und eine Prophylaxehelferin finanzieren. Das Projekt finanziert sich über Geld- und Zahngoldspenden sowie Mitgliedsbeiträge. Kibra setzt auf Kollegen, die einen ideellen oder materiellen Beitrag leisten wollen. Kooperationspartner ist die Egidius-Braun-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die die Spenden bescheinigt und kostenlos treuhändlerisch verwaltet. Reinhard Sogl Journalist Ob der Eichhälden 18 76228 Karlsruhe reinhard.sogl@t-online.de Dr. Norbert Lehmann Lange Straße 84 76199 Karlsruhe Tel.: 0721/882 311 http://www.kibra.org Arzt-und Zahnarzthilfe Kenya Kollegen für Hilfseinsatz gesuchtDer Hilfsverein Arzt- und Zahnarzthilfe Kenya (AZK) sucht dringend Kollegen, die bereit sind, ihren Urlaub in einen Hilfseinsatz in Kenia umzuwandeln. Wegen der politischen Unruhen Ende letzten Jahres hatte der Verein die Einsätze vorübergehend ausgesetzt. Wie AZK mitteilt, signalisierten die Projektpartner vor Ort nun, dass keine direkte Gefährdung mehr bestehe.Der Hilfsverein leistet zwischen Nairobi und dem Victoriasee Hilfe zur Selbsthilfe. Um die Not - besonders der zahlreichen Flüchtlinge - zu lindern, habe die Organisation von Januar bis April dieses Jahres insgesamt 11 000 Euro für Nahrungsmittel, Medikamente, Decken und Kleidung an Partner überwiesen, berichtet der Vorstand. Seit seiner Gründung im Jahr 1999 habe der Verein vor Ort insgesamt sechs zahnärztliche Behandlungsstationen eingerichtet. Zudem sei ein Dorf zur Selbstversorgung von größtenteils HIV-positiven Witwen entstanden. Rund 330 Waisenkinder werden derzeit laut AZK in einem Patenschaftsprojekt betreut, der Verein sucht nach weiteren Paten für die Mädchen und Jungen. Mithilfe von Geld- und Zahngoldspenden will die Hilfsorganisation künftig auch verstärkt die Ausbildung von Zahnärzten in Afrika unterstützen. jr/pm Arzt-und Zahnarzthilfe Kenya Bahnhofstraße 21 99610 Sömmerda Tel. 03634/621 079 Fax: 03634/393 13 azk@zahnarzthilfe-kenya.de http://www.zahnarzthilfe-kenya.de Helfer für die Sommermonate gesucht
Mitarbeiten in der MongoleiZahnärzte, Studierende der Zahnmedizin, Helferinnen und Zahntechniker können im Sommer ehrenamtlich ein Hilfsprojekt der Stiftung "Zahnärzte ohne Grenzen" (Dentists Without Limits Foundation, DWLF) in der Mongolei unterstützen. Für Übernachtungsmöglichkeiten, englische Betreuung und europäische Sättel für Ausritte nach getaner Arbeit ist der Stiftung zufolge bereits gesorgt. Flüge und Unterhalt trügen die Helfer selbst, die Unterkünfte seien jedoch meist umsonst, das Essen sehr preiswert, der Spaß groß und die Landschaft unermesslich schön.In Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden hat die Stiftung in den zahnmedizinisch unterversorgten Provinzen des Landes drei Dentalstationen errichtet. Diese befinden sich in Tov
Die Stiftung versucht Helfer zu motivieren, in benachteiligten Ländern mitzuarbeiten, um ein sinnvolles Zahngesundheitskon-zept aufzubauen. Zu ihrem Engagement gehören Investitionen in Zahnstationen sowie Kontakte zu führenden Politikern und Zahnärzten der Gastländer. Derzeit ist DWLF in Nepal, Sri Lanka, Indien, der Mongolei und in Rumänien aktiv. Weitere Einsatzorte sind geplant. Die Hilfsorganisation finanziert sich hauptsächlich über Altgold- und Geldspenden. Zahnärzte ohne Grenzen Waechterstraße 28 90489 Nürnberg Tel.: 0911/475 22 24 info@dentists-without-limits.org http://www.dwlf.org
zm 98, Nr. 13, 01.07.2008, Seite 84-86 |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||