1. Juli 2010 Regelversorgung mit festsitzendem ZE G-BA beschließt ErweiterungDer Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat eine Erweiterung der Regelversorgung mit festsitzendem Zahnersatz beschlossen. Für die digitale Planungshilfe (DPF) der KZBV ist ein Update in Vorbereitung.Der Anspruch des Patienten, mit festsitzendem Zahnersatz versorgt zu werden, soll in Zukunft nicht mehr von der Gegenbezahnung abhängen. Der Beschluss des G-BA sieht einen Wegfall der bisherigen "Gegenkieferregel" in Abschnitt A Nr. 3 der Festzuschuss-Richtlinie vor. Danach war festsitzender Zahnersatz grundsätzlich nur indiziert, wenn im Gegenkiefer noch die eigenen Zähne oder festsitzender Zahnersatz vorhanden waren. Hintergrund der Richtlinienänderung: eine Untersuchung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zur Relevanz der Beschaffenheit der Gegenbezahnung bei der Versorgung mit festsitzendem Zahnersatz. Wissenschaftlich sei demnach nicht belegbar, die Versorgung mit festsitzendem Zahnersatz an die Bedingung zu knüpfen, dass der Gegenkiefer natürliche Zähne aufweist oder mit festsitzendem Zahnersatz versorgt ist. Der Beschluss des G-BA unterliegt noch dem Genehmigungsvorbehalt des Bundesgesundheitsministeriums und tritt erst nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.ck/pm Special Olympics National Summer Games 2010 Engel eröffnet "Healthy Athletes"Mit dem symbolischen Durchtrennen des roten Bandes eröffnete BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel das Gesundheitsprogramm "Healthy Athletes" während der 7. Special Olympics National Summer Games (SOD) in Bremen - der
bundesweit größten Sportveranstaltung für Menschen mit
geistiger Behinderung.Im Rahmen von Healthy Athletes führen während der Spiele 290 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer - darunter 75 Ärzte, Zahnärzte, Podologen, Optometristen und Physiotherapeuten - 4000 kostenlose Untersuchungen von Augen, Zähnen, Füßen, Ohren und der allgemeinen Fitness durch. Gemeinsam mit SOD-Präsident Gernot Mittler und Dr. Christoph Hils von "Special Smiles", dem Healthy Athletes Programm zur zahnmedizinischen Untersuchung und Anleitung zur Zahnpflege, unterzeichnete Engel auf der Bühne des Olympic Town eine Kooperationsvereinbarung. Darin bekennen sich BZÄK und "Special Smiles" zum gemeinsamen Ziel, die Mundgesundheit von Menschen mit geistiger Behinderung nachhaltig zu verbessern. Engel erklärte: "Von den etwa 600000 Menschen in Deutschland mit zahnmedizinisch relevanten Behinderungen erhalten längst nicht alle die ihnen angemessene Versorgung. Fachleute rechnen deshalb Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung zur Risikogruppe für Karies- und Parodontalerkrankungen." Die BZÄK sehe es für sich als Aufgabe an, ein lebenslanges prophylaxeorientiertes Betreuungskonzept bereitzustellen. Das fange bereits mit der Ausbildung an, etwa mit der Integration der Behindertenbehandlung in das Curriculum des Zahnmedizinstudiums, erklärte Engel.sf/pm City BKK Erster Krankenkasse droht SchließungErstmals seitdem 2009 der Gesundheitsfonds eingeführt wurde, steht eine gesetzliche Krankenkasse vor der Pleite. Alle Rettungsversuche für die City BKK, die aus einer Fusion der Betriebskrankenkasse des Landes Berlin und der BKK Hamburg hervorgegangen war, sind nach Kassenangaben gescheitert. "Niemand hat eine Idee, wie man diese Kasse noch retten kann", hieß es. Nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" muss die Kasse mit ihren rund 200000 Versicherten in fast allen Bundesländern wahrscheinlich zum 1. September schließen. Den Mitgliedern entstünden dadurch aber keine gravierenden Nachteile: Sie müssten sich zwar bei einer anderen Kasse versichern, doch dürfe niemand in der GKV abgewiesen werden. Und auch der Versicherungsschutz bliebe. Die City BKK hatte im Frühjahr dem Bundesversicherungsamt (BVA) die drohende Zahlungsunfähigkeit gemeldet.ckKrankenkassen DAK für KopfpauschaleAls erste große Krankenkasse zeigt die DAK Sympathien für eine Kopfpauschale. Zusammen mit einem "wettbewerblichen Beitragssatz" könne er sich eine "feste Gesundheitspauschale" für alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung vorstellen, sagte DAK-Chef Herbert Rebscher. Vorstellbar wären zehn Euro im Monat, im Gegenzug könnten die Zusatzbeiträge wegfallen, sagte er dem "Tagesspiegel". Darüber hinaus plädiert Rebscher für ein "sauberes Sparpaket". Den Kliniken müsse "mindestens eine Nullrunde" verordnet, den Ärzten die Flucht in lukrative Sonderverträge vereitelt werden. Hausarztmodelle kosteten beispielsweise viel und brächten wenig.ck
PKV Kampagne gegen GKV gestartetDie privaten Kassen haben eine Negativ-Kampagne gegen die Gesetzlichen initiiert. Unter dem Stichwort "PKV - die gesunde Versicherung" suggeriert die PKV, dass die GKV mit Staatsschulden finanziert wird - auf Kosten der nächsten Generationen. Zudem drohten den gesetzlich Versicherten drastisch steigende Beiträge oder Leistungskürzungen, heißt es auf der eigens geschalteten Internetseite: 2050 lägen die Beiträge bereits zwischen 25 und 43 Prozent. "Ich finde das diffamierend", kommentierte die Chefin des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, die Werbekampagne. Denn im Gegensatz zu diesen Behauptungen habe die gesetzliche Krankenversicherung gar keine Schulden. Die Kampagne sei ein reines Ablenkungsmanöver der privaten Konkurrenz, wird Pfeiffer von der "Süddeutschen Zeitung" zitiert. Im Augenblick bettele die PKV doch darum, genauso wie die gesetzlichen Kassen behandelt zu werden. Schließlich wollten auch die privaten Versicherer vom Arzneimittelsparpaket profitieren. Sie verwundere das nicht: "Schließlich steigen die Beiträge der privaten Versicherer schon seit Jahren nahezu ungebremst - und das, obwohl sie auf Gutverdiener und Gesunde setzen und versuchen, Alten und chronisch Kranken aus dem Weg zu gehen."ckPharmazie in Deutschland Apothekendichte konstantDie Apothekendichte in Deutschland bleibt konstant und sichert somit die Arzneimittelversorgung. Das teilt die
Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in ihrer
Broschüre "Die Apotheke: Zahlen, Daten, Fakten 2009" mit. Mit 3806 Einwohnern pro Apotheke entspreche der Wert von Ende 2009 genau dem Vorjahreswert, obwohl die Zahl der Apotheken von 21602 auf 21548 leicht gesunken sei. Zugleich habe sich jedoch auch die Einwohnerzahl der Bundesrepublik geringfügig verringert. Europaweit liege Deutschlands Apothekendichte im Mittelfeld, innerhalb der EU kämen auf eine Apotheke rund 3300 Einwohner. Im Vergleich der 25 EU-Mitgliedsstaaten (ohne Bulgarien und Rumänien) liege Deutschland mit seiner Apothekendichte auf Platz 13. Die geringste Apothekendichte habe Dänemark mit 16800, die höchste besitze Griechenland mit 1200 Einwohnern je Apotheke. Einige große EU-Staaten wie Polen (3500), Italien (3300), Frankreich (2700) oder Spanien (2100) hätten mehr Apotheken pro Einwohner als die Bundesrepublik.ck/pm Lebensmittelkennzeichnung EU-Parlament verhindert AmpelmodellKünftig sollen Verbraucher überall in der EU auf einen Blick erkennen können, wie hoch der Energiegehalt von verpackten Lebensmitteln ist. Dieser soll in Kilokalorien bezogen auf 100 Gramm beziehungsweise Milliliter auf der Vorderseite der Verpackung angegeben werden.Mit großer Mehrheit stimmten die Mitglieder des Europäischen Parlaments (EP) für einen entsprechenden Gesetzesvorschlag zur EU-weiten Kennzeichnung von Lebensmitteln. Das von Vertretern der Grünen und der Linken-Fraktion favorisierte "Ampelmodell" lehnten die Abgeordneten ab. Zusätzlich zur absoluten Angabe sollen die Kalorien sowie weitere Nährstoffe in Prozent des Tagesbedarfs in einem Kasten angegeben werden (GDA-Kennzeichnung). Als Maßstab gilt der Tagesbedarf einer vierzig Jahre alten Frau. Die wissenschaftliche Einheit Kilojoule wird abgeschafft. Nicht verpackte Nahrungsmittel wie Fleisch, Gemüse oder Obst, regionale Spezialitäten sowie Restaurantessen sollen von der Kennzeichnungspflicht weitgehend ausgenommen werden. Lebensmittelimitate, wie Analogkäse und Formfleisch, zusammengeklebt aus kleinen Stücken, sollen nach dem Votum des EP auf der Vorderseite der Verpackung künftig eindeutig als Imitat gekennzeichnet werden. "Mit dieser Abstimmung hat das Europäische Parlament klar gemacht, dass wir die Verbraucher besser über das, was sie essen, informieren wollen, sie aber nicht bevormunden, indem wir ihnen vorschreiben, was sie essen dürfen und was nicht", so der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP/Christdemokraten), Peter Liese. Als nächstes müssen die 27 EU-Regierungen, vertreten durch den Ministerrat, über den Gesetzesvorschlag abstimmen. Anschließend müssen sich Parlament und Rat noch über die neue Verordnung einigen. Wann dies geschehen wird, steht noch nicht fest.pr/ps 11. Berliner Wasserbetriebe Team-Lauf BZÄK startete mit vier StaffelnMitarbeiter der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) haben sich mit Erfolg am diesjährigen 5x5 Kilometer-Staffellauf der Berliner Wasserbetriebe beteiligt. Die Route verläuft traditionell quer durch den Berliner Tiergarten. Waren es bei der Premiere im letzten Jahr noch zwei Staffeln, so verdoppelte die BZÄK in diesem Jahr bereits auf vier gemeldete Staffeln - zwei Herrenstaffeln, eine Damenstaffel und eine gemischte Staffel. Die schnellste benötigte für die Strecke von insgesamt 25 Kilometern 2:19:24 Stunden. Auch BZÄK-Vizepräsident Dr. Dietmar Oesterreich nahm in diesem Jahr an dem Lauf teil: "Die Veranstaltung ist eine tolle Chance, um den kollegialen Teamgeist zu stärken und ermöglicht Bewegung in Gemeinschaft - das ist echte gelebte Prävention", erklärte Oesterreich nach dem Lauf. Vom 9. bis zum 11. Juni gingen auf der Wiese am Kanzleramt 4405 Staffeln mit insgesamt 22025 Teilnehmern an den Start - eine Rekordbeteiligung, wie die Veranstalter erklärten.sf![]() Griechische Krankenhäuser Ärzte klagen über schlechte ZuständeDie Zustände in staatlichen griechischen Krankenhäusern werden wegen der Staatsverschuldung nach Angaben von Ärzten immer schlechter. Es fehle an Geld für Spritzen und auch einige Blutuntersuchungen könnten nicht mehr durchgeführt werden. "Wenn es so weitergeht, wird es Opfer geben", sagte der Präsident des Verbandes der Krankenhausärzte Griechenlands, Dimitris Varnavas. Er appellierte an den griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou "aktiv zu werden", bevor das Gesundheitssystem noch Schlimmeres erlebe. Die meisten Lieferanten seien nicht mehr bereit, ärztliches Material quasi "auf Pump" zu liefern. Athen schulde ihnen rund 5,5 Milliarden Euro. Das Gesundheitsministerium habe vorgeschlagen, etwa 30 Prozent dieser Schulden sofort zu bezahlen. Der Rest soll in dreijährigen Anleihen des griechischen Staates gezahlt werden. Diese Lösung haben die Lieferanten nicht akzeptiert, hieß es in Medienberichten.Viele Patienten waren gezwungen, sich an private Krankenhäuser zu wenden, hieß es weiter. Griechenland ist mit rund 300 Milliarden Euro verschuldet.ck/dpa Marburger Bund Abschluss für Klinikärzte gebilligtDie Große Tarifkommission des Marburger Bundes (MB) hat dem mit den kommunalen Arbeitgebern ausgehandelten Tarifabschluss für die rund 55000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern zugestimmt. Das Votum fiel einstimmig aus, teilte die Ärztegewerkschaft in Berlin mit. Der vereinbarte Kompromiss bringt den Medizinern rückwirkend zum 1. Mai eine lineare Erhöhung der Einkommen um zwei Prozent für 16 Monate sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Feiertagsdienste. Das Gesamtpaket trage "klar die Handschrift des Marburger Bundes und ist eine ordentliche Etappe auf dem Weg zu besseren Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern", sagte der Vorsitzende der Großen Tarifkommission und MB-Chef, Rudolf Henke.ck/dpa Berlin Charité behält alle StandorteDer Erhalt aller Standorte der Berliner Universitätsklinik Charité ist offiziell vom Senat beschlossen. Mit dieser Grundsatzentscheidung habe man die "Weichen für eine weiterhin zukunftsorientierte Entwicklung der Universitätsmedizin" gestellt, teilte der Berliner Senat mit. Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) wollte ursprünglich den Standort Benjamin-Franklin an den Krankenhauskonzern Vivantes übertragen und dafür ein Vivantes-Krankenhaus im Südwesten Berlins schließen, um Geld zu sparen. Bereits Ende Mai war bekannt geworden, dass sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (beide SPD) und Nußbaum geeinigt hätten, neben dem Charité-Haupthaus in Mitte auch das Benjamin-Franklin-Krankenhaus in Steglitz und das Virchow-Klinikum in Wedding zu erhalten. Die Charité soll nun 330 Millionen Euro für die Sanierung ihres Betten-Hochhauses in Mitte bekommen. 500 Betten sollen gestrichen werden.ck/dpaStudie zu Herzinfarkt bei Diabetikern Halbes Risiko nach drei Jahren im DMPBei Typ 2-Diabetikern halbiert sich das Herzinfarktrisiko, wenn sie an einem Gesundheitsprogramm (Disease Management Programm, DMP) teilnehmen. Das ergab die Auswertung der DAK zur gesetzlichen DMP-Evaluation. Ein halbes Jahr nach Teilnahmebeginn lag die Quote der Herzinfarkte noch bei 36 von 10000 Patienten - drei Jahre später betrug sie die Hälfte (18 von 10000). Noch deutlicher ging die Zahl der Nierenerkrankungen im Verlauf der DMP-Teilnahme zurück, und zwar von 88 auf 37 Fälle pro 10000 Diabetiker. Für die Studie wurden die Daten von rund 250000 Patienten der DAK ausgewertet, die am DMP der Kasse teilnehmen - mehr als 80 Prozent der DAK-versicherten Typ 2-Diabetiker machen mit. Patientenschulungen, gezielte Informationen und verpflichtende regelmäßige Kontrollen beim Arzt sind die Schwerpunkte des Programms, das bei der DAK seit 2007 angeboten wird. Als Mehrleistung bietet die Kasse für DMP-Teilnehmer unter anderem ein bundesweites Bewegungsprogramm und eine medizinische Telefonhotline.ck/pmErhebung Immer mehr Europäer spenden BlutEiner aktuellen Erhebung der Europäischen Kommission zufolge haben 37 Prozent der Bürger der 27 EU-Mitgliedstaaten schon einmal Blut gespendet. 2002 waren es bezogen auf die seinerzeit 15 EU-Länder 31 Prozent. Am häufigsten spenden Österreicher Blut (66 Prozent), gefolgt von Franzosen (52 Prozent), Griechen und den Einwohnern von Zypern (je 51 Prozent). Die niedrigsten Raten weisen Portugal (22 Prozent), Italien (23 Prozent), Polen (25 Prozent), Malta (29 Prozent) und Schweden (30 Prozent) auf. In Deutschland sind es 41 Prozent. Überdurchschnittlich groß ist die Blutspendebereitschaft zudem in den mittel- und osteuropäischen Staaten. Der Anteil der Blutspender an der Bevölkerung liegt hier bei über 40 Prozent, während der EU-Durchschnitt 37 Prozent beträgt. Ferner spenden deutlich mehr Männer als Frauen Blut: 44 Prozent gegenüber 31 Prozent. Knapp die Hälfte der Spender (46 Prozent) ist zwischen 40 bis 54 Jahre alt. 57 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Sicherheit von Bluttransfusionen in den letzten zehn Jahren gestiegen ist. Die EU hat die Richtlinie 2002/98/EG zur Festlegung von Qualitäts- und Sicherheitsstandards für menschliches Blut und Blutbestandteile 2002 erlassen, um zu verhüten, dass durch Blutspenden Krankheiten übertragen werden. Die Vorschriften sollen zudem sicherstellen, dass in allen EU-Staaten sichere und hochwertige Blutbestandteile verfügbar sind.pr/psBundesagentur für Arbeit Hartz IV-Ärger wegen ZusatzbeitragDie Bundesagentur für Arbeit (BA) befürchtet eine neue Hartz-IV-Klagewelle. Grund sind die neuen Zusatzbeiträge einiger Krankenkassen. Wie Vorstand Heinrich Alt dem Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales mitteilte, bestehe für die BA zwar keine Pflicht, die Zusatzbeiträge für Hartz IV-Empfänger zu übernehmen. Es wird jedoch erwartet, dass viele die Härtefallregelung für sich geltend machen, damit die Behörde dann doch zahlt. "Hier sehe ich Widersprüche und Klageverfahren auf uns zukommen", sagte Alt dem "Focus" zufolge. Demnach versucht die BA seit Mai unter großem bürokratischen Aufwand auszumachen, wer von Zusatzbeiträgen betroffen ist. Sie rechnet mit knapp 400000 Fällen. Wer von ihnen durch einen Kassenwechsel Behandlungsnachteile erleide, könne beantragen, dass die BA den Zusatzbeitrag übernimmt.ckIDZ-Studie Gutes zahnärztliches HygienemanagementDas Hygienemanagement in deutschen Zahnarztpraxen hat sich in den letzten zehn Jahren enorm verbessert, so dass man von einem guten Hygienemanagement in den Zahnarztpraxen Deutschlands ausgehen kann. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ). Im Ergebnis könne festgehalten werden, dass sich die in Zahnarztpraxen realisierten Maßnahmen der Infektionsprävention sowie vor allem auch die Ausstattung der Praxen mit Hygienetechnik in den letzten zehn Jahren erheblich verbessert hätten. Dies dürfte auch damit zusammenhängen, dass durch die zahnärztlichen Standesorganisationen (Bundeszahnärztekammer/Landeszahnärztekammern) in der jüngsten Vergangenheit ganz erhebliche Anstrengungen auf diesem Gebiet geleistet worden sind, so das IDZ.So sei etwa die Zunahme von Ultraschall-Reinigungsgeräten, Reinigungs- und Desinfektionsgeräten sowie Dampfsterilisatoren mit fraktioniertem Vorvakuum in den Zahnarztpraxen sehr positiv zu werten. Diese Ergebnisse zeigten ebenfalls, dass sich die Praxen den Anforderungen der Medizinprodukte-Betreiberverordnung sowie den spezifischen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts offensichtlich zügig anpassen. Gerade dies sei ein wichtiges Element des Qualitätsmanagements im Sinne des Patientenschutzes wie auch dem Schutz des Praxispersonals zur Minimierung von Infektionsrisiken. Trotz positiver Tendenz offenbarten allerdings die Themenfelder hygienische Händedesinfektion und Instrumenten-Wechsel nach jedem Patienten noch ein bestehendes Optimierungspotenzial, so das IDZ. Die Studie wurde in enger Zusammenarbeit mit TNS Healthcare/München durchgeführt, die Autoren sind: Dr. Victor Paul Meyer/ IDZ und PD Dr. Lutz Jatzwauk/ TU Dresden.sg Die Studie kann kostenlos beim IDZ angefordert werden: IDZ, Universitätsstraße 73, ?50931 Köln, Tel.: 0221/4001-0 Auch besteht die Möglichkeit, sie als PDF-Datei von der Internetseite des IDZ herunterzuladen. Adresse: www.idz-koeln.de Trauma Rechtzeitig eine Endo einleitenDie Notwendigkeit einer endodontischen Behandlung nach einem Zahntrauma ist bei einem durch den Unfall nicht eröffneten Kanal relativ selten, aber unabdingbar, wenn folgende Kriterien erfüllt sind, wie sich Prof. Dr. Andreas Filippi kürzlich bei einer Fortbildungsveranstaltung in Westerland ausdrückte. Das seien gesicherte Hinweise auf eine Fistel, deutliche Sensibilitätsstörungen, irgend ein anderer radiologischer Hinweis sowie das Anzeichen einer beginnenden Wurzelresorption.spBruchkante 24 Stunden in Wasser legenEine abgeschlagene Bruchkante, die länger als zwei Stunden "trocken" liegt, muss unbedingt 24 Stunden in Wasser "eingelegt" werden, erklärt der Traumatologe Filippi aus Basel. Damit wird gewährleistet, dass die Dentinkanälchen Feuchtigkeit aufnehmen. Anschließend kann dieses Bruchstück dann auf die herkömmliche Weise angesetzt werden. Eine Farbdifferenz nach dem Einsetzen sei völlig normal, nach einigen Tagen habe sich die Zahnfarbe wieder normalisiert, weiß der Wissenschaftler aus seinem Erfahrungsschatz zu berichten.spNeuer HTA-Bericht Bluthochdrucksenker und DiabetesUnter der Therapie mit bestimmten Medikamenten gegen Bluthochdruck scheint häufiger Diabetes aufzutreten. Das verdeutlicht ein jetzt beim DIMDI veröffentlichter HTA-Bericht (Health Technology Assessment).So wurde unter Diuretika und Betablockern häufiger eine Diabetesentwicklung beobachtet. Wie man dies bewerten soll, ist jedoch noch unklar. Ob neuere (und teurere) Wirkstoffgruppen deshalb jedoch kosteneffektiver sind, können die Autoren auf Basis der im Bericht betrachteten Studien nicht abschließend beantworten. Viele Patienten mit Bluthochdruck (Hypertonie) sind gleichzeitig zuckerkrank. Bisher wurde das vor allem auf gemeinsame Risikofaktoren wie Übergewicht zurückgeführt. Neuere Studien zeigen, dass auch Blutdrucksenker die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes beeinflussen können. Wie ein unter Therapie entstandener Diabetes klinisch zu bewerten ist, konnte anhand der vorliegenden Literatur allerdings nicht ausreichend geklärt werden. Daraus kann nicht ohne Weiteres ein Schaden für die Patienten abgeleitet werden. Wichtige Daten fehlen noch, zum Beispiel zur klinischen Bedeutung eines bereits bestehenden Diabetes verglichen mit einem unter antihypertensiver Therapie entstandenen Diabetes hinsichtlich kardiovaskulärer Ereignisse.sp/pm
Hodenentzündung Fehlende Mumps-Impfung oft UrsacheAls Folge von Gerüchten über angebliche Impfrisiken sind vor 20 Jahren in England und Irland die Durchimpfungsraten gegen Mumps, Masern und Röteln stark zurückgegangen. Die Folge sei eine bedenkliche Zunahme von mumpsbedingten Hodenentzündungen bei den heute 15 bis 24 Jahre alten Männern in Irland, berichtet die "Münchener Medizinische Wochenschrift" (MMW-FdM 15/2010). Studien ergaben: Bei 42 Prozent der an Mumps erkrankten Kinder und Jugendlichen kommt es zu mindestens einer Komplikation. Bei Männern ist es meistens die sogenannte Mumpsorchitis, eine Entzündung der Hoden. Bei jedem zweiten Mann mit einer Hodenentzündung muss mit einer Schrumpfung der Hoden gerechnet werden.thyAufklärung Initiative: Gesund im Mund bei DiabetesDie Gründung eines Wissenschaftsausschusses zur Erarbeitung eines Konsensuspapiers zur Leitlinienergänzung wurde der Presse vorgestellt. Hintergrund ist, dass das Risiko für Diabetes-Patienten, an Parodontitis zu erkranken, gegenüber Nichtdiabetikern dreifach höher ist. Diese Tatsache ist jedoch in Diabetologenkreisen nicht hinreichend bekannt. Aus diesem Grunde wurde die Initiative "Gesund im Mund bei Diabetes", maßgeblich von der Bundeszahnärztekammer auf den Weg gebracht und von Colgate unterstützt. Die inhaltliche Basis für diese Maßnahme erarbeitet ein interdisziplinärer Wissenschaftsausschuss, der mit jeweils vier Experten aus den Fachbereichen Diabetologie und Parodontologie besetzt ist. Mehr dazu in den zm 14.spZahnunfall ![]() LippenbissFehlt nach einem Sturz eine Ecke vom Zahn und lässt sich diese nicht auffinden, so hat Prof. Dr. Andreas Filippi einen Tipp parat: "Lassen Sie den Patienten zusammenbeißen! Meistens sehen Sie an der Lippe gegenüber des verunfallten Zahnes eine unmerklich kleine Wunde, und an dieser Stelle sitzt die abgebrochene Zahnecke im Bindegewebe!" Er empfiehlt, diese dann vorsichtig mit der Silberknopfsonde "herauszufischen".spNeuer Ratgeber Thema ProstatakrebsDie Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs sind vielfältig und mitunter folgenschwer. Der nun erschienene Patientenratgeber unterstützt betroffene Männer, eine angemessene Therapieentscheidung zu treffen. Basierend auf dem Leitlinienprogramm Onkologie enthält der Ratgeber das beste derzeit verfügbare medizinische Wissen zu Früherkennung, Diagnose und Therapie des Prostatakarzinoms. Die Empfehlungen der ärztlichen Leitlinie werden laienverständlich übersetzt und mit Hintergrundinformationen angereichert. Patienten werden so genau informiert, nach welchen Kriterien und Maßgaben ihre Krankheit idealerweise behandelt werden sollte. Der Ratgeber wurde von Patientenvertretern und Ärzten unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) erstellt. Betreuung und Redaktion erfolgten durch das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Gefördert wird der Patientenratgeber durch das Leitlinienprogramm Onkologie, das gemeinsam von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), der Deutschen Krebshilfe (DKH) und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) getragen wird. Der Ratgeber "Prostatakrebs II - lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Protstatakarzinom" steht unter http://www.aezq.de/edocs/pdf/info/pl-pca-II.pdf als Download zur Verfügung.ck/pmKiss-Kinder Anamnesebogen gibt AufschlussKisskinder zeigen häufig einen Kreuzbiss ohne Schmerzsymptomatik. Prof. Dr. Bärbel Kahl-Nike, Hamburg, empfiehlt, den Praxis-Anamnesebogen für Kinder zu ändern, damit auch eine mögliche Kiefergelenkproblematik mit angesprochen wird.Eine Frage sollte lauten: " Gibt es in der Familie Gelenkbetroffene oder gab es in der Familie jemanden mit Kiefergelenksproblemen" Häufig jedoch seien Mütter mit Kindern, die ein diagnostiziertes Kiss-Symptom zeigen, gut informiert und sehr compliant.sp zm 100, Nr. 13, 01.07.2010, Seite 12-19 |
||