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Juli 2010 - Am Anfang stand das Wort. Das getippte Wort. 100 Jahre
später gehören Schreibmaschine und Tipp-Ex längst der
Vergangenheit an. Geschrieben wird immer noch. Wie die Zahnärztlichen
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Ohne Stift und Papier ging gar
nichts. Redaktion in Chicago Ende der 40er-Jahre. |
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Mitteilungen heute produziert werden - der Weg
vom Bleisatz zur Datenbank-basierten Produktion.
Zehn Seiten umfasst die Erstausgabe der Zahnärztlichen Mitteilungen 1910.
Zum Vergleich: Die aktuellen Hefte sind bis zu 160 Seiten stark, plus
Industrie- und Kleinanzeigen. Wer in dieser Größenordnung
produziert, braucht eine professionelle redaktionelle Mannschaft - und eine
entsprechende Technik, sollte man meinen.
Planspiel am Brett
Vor gar nicht allzu langer Zeit erfolgte die Produktion einer Zeitschrift
jedoch noch in Handarbeit. Notebook und Laptop? Waren noch nicht erfunden.
Stattdessen bestimmten Telefon und Schreibmaschine den Arbeitsalltag des
Redakteurs. Sekretärinnen tippten handgeschriebene Manuskripte ab und
erfassten die diktierten Beiträge. Völlig anders auch die Prozesse im
Layout: Gestaltet der Grafiker die einzelnen Seiten heute am PC, bastelte er
die Fahnen bis in die 90er mit Papier und Kleber zusammen. Stichwort
Klebeumbruch. Ein Job, der einem Planspiel glich: Alle Manuskripte lagen
über sämtliche Tische im Layout verteilt, in Hunderte von
Papierschnipseln zerlegt, um daraus die einzelnen Seiten zu bauen. Das
Büro
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| Redakteure der
Komsomolskaya Pravda, eine der populärsten Zeitungen Russlands,
diskutieren in den 80ern das Titelbild der nächsten Ausgabe. |
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des Layouts war übrigens leicht zu orten:
Dank des unverwechselbaren Geruchs des gummierten Papierklebers
"Fixogum" wusste jeder, wo die Umbruchredakteure saßen.
Lüften? No way - zu groß war die Gefahr, dass mit einem Windzug
sämtliche Seiten durcheinandergewirbelt wurden. Was heute an Text und Bild
per drag and drop ins Redaktionssystem einfließt und am Monitor
bearbeitet wird, wurde damals mithilfe mechanischer Instrumente, wie dem
Typometer, errechnet und dann händisch ausprobiert. Gesetzt wurde lange
noch in Blei: Bleilettern wurden in der Druckerei zu Wörtern, Wörter
zu Zeilen und Zeilen zu Seiten zusammengefügt. Mit diesem von Johannes
Gutenberg entwickelten und permanent modifizierten Hochdruckverfahren wurden
bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts Bücher, Zeitschriften und Zeitungen
hergestellt. Auch die zm.
In keinem Bereich der grafischen Industrie hat sich seitdem die Technologie
durch den Einsatz von Computern so grundsätzlich verändert wie im
Satz und in der Bildreproduktion. Ein Ende der stürmischen Entwicklung ist
nicht abzusehen. Schon jetzt verschmilzt die Satztechnik mehr und mehr mit der
Reproduktionstechnik. Deshalb bieten im Bereich der Druckvorstufe Satzbetriebe
Reproduktionsleistungen und umgekehrt
Reproduktionsbetriebe Satzleistungen an.
Alles Quark
Ja, und dann kam Apple. In den 80ern revolutioniert das Unternehmen mit dem
Macintosh die Technik des Setzens und damit auch den Produktionsprozess: Das
Layoutprogramm QuarkXPress hält Anfang der 90er Einzug in Redaktionen,
Verlage, Setzereien und Druckereien. Auch die zm führen mit QPS (Quark
Publishing System) ein Apple-System ein, um die Abläufe zwischen Redaktion
und Layout zu regeln und zu standardisieren.
Nur wenige Jahre später geht zm-online.de an den Start - neben dem
Printheft erscheint ein adäquater Online-Auftritt mittlerweile Pflicht.
Die Webwelt - sie dreht sich im Turbo: 1999 lagen die Pageimpressions von
zm-online.de im Monat bei durchschnittlich 12 430 Zugriffen, 2009 bei 925 550.
2008 der nächste Meilenstein: zm goes Crossmedia. QPS wird durch Tango
Media abgelöst - ein modernes Datenbank-gestütztes Redaktionssystem -
und die Voraussetzung für eine Mehrfachnutzung in allen digitalen
Kanälen geschaffen. Nicht nur, dass die Redaktion mit Tango künftig
mobil arbeiten kann. Vor allem kann sie: crossmedial produzieren - also auch
das Web bespielen. Genauer: Content mediennneutral für Print und Online
aufbereiten und den darunter liegenden Produktionsprozess und Workflow steuern.
Was die Zukunft bringt? Nun, die Technik wird sich weiter selber
überholen. Eine Konstante dagegen bleibt: Die zm sind die Plattform
für zahnärztliche Kommunikation in Deutschland.
Von Blei zu digital
770 nach Christus wird in Asien der Holztafeldruck
zum Druck von Blockbüchern erfunden - die Herstellung war mühsam und
teuer. Etwa 700 Jahre später revolutionierte Johannes Gutenberg den Druck
mit beweglichen Lettern aus Blei. Vervielfältigungen wurden günstiger
und für die breite Masse zugänglich. Den Grundstein für das
heute wichtigste Druckverfahren, den Offsetdruck, legte Alois Senefelder 1797
mit der Erfindung des Steindrucks - dem Vorfahren des heutigen Offsetdrucks.
um 1450:
Johannes Gutenberg entwickelt den Buchdruck mit beweglichen Metalllettern
1797: Alois
Senefelder erfindet den Steindruck (Lithographie)
1800: Lord
Stanhope baut die erste eiserne Druckpresse
1814: Friedrich
König erhält Patent für die erste Schön- und
Widerdruckmaschine
1890: James
Livesey präsentiert die erste Falzmaschine
um 1907: Karl
Klietsch erfindet den Tiefdruck
um 1920:
Erfindung des Offsetdrucks und Entwicklung des Siebdrucks
1938:
Entwicklung der Elektrofotografie
um 1995:
Entwicklung des Digitaldrucks
Die Geschichte der Zeitschrift
Erst ab 1750 lief die "Zeitschrift" unter ihrem Namen, zuvor wurde
sie als "Journal" bezeichnet.
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| Sprung ins 21. Jahrhundert:
Redakteure, Grafiker und Blattmacher arbeiten am zentralen Newsdesk der
Frankfurter Rundschau. |
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Zu ihren Vorläufern zählten
Flugschriften und Flugblätter, Streitschriften, Relationen und
Messrelationen, Avisen und Chroniken. Latein galt anfangs als
wissenschaftlicher Standard - auch die erste deutsche Zeitschrift
"Miscellanea curiosa medicophysica" wurde ab 1670 in Leipzig in
Latein verlegt. Ab dem 18. Jahrhundert erobern Fachzeitschriften und
Frauenzeitschriften das Publikum, und seit dem 19. Jahrhundert blättert
man Illustrierte durch. Wissenschaftliche Zeitschriften spielten übrigens
von Beginn an eine fundamentale Rolle für den Fachdiskurs innerhalb der
Disziplinen. Ein Jahrhundert später beträgt die Gesamtauflage der
Publikumszeitschriften in Deutschland pro Ausgabe rund 123,1 Millionen
Exemplare (IVW 2005). Es gibt 3 637 Fachtitel mit einer Gesamtauflage von 15,1
Millionen Exemplaren. 45 Prozent der Publikumszeitschriften werden im Abo
vertrieben, bei den Fachzeitschriften sind es um die 90 Prozent.
Arbeiten im Newsdesk
Heute arbeitet etwa die Hälfte der Zeitungsredaktionen in Deutschland am
Newsdesk, so dass Print- und Online-Produktion verzahnt sind. Ein Beispiel: der
Axel-Springer-Verlag in Berlin. Sein Newsroom umfasst 56 Arbeitsplätze.
Auch bei Radio und Fernsehen kommen crossmediale Redaktionsmodelle immer mehr
zum Einsatz. Beim Saarländischen Rundfunk beispielsweise laufen die
Fäden in einem Newsroom mit 20 Arbeitsplätzen zusammen. Zu den
aktuellen Online-Trends gehören die Einbindung von Videos in Websites und
die Beteiligung der Nutzer. |
zm 100, Nr. 13, 01.07.2010, Seite
58-59
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