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Manifestation einer flächigen FibromatoseThomas Ziebart, Christian Walter, Wilfried Wagner |
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Juli 2008 Ein gesunder, 23-jähriger, männlicher Patient stellte sich mit einer seit mehreren Monaten bestehenden Hyperplasie der Gingiva in allen vier Quadranten in der Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vor. Schmerzen und Missempfindungen wurden von
Anamnestisch gab er an, seit acht Jahren zu Rauchen und gelegentlich Alkohol zu konsumieren. Eine Dauermedikation lag nicht vor. Es lagen keine Schwellungen, Asymmetrien oder andere inspektorische Auffälligkeiten des Gesichtes vor. Die Mundhygiene des Patienten war bei konservierend und prothetisch versorgtem Gebiss insuffizient. Bei der weiteren enoralen Inspektion zeigte sich eine Hyperplasie der keratinisierten Gingiva bei intakter Schleimhaut im Bereich der Molaren des Ober- und Unterkiefers mit deutlichem Fokus im Unterkiefer. Es lag eine sklerosierende Felderung in buccaler und lingualer Verlaufsrichtung vor.
Von den Kronen der Molaren waren lediglich noch die Kauflächen sichtbar. Passend zur Klinik wies der Patient deutliche Pseudotaschen auf, ohne Blutungstendenz. Die serologische Untersuchung auf Antikörper gegen Hepatits B, Hepatits C und vor allem HIV fiel negativ aus, das Blutbild war normal. Zur Reduktion des Befundes und zur weiteren Abklärung erfolgte eine Probebiopsie aus einem hyperplastischen Areal in Form von multiplen Keilexzisionen unter Erhalt der marginalen Gingiva. Der pathologische Befund erbrachte ein stark sklerosiertes Weichgewebe mit unterschiedlich erweiterten Kapillaren. Des Weiteren zeigte sich ein gering lymphozytär entzündliches Infiltrat. Das Epithel wies weiterhin eine oberflächliche Hyper- und Parakeratose auf, ohne Anhalt für einen malignen Befund. In Zusammenschau der histologischen Befunde mit der Klinik ergab sich das Bild einer Fibromatose. Diskussion Die Fibromatose gehört zu den exophytischen Läsionen der Mundhöhle. Sie werden jedoch auch außerhalb der Mundhöhle, zum Beispiel in der Haut oder im Knochen, gefunden. Sie grenzen sich klar von echten Tumoren im Sinne einer Neoplasie ab. Sie sind vielmehr Zeichen
Die Erkrankung tritt hauptsächlich bei Kindern und jungen Erwachsenen auf. Hierbei spielen Zahndurchbruchsstörungen eine wichtige Rolle. Daneben sind auch einige Fälle vom Fibromatose im Erwachsenenalter beschrieben worden. Klinische manifestiert sich die Fibromatose als langsam wachsend mit eher fester Konsistenz. Die Befunde sind in der Regel schmerzlos und können in seltenen Fällen leukoplakische Veränderungen auf der Schleimhaut aufweisen. Häufigste Prädilektionsstellen sind die lingualen Weichgewebe des Unterkiefers. Durch das fortschreitende Wachstum der Fibromatose kann es auch zur Destruktion des Knochens kommen. Eine wichtige Differentialdiagnose ist die medikamentös induzierte Gingivahyperplasie.
Nach Sicherung der Diagnose durch eine Biopsie kommt bei der Fibromatose eine konventionelle Gingivektomie in Frage. Rezidive werden in 23 Prozent der Fälle beschrieben [5]. In dem hier beschriebenen Fall wurde zunächst die typische Differentialdiagnose einer medikamentösen Gingivahyperplasie anamnestisch ausgeschlossen. Erst durch die Probebiopsie gelang die definitive Diagnose. Als Therapie erfolgte eine Gingivektomie. Der weitere Heilungsverlauf gestaltete sich komplikationslos. Die intraoralen Fäden wurden nach 14 Tagen entfernt, und der Patient ist seit fünf Monaten beschwerdefrei. Dr. med. Dr. rer. nat. Thomas Ziebart Dr. Dr. Christian Walter Prof. Dr. Dr. Wilfried Wagner Klinik für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie Johannes Gutenberg-Universität Mainz Augustusplatz 2 55131 Mainz Ziebart@mkg.klinik.uni-mainz.de
zm 98, Nr. 14, 16.07.2008, Seite 46-47 |
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