Stiftungen

Die Saat guter Taten

Gabriele Prchala
1. August 2007 - Das Stiftungswesen in Deutschland boomt. Immer mehr Bürger sowie öffentliche Einrichtungen und Unternehmen engagieren sich für gute Zwecke. Neue gesetzliche Regelungen sorgen für
Erleichterungen bei der Gründung, ein weiterer Schub ist durch die Gesetzesreform ab September 2007 zu erwarten. Soziales wie auch Gesundheit sind den Stiftern oft ein Anliegen. Welche Rolle nehmen dabei die Heilberufler ein? Hier eine Momentaufnahme mit speziellem Blick auf die Zahnärzte.


{short description of image}Was haben der zahnmedizinische Forscher Prof. Dr. Heinz H. Renggli, der Fernseh-Journalist Ranga Yogeshwar, der Kirchenvertreter Prof. Dr. Dr. Kardinal Karl Lehmann, der Ex-Bundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog, die Berliner Zahnärztin Kirsten Falk und der Arzt und Ballonfahrer Prof. Dr. Bertrand Piccard gemeinsam? Auf den ersten Blick: scheinbar nichts. Auf den zweiten Blick: Einiges. Sie alle sind Preisträger des Apollonia-Preises der "Apollonia zu Münster - Stiftung der Zahnärzte in Westfalen-Lippe".

Zweck der von der Landeszahnärztekammer getragenen Stiftung ist die Förderung der Wissenschaft und Forschung sowie des öffentlichen Gesundheitswesens durch Unterstützung der präventionsorientierten Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. "Das zahnärztliche Berufsfeld in die Öffentlichkeit und in die Gesellschaft einzubinden - das ist das erklärte Ziel unserer Stiftung", erläutert Dr. Walter Dieckhoff, Präsident der Kammer Westfalen-Lippe und gleichzeitig Stiftungsvorsitzender. Es handele sich um eine selbstständige
Dr. WalterDieckhoff (o.), Vorsitzender der Apollonia-Stiftung, und die Preisträger:
 
Prof. Dr. Heinz. H. Renggli
   
Ranga Yogeshwar
   
Prof. Dr. Dr. Kardinal Karl Lehmann
   
  Prof. Dr. Roman Herzog
   
Kirsten Falk
   
Prof. Dr. Bertrand Piccard
Stiftung privaten Rechts. Kuratorium und Vorstand würden durch das zahnärztliche Ehrenamt besetzt, betont er. Ihrem Zweck komme die Stiftung durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit nach.

Zahnärzte als engagierte Stifter in Deutschland als Stifterland? Das Stiftungswesen boomt hierzulande jedenfalls. Die Beweggründe dafür sind mehrschichtig: Zum einen steigt die Bereitschaft von Menschen, sich in der Gesellschaft gemeinnützig zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen und zu gestalten. Zum anderen ist eine Stiftungsgründung mit einem positiven Imagegewinn behaftet.

Letztlich bringen vor allem neue geänderte gesetzliche Bestimmungen Steuererleichterungen und rechtlich verbesserte Möglichkeiten der Stiftungsgründung. Dazu gehören Reformen aus 2000 und 2002, die eine Novellierung entsprechender Landesgesetze nach sich zogen. Gerade erst hat der Bundestag wieder verbesserte Konditionen beschlossen, die am 21. September den Bundesrat passieren sollen und die einen weiteren Schub erwarten lassen (Details dazu siehe nachfolgenden Artikel).

Der im Frühjahr herausgegebene "Stiftungsreport 2007" des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen in Berlin verzeichnet derzeit 14 000 Stiftungen, davon entstanden allein 7 200 in den letzten Jahren. Allerdings lässt sich die Gesamtzahl deutscher Stiftungen nicht erfassen, da es kein bundeseinheitliches amtliches Stiftungsregister gibt.

Der Verband schätzt auf eine Zahl von 20 000 weiteren kleineren Treuhandstiftungen und vermutet darüber hinaus mehr als 30 000 kirchliche Stiftungen, zu denen keine weiteren Angaben existieren. Ein Schwerpunkt des Stiftungsreports sind Bürgerstiftungen. Gerade in den letzten Jahren hat diese Form enormen Auftrieb erhalten.


Die große Rolle der Medizin
Medizin und Gesundheitswesen spielen im Stiftungswesen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Das ergab eine Datenbankrecherche des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. So sind dort allein 99 Stiftungen vertreten, bei denen als Stifter oder Stiftergruppe ein "Dr. med." verzeichnet ist. 607 Stiftungen haben in ihrem Satzungszweck das Wort "Medizin" angegeben. Insgesamt führen mindestens 1 034 Stiftungen medizinische Zwecke (unter dem Stichwort Wissenschaft/Forschung) als einen von mehreren Satzungszwecken an. Bezieht man als Stiftungszweck "Gesundheitswesen" mit ein, so sind sogar mindestens 1 836 Stiftungen im Medizin- und/oder Gesundheitssektor aktiv. Soziale Zwecke sind bei den Stiftungen mit etwa 32 Prozent am besten vertreten, Wissenschaft und Forschung folgen auf Platz fünf.

"Stiftungen werden in der Welt der Heilberufler immer wichtiger. Zum Beispiel durch die Förderung medizinischer Forschung und Ausbildung sowie durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit für Gesundheitsthemen," betont Anke Pätsch, Pressesprecherin des Bundesverbandes Detuscher Stiftungen. " Als Träger von Krankenhäusern, Alten- oder Plegeheimen sowie Reha- oder Behinderteneinrichtungen sind sie Arbeitgeber für mehrere zehntausend Menschen. (Allein die Stiftungen von Bodelschwinghsche Anstalten Bethel beschäftigen 14 000 Mitarbeiter.) Wieviele Stifter oder Stifterinnen aus Heilberufen kommen, darüber gibt zu wenig Angaben. Ich vermute jedoch, ihre Zahl wird steigen. Wer einen medizinischen Beruf ergreift, für den steht der Mensch im Mittelpunkt. Das gleiche Ziel haben sich letzlich auch die meisten Stiftungen auf die Fahnen geschrieben."

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung (2005) hat interessante Fakten zur Stiftungslandschaft vorgelegt:

Fast 40 Prozent aller Stifter sind unter 60 Jahre alt.
Bei Weitem nicht alle Stifter sind vermögend: Ein Fünftel besitzt weniger als 250 000 Euro
Viele Stiftungen sind mit vergleichsweise geringem Kapital ausgestattet: 43 Prozent verfügen zu Beginn über Einlagen von maximal 100 000 Euro.
Stifter wollen hier und jetzt etwas bewegen. Der Wunsch, sich ein Denkmal zu setzen, spielt oft keine Rolle: Mehr als 40 Prozent aller Stiftungen tragen nicht den Namen ihres Gründers.
Stifter sind überdurchschnittlich gebildet, religiös und häufig kinderlos: 36 Prozent haben einen Hochschulabschluss, zwei Drittel bezeichnen sich als gläubig, 42 Prozent haben keine direkten Nachkommen.


Weit über den Beruf hinaus
Schaut man sich die Stiftungslandschaft bei den Zahnärzten an, so ist erkennbar, dass sie (wie andere Stifter auch) weit über ihr eigenes Berufsfeld hinaus für gesellschaftliche Belange aktiv sind. Das Spektrum reicht von ureigenen Anliegen des Berufsstandes bis hin zu humanitären, sozialen oder kulturellen Zwecken.

Im Beispiel der Apollonia-Stiftung zeigt sich sehr gut, wie das berufliche Selbstverständnis des Zahnarztes in die Öffentlichkeit eingebunden werden kann. Das lässt sich am besten an der Auswahl der Apollonia-Preisträger erkennen. Da ist - wie die Kammer Westfalen-Lippe unterstreicht - das Pionierwerk Rengglis, der vor allem den Paradigmenwechsel von der Restauration hin zur Prävention maßgeblich mit geprägt hat. Dazu gehört die Leistung Yogeshwars, der mit seinen Fernsehsendungen Zahnmedizin in ihrer Vielfalt einer breiten Öffentlichkeit vermitteln konnte. Kardinal Lehmann mahnt zu mehr Eigenverantwortung für die Gesundheit zur Entlastung der gesellschaftlichen Solidarität. Er übernahm als Schirmherr des Symposiums "Zahnärztliche Behandlung von Behinderten" Engagement für die Zahnärzteschaft, während Roman Herzog als Verfechter von Eigenverantwortung und von Reformen in allen gesellschaftlichen Bereichen geehrt wurde. Kirsten Falk erhielt den Preis für ihr ehrenamtliches Engagement bei der Behandlung von Obdachlosen in der MUT-Praxis Berlin. Der künftige Apollonia-Preisträger ist Prof. Dr. Bertrand Piccard, der am 22. September 2007 für sein Engagement geehrt wird, der lebensbedrohlichen Krankheit Noma Einhalt zu gebieten.

"Unsere Preisträger sollen herausragende, beispielhafte Leistungen im Zusammenhang mit der zahnärztlichen Prävention erbracht haben", so Dr. Dieckhoff. "Nicht zuletzt geben sie uns Zahnärzten auch eine Rückkopplung darüber, wo wir als Berufsstand stehen. Sie helfen uns, das Bild des Zahnarztes in der Öffentlichkeit entsprechend darzustellen."


Traum erfüllt
Gerade letzteres ist dem eigentlichen "Vater" der im Jahre 2000 gegründeten Apollonia-Stiftung, dem damaligen Kammerpräsidenten und jetzigen Präsidenten der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, ein großes Anliegen. "Die Stiftung ist für mich die Erfüllung des Traumes von der Darstellung präventionsorientierter Zahnheilkunde in der internen zahnärztlichen und externen Öffentlichkeitsarbeit", betont er. Die Kammer Westfalen-Lippe habe hier ein Leitbild gesetzt. Doch es geht dem BZÄK-Präsident um mehr: Nämlich um die Rolle des Ehrenamtes und die soziale Verantwortung des Zahnarztes in der
"Es geht um die Rolle des Ehrenamtes in der Gesellschaft": BZÄK-Präsident Dr. Dr. Jürgen Weitkamp bei einer Apollonia-Preisverleihung in Münster
Gesellschaft, sei dies nun in Form von Stiftungen oder weiteren gesellschaftlichen Initiativen. "Der Berufsstand der Zahnärzte ist eine Wertegemeinschaft. Wir haben ein festes humanitäres Leitbild, das der Menschlichkeit verpflichtet ist." (Dazu auch der Leitartikel in diesem Heft.)


Humanitärer Großeinsatz
Eine der größten Einrichtungen im zahnärztlichen Bereich ist die "Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für Lepra- und Notgebiete, C. H. Bartels Fund (HDZ)". Das Hilfswerk, zunächst als rein private Patenschaft 1981 gegründet, wurde 1987 als Stiftung bürgerlichen Rechts genehmigt. Hier geht es primär um humanitäres Engagement. Es blickt in diesem Jahr auf sein 20-jähriges Bestehen zurück, was im Rahmen des Deutschen Zahnärztetages am 21. November in Düsseldorf mit einer Feierstunde begangen wird. Stifter ist der inzwischen verstorbene Göttinger Zahnarzt Carl-Heinz Bartels.

Mittlerweile ist das HDZ weltweit dort tätig, wo staatliche Hilfe nicht greift und wo die großen Hilfsorganisationen nicht vertreten sind. "Unsere Maßnahmen setzen punktuell, aber umfassend an", erläutert Dr. Klaus Winter, Bad Lauterberg, Vorsteher des HDZ und Nachfolger von Bartels. "Zahnstationen, Waisenhäuser, Kinderheime, Schulen und Krankenstationen werden errichtet oder ausgebaut. Dahinter steht die Hilfe zur Selbsthilfe. So spielen Schul- und Berufsausbildung junger Menschen, die Einrichtung von Arbeitsstätten, die Unterweisung von Ärzten und Zahnärzten mit deren Hilfspersonal oder die Versorgung mit Ausrüstungsgegenständen und Medikamenten eine Rolle."

In den 20 Jahren seines Bestehens hat das Hilfswerk über 850 Projekte in mehr als 60 Ländern in einem Gesamtwert von über 18 Millionen Euro initiiert und zum Abschluss gebracht. Dazu gehören 175 Zahnstationen für hilfsbedürftige Länder. Allein die im Jahr 2006 geförderten Projekte hatten einen Umfang von über einer Million Euro. Die Projekte, die bisher in 2007 unterstützt wurden, umfassen einen Wert von rund 620 000 Euro (Stand Juli 2007). Finanziert wird das Ganze durch die seit 1987 bundesweit verbreitete Zahn- und Altgoldspendenaktion.

Das Hilfswerk wird von einem Kuratorium geleitet, dessen Mitglieder ehrenamtlich tätig sind. Verwaltet wird es von nur zwei Personen, nämlich von Dr. Winter selbst und seiner Frau Helga. Als Qualitätsmerkmal trägt das HDZ das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Schirmherrin ist Prof. Dr. Rita Süssmuth.

"Neben dem Beruf ist Zahnarztsein auch immer eine Berufung", erklärt Winter zum Selbstverständnis seines Ehrenamtes. "Insofern halte ich es für wichtig, auch soziale Verantwortung zu übernehmen, nicht nur für den einzelnen Patienten, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt. Das gilt umso mehr für die Unterstützung in Notgebieten weltweit."

"Diese Art von Berufung und unser eigentlicher Beruf scheinen sich auf einer Ebene menschlicher Verpflichtung die Hand zu geben", fügt Dr. Winter hinzu. "Ein Psychologe hat einmal gesagt: 'Wer sich Zeit nimmt, anderen uneigennützig zu helfen, der schützt sein eigenes Wohlbefinden.' Dabei kommt es nicht auf die Auflistung außergewöhnlicher Ergebnisse, sondern auf die dahinter liegenden Überzeugungen an. So kann durchaus die freiwillige, direkte persönliche Hilfe für Gebende (im Ehrenamt) eine wesentliche Kraftquelle, ja, ein seelisches Spitzenerlebnis sein. Das Helfen führt jedenfalls -
Dr. Klaus Winter, Vorsteher des Hilfswerks Deutscher Zahnärzte, bei einem Einsatz in Afrika
wie bei vielen Menschen so auch bei uns - zu der unmittelbar gespürten Erfahrung: 'Wir werden gebraucht!'"


Stifterclub Frauenkirche
Eine Initiative ganz anderer Art griff die Stiftung Frauenkirche Dresden auf. 1994 wurde der zm-Stifterclub Dresdner Frauenkirche gegründet, Stiftungszweck ist der Wiederaufbau und die Gestaltung des Lebens in und rund um die Kirche. Ihre "Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche e.V." startete eine Vielzahl von Projekten und Initiativen, um mittels Spenden die Wiedererrichtung des berühmten Kulturdenkmals voranzutreiben. Eine dieser Initiativen war der zm-Stifterclub, der mehr als zehn Jahre aktiv war und bei der Zahnärzteschaft über zm-Aktionen Mittel bei den zahnärztlichen Lesern für den Wiederaufbau einwarb (die zm berichteten kontinuierlich). Betreut wurde die Initiative von dem Dresdner Zahnarzt Dr. Hans-Christian Hoch, Vorstandsmitglied der Förderergesellschaft. Insgesamt haben die Zahnärzte mehr als eine Million Euro für den Wiederaufbau der Kirche zusammengetragen und damit die Säule D ("Zahnärzte-Säule") und angrenzende Bauteile im Innenraum finanziert. Zu den Abschluss-Feierlichkeiten des Stifterclubs waren 730 Zahnärzte-Stifter nach Dresden gekommen. Mit der Vollendung der Frauenkirche ist das Projekt abgeschlossen, die nachfolgende "Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e.V." kümmert sich weiter um das Geschehen rund um die Kirche und bietet interessierten Zahnärzten weiterhin eine Plattform, sich zu engagieren.


Und viele mehr
Es gibt eine Vielzahl weiterer Stiftungsinitiativen von Zahnärzten, von denen einige hier nur beispielhaft (weil nicht alle bekannt oder zentral verzeichnet sind) aufgezeigt seien. So hat der im Dezember 2006 verstorbene ehemalige Präsident der Zahnärztekammer Niedersachsen Dr. Erich Bunke eine Stiftung gegründet, die sich für den Erhalt der letzten historischen Waldschmieden zur Eisengewinnung im Wietzenbruch (Wietze) einsetzt. Die Stiftung, die von den Geschwistern Bunke weitergeführt wird, kümmert sich um die Erforschung ihrer Geschichte und ihre Darstellung in der Öffentlichkeit.

Die Heimatstiftung Dr. Sigg im baden-württembergischen Kandel fördert die Heimatkunde und Heimatpflege im Gebiet des Klettgaus, Stifter ist der Zahnarzt Dr. Eugen Sigg. Die Dr. Neucks-Stiftung (benannt nach dem Stader Zahnarzt Dr. Erich Neucks) unterstützt ältere Zahnärzte und Zahnarztwitwen, indem sie ein Altenheim in Buxtehude betreibt, das vom Deutschen Roten Kreuz verwaltet wird. Stiftungsträger ist die Kammer Niedersachsen.

Die Bonner Zahnärzte Willi und Jürgen Bertram engagieren sich seit Jahren für die zahnärztliche Versorgung der Bevölkerung auf den Kapverdischen Inseln. Sie sind ehrenamtlich im Rahmen der Jürgen-Wahn-Stiftung in Soest tätig, die sich vor allem der Nöte von Kindern aus der Dritten Welt verschrieben hat.

Auf dem Stuttgarter Zahnärztetag wird jährlich ein Forschungsstipendium in Höhe von 25 000 Euro verliehen. Es stammt aus einer Stiftung des Stuttgarter Zahnärzteehepaars Walter und Anna Körner. Die Auswahl fiel in diesem Jahr auf den Zahnarzt Christoph Goldammer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Poliklinik für zahnärztliche Prothetik und Propädeutik an der Universität Tübingen. Das Stipendium ermöglicht es Goldammer, ein wissenschaftliches Projekt an der Showa Universität Tokio weiterzuführen. Zweck der Stiftung ist die Förderung der Allgemeinheit, insbesondere durch die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie Bildung und Erziehung.

Eine weitere Einrichtung ist die "Stiftung Zahnärztliche Wissenschaften" des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte, die zusammen mit der Stiftung Zahnärztlicher Fortbildungskongress Davos 1978 gegründet wurde. Sie ist auf Schweizer Recht begründet. Zweck ist die Förderung der zahnärztlichen Wissenschaften, insbesondere die zahnärztliche Forschung und die allgemeine Verbreitung der Forschungs- und wissenschaftlichen Ergebnisse. Seit 2002 vergibt die Stiftung jährlich Förderpreise an junge Wissenschaftler.


In bester Gesellschaft
Mit ihren Stiftungsinitiativen sind die Zahnärzte in bester Gesellschaft. Bekannte Namen großer Stiftungen sind mit dem Bereich Gesundheitswesen verbunden. So kümmert sich die Robert-Bosch-Stiftung, eine der größten Deutschlands, unter anderem auch um Gesundheit und humanitäre Hilfe und betreibt Krankenhäuser. Die Hertie-Stiftung unterstützt Forschungen zu Multipler Sklerose, Alzheimer und Parkinson. Die Felix-Burda-Stiftung engagiert sich gegen Darmkrebs. Die ZNS-Hannelore-Kohl-Stiftung engagiert sich für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems.

Eine Unterstützung ganz anderer Art bietet die Stiftung Gesundheit mit ihrem Arztsuchdienst für Patienten. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Verbrauchern verständliche Informationen über Medizin und Gesundheit zu bieten. Auch das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (ZI), das Forschungsinstitut der Kassenärzte, ist eine Stiftung des bürgerlichen Rechts. Viele weitere Stiftungseinrichtungen beschäftigen sich mit Medizin und Gesundheit, mehr dazu im Leserservice.


Zahnärzte involviert
Last but not least zwei weitere Beispiele, bei denen wiederum die Zahnärzte mit involviert sind: Die Stiftung des Hartmannbundes "Ärzte helfen Ärzten", gegründet 1955. Sie unterstützt vor allem Kinder (Waisen und Halbwaisen) von Ärzten, Zahn- und Tierärzten während der Schul- und Berufsausbildung und des Studiums, sofern sich die Eltern in wirtschaftlicher Not befinden. Dahinter steckt die Idee der kollegialen solidarischen Hilfestellung. Im Stiftungsvorstand sind Spitzenvertreter der jeweiligen Standesorganisationen, dazu gehört Dr. Dr. Jürgen Weitkamp für die BZÄK.

Seit 1960 prämiert die Stiftung "Hufeland-Preis" jährlich herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Präventivmedizin. Der Preis ist mit 20 000 Euro dotiert. Die Deutsche Ärzte-Versicherung ist einer der Träger und Sponsoren. Weitere Träger und Initiatoren sind die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer und die Bundesvereinigung für Gesundheit e.V. Der Preis für 2006 wurde nach langer Zeit wieder einmal an einen Zahnmediziner verliehen und ging an Prof. Dr. Stefan Zimmer, stellvertretender Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde, Düsseldorf.


Bei Weitem nicht erschöpft
Das soziale und gesellschaftliche Engagement der deutschen Zahnärzte ist vielfältig und spiegelt sich in den unterschiedlichsten Projekten wider. In vielen Facetten zeigt der Berufsstand, dass er seine gesellschaftliche Verantwortung auch außerhalb seines direkten Umfeldes wahrnimmt. Vor allem gehört dazu die Vielzahl großer und kleinerer Hilfsaktionen, sei es durch finanzielle, (zahn-)medizinische oder ganz einfach "menschliche" Unterstützung. Die Bundeszahnärztekammer unterstützt diese Aktivitäten durch koordinierende Tätigkeiten sowie durch eine breite Darstellung in der Öffentlichkeit.

Eine Linkliste weiterer Stiftungen im Gesundheitswesen sowie eine Literaturauswahl als pdf-Datei hier …


Der Hildegard-von-Bingen-Preis

Die Reihe prominenter Preisträger ist inzwischen lang: Dazu gehören Helmut Markwort,Gabriele Krone-Schmalz, Prof. Dr. Joachim Fest (†), Claus Kleber und Walter Kannengießer (v.l.n.r.) Im Hintergrund: der Publizist Helmut Ahrens, Initiator des Preises
Erwähnt werden sollte im Zusammenhang mit gesellschaftlichem Engagement eine Initiative die - obwohl keine Stiftung - dennoch dem Berufsstand ganz besonders gut zu Gesicht steht. Es ist der von der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz seit 1995 ausgelobte "Hildegard-von-Bingen-Preis. Gewürdigt wird damit eine herausragende, die Gesellschaft prägende publizistische Leistung. Er soll, so die Kammer, "die Pluralität im Chor der Meinungen" fördern und Frauen und Männer ehren, die "nicht ohne Zivilcourage ihr Bild von der politischen, sozialen und kulturellen Welt" besonders markant weitergeben.
pr
 

zm 97, Nr. 15, 01.08.2007, Seite 22-26