16. August 2007 - Die
Zahnmedizin in Deutschland verfügt über eine Fortbildungskultur,
deren Vielfalt und Unabhängigkeit ihresgleichen sucht. Dennoch sollte der
Berufsstand aufmerksam beobachten, welche neuen Anforderungen an Fortbildung
gestellt werden, damit er für zukünftige Herausforderungen gewappnet
ist. Gefragt ist Kompetenzerhaltung durch lebens
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Der Zahnarzt erhält seine
Kompetenz durch lebenslanges Lernen. Dabei hilft die Methode des Continuing
Professional Development (CPD). |
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langes Lernen, der Weg dahin führt
über die Methode des Continuing Professional Development (CPD).
Der einzelne Zahnarzt investiert vermutlich mehr Zeit und Geld in seine
Fortbildung als die Angehörigen anderer Professionen. Eine
repräsentative Umfrage des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ)
aus dem Jahr 2005 bestätigte, dass Fortbildung in der Kollegenschaft
breite Akzeptanz findet und der fachliche Nutzen sehr positiv eingeschätzt
wird.
Die Anforderungen an zahnärztliche Fortbildung haben sich in den letzten
Jahren stark gewandelt. Dies hat zum einen berufsinterne Gründe, die ihre
Wurzel in einer fachlichen Neuorientierung der Zahnärzte haben. Es gibt
aber auch gesellschaftliche und wissenschaftliche Gründe für diesen
Wandel.
Eine Neuorientierung der Zahnärzte war beispielsweise die Ursache für
die Entwicklung "Strukturierter Fortbildungsreihen". Ein wichtiger
Grund für deren Erfolg war die hiermit verbundene Option, die
entsprechende Fortbildungsleistung überzeugend gegenüber dem
Patienten auszuweisen.
Die Fortbildung erfolgt freiwillig mit der Möglichkeit des Punkteerwerbs.
Die Punktevergabe wird von den Zahnärzten rege in Anspruch genommen. Die
wohl bekannteste gesellschaftlich-politische Anforderung der letzten Jahre war
die Einführung der
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Definition |
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Continuing Professional Development ist ein
über die gesamte Berufstätigkeit fortdauernder Bildungsprozess, der
es Ärzten ermöglicht, Standards der medizinischen Berufsausübung
zu gewährleisten und zu verbessern, indem sie ihr Wissen, ihre
Fähigkeiten, ihre Einstellungen und ihr Verhalten entwickeln.
Quelle: Starke, I. & Wade, W. (2005). Continuing Professional
Development - Supporting the Delivery of Quality Healthcare. Annals Academy of
Medicine Singapore, 34 (11), 714-719 |
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Fortbildungspflicht im vertragszahnärztlichen
Bereich und des hierfür konstruierten Punktesystems. Doch diese sogenannte
"Zwangsfortbildung" hat - ganz im Gegensatz zur freiwilligen
Fortbildung - bisher zu keinerlei nennenswerten inhaltlichen Impulsen
geführt.
Weniger bekannt sind neue wissenschaftliche Anforderungen an die Fortbildung,
die in den letzten Jahren eine Neuorientierung bei der Entwicklung von
berufsbegleitenden Trainingsprogrammen bewirkt haben. Ganze Fachrichtungen, von
der Bildungswissenschaft bis zur Gesundheitsökonomie, beschäftigen
sich mit der Wirkung von Fortbildung auf das Versorgungsgeschehen. Das Ziel
ist, die Effizienz des Lernens zu verbessern. Die Wissenschaftler
beschäftigt insbesondere die Frage, ob es der Fortbildung gelingt,
überholte Handlungsroutinen in der Praxis durch neue und bessere
abzulösen.
Umfassende Betrachtungsweise
Diese wissenschaftlichen Aktivitäten haben im angelsächsischen
Sprachraum zu einer neuen Begriffsbildung geführt. Dem Begriff
"Continuing Medical Education" (CME), der für das klassische
Konzept der ärztlichen Fortbildung steht, wird seit den Neunzigerjahren
des letzten Jahrhunderts mehr und mehr der Begriff "Continuing
Professional Development" (CPD) gegenübergestellt. CME steht für
die kognitive Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten, zum Beispiel durch
Unterricht im Hörsaal. CPD ist hingegen mit einer umfassenden Betrachtung
der Gestaltung von medizinischen Arbeitsprozessen verbunden, geht also weit
über die Vermittlung von Fachkenntnissen hinaus.
Der Wechsel von CME zu CPD wurde auf europäischer Ebene erstmalig von der
Union of Medical Specialists (UEMS) gefordert. In ihrer "Basel
Declaration" von 2001 wurde festgehalten, dass der tradierte
Fortbildungsbegriff zu eng gefasst und deshalb im Sinne des "Continuing
Professional Development" zu erweitern sei.
Für Zahnärzte tauchte die Forderung nach "Continuing
Professional Development" erstmals im Bericht "Profile and
Competences for the European Dentist" der Association for Dental Education
in Europe (ADEE) auf, der 2004 veröffentlicht wurde. Hier wurde Continuing
Professional Development als Voraussetzung dafür angesehen, klinische
Kompetenz auf einem hohen Niveau zu erhalten. Eine nähere Bestimmung des
Begriffes findet sich in diesem Dokument allerdings nicht.
In Deutschland haben der Berufsverband der Deutschen Chirurgen und die Deutsche
Gesellschaft für Chirurgie die Ausrichtung ihrer Fortbildungsprogramme auf
die Anforderungen der CPD aktiv betrieben und propagiert. Es ist zu erwarten,
dass dieser Begriff im öffentlichen Diskurs eine immer größere
Rolle spielen wird.
Leitkonzept für Kompetenzentwicklung
Continuing Professional Development als Leitkonzept des lebenslangen Lernens
ist verbunden mit einer Veränderung der Vorstellung vom Lernen. In den
Mittelpunkt der Betrachtung rücken hierbei die Kompetenzen der
Beschäftigten im Arbeitsprozess. Diese sollen sowohl in fachlicher wie
auch in sozialer, persönlicher und methodischer Hinsicht weiterentwickelt
werden, um ihre konkreten Arbeitsaufgaben in optimierter Art und Weise zu
lösen. Formale Qualifikationen, die im Grundstudium erworben wurden,
treten dagegen in den Hintergrund.
In der medizinischen Arbeitswelt hat das folgende Gründe:
Zwischen dem im
Grundstudium erworbenen Wissen und dem in der Praxis geforderten Verhalten
besteht eine systematische Kluft. Kognitiv erworbenes Wissen kann nicht zur
Anwendung gebracht werden, erfahrungsbasiertes Wissen muss erst erworben
werden.
Die fachliche
und technologische Entwicklung beschleunigt sich und betrifft den gesamten
Prozess der Leistungserbringung. Hier geht es nicht nur darum, Schritt zu
halten, sondern selbst Innovation anzustoßen und dadurch
Wettbewerbsvorteile zu sichern beziehungsweise die Versorgung zu verbessern.
Die Praxis
steht - wie jedes Unternehmen - unter einem erheblichen Anpassungsdruck. Dieser
betrifft nicht nur die Kosten, sondern auch die Art und Qualität der
Leistungen. Für Unternehmen ergibt sich dieser Druck aus dem globalen
Wettbewerb um Beschaffungs- und Absatzmärkte, für Zahnärzte aus
gesellschaftlichen und kulturellen Wandlungsprozessen, die sich auf das gesamte
Gesundheitssystem auswirken.
Fasst man diese Entwicklungen zusammen, werden die Veränderung, die
Entwicklung und das Lernen zu einem zentralen Aspekt professioneller
Tätigkeit. Erfolgreiche Personen, Praxen und Organisationen erwerben die
Fähigkeit zu stetiger Entwicklung, sie lernen zu lernen. Lernen erfolgt
dabei im Arbeitsprozess und resultiert unmittelbar in verändertem
Verhalten. Dem steht nach wie vor die veraltete Auffassung gegenüber,
Lernen sei das Anhäufen eines Wissensvorrates, der zukünftig zur
Anwendung komme, wenn sich die Notwendigkeit ergibt.
Verhaltensänderung als Ziel
Diesem allgemeinen Trend in der beruflichen Weiterbildung folgend zielt das
Modell des "Continuing Professional Development" auf die Entwicklung
von Persönlichkeit, Handlungskompetenz und auf die Änderung von
Verhalten. Ethische Einstellungen, Patientenorientierung, Management und
Qualitätssicherung sind ebenso obligatorische Themen wie die aktuellen
Entwicklungen auf den relevanten Fachgebieten. CPD orientiert sich an
subjektiven Bedürfnissen des Arztes und nicht nur am akademischen
Fächerkanon.
Aus der Psychologie ist bekannt, wie schwer Verhalten gezielt zu beeinflussen
ist. Einstellungsänderungen allein bewirken nicht viel, auch kognitiv
erworbenes Wissen erweist sich oft als träge. Erfolgreiche
Veränderungsprogramme in Unternehmen binden Mitarbeiter frühzeitig
ein, einerseits um deren Akzeptanz für die Veränderungen zu
erhöhen, andererseits aber auch, um deren Vor-Ort-Wissen einzubeziehen und
die Veränderungen dadurch optimal an die betrieblichen Bedingungen
anzupassen.
Erfahrung als Erkenntnisquelle
Übertragen wir diese Erkenntnisse auf die zahnärztliche
Tätigkeit, so sind die Erfahrungen und Routinen der Zahnärzte aus
ihrer Praxis in der Fortbildung systematisch zu berücksichtigen. Routinen
lassen sich verändern, wenn sie erkannt, reflektiert und gemeinsam mit
Kollegen bewertet werden. Wenn die eigenen beruflichen Erfahrungen hierbei als
wertvolle Quelle anerkannt und wertgeschätzt werden, werden die
Veränderungen selbst herbeigeführt und nicht von außen
aufgesetzt. Die Wahrscheinlichkeit zu deren Umsetzung in der Praxis steigt.
Entscheidend ist, dass dem Zahnarzt auch in der Fortb
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Aktivitäten im
Rahmen des Continuing Professional Development |
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ildung seine Autonomie zugestanden wird.
Änderungen des eigenen professionellen Verhaltens können weder
angeordnet, noch manipulativ herbeigeführt werden. Sie können nur vom
Praktiker selbst ausgehen und durch ihn selbst umgesetzt werden. Der Lehrende
tritt dabei als kooperativer Unterstützer auf, nicht als überlegener
oder anweisender Lehrer.
Wenn es auf diese Weise gelingt, die Erfahrungen der Zahnärzte zum
Bestandteil der Fortbildung zu machen, erweisen sich gerade diese als wertvolle
Quelle der Erkenntnis. Verglichen mit dem abstrakten wissenschaftlichen Wissen,
hat Erfahrung den Vorteil, dass sie sich bereits in der Praxis bewährt
hat. Sie ist in hohem Maße glaubwürdig. Das Vertrauen in den
erprobten Rat eines erfahrenen Kollegen ist zunächst größer als
das Vertrauen in eine anonyme Erkenntnis, deren Herkunft nicht nachvollzogen
werden kann.
Andererseits hat Erfahrung auch ein ausgeprägtes Beharrungsvermögen.
Was sich über lange Zeit bewährt hat und zur bequemen Routine
geworden ist, lässt sich schwer verändern. Aus diesem Grund ist es
wichtig, dass Fortbildung die Erfahrung des Klinikers nicht nur wirksam macht,
sondern auch kritisch reflektiert und in Bezug zur aktuellen Forschungslage
setzt. Genau diese Verschränkung aus Wissenschaft und Praxis, aus
Wertschätzung und Kritik, aus kollegialem Diskurs und
didaktisch-methodischer Professionalität zeichnet hochwertige Fortbildung
aus.
Fasst man das Konzept zusammen, so lässt sich über CPD festhalten,
dass sie
Wissenschaft,
Fortbildung und Praxis miteinander verschränkt,
sich an den
Bedürfnissen und Entwicklungszielen des Lernenden orientiert,
neben Wissen
auch auf Verhalten und Persönlichkeit zielt,
verschiedene
Ebenen professionellen Handelns integriert: heilende Tätigkeit,
Führung, Kommunikation, Administration, gesellschaftliche Rolle und
Verantwortung, Work-Life-Balance und mehr,
dem Lernenden
Autonomie lässt und die Verantwortung für den Lernprozess zwischen
Lehrendem und Lernendem teilt,
gemeinschaftlich validierte Erfahrung als Evidenzquelle anerkennt,
einen stetigen
Kreislauf aus Handeln und Reflexion in die berufliche Tätigkeit
implementiert.
Neben dieser grundsätzlichen Ausrichtung von Fortbildung können auch
methodische Hinweise gegeben werden. Die Vielfalt der Methoden für CPD
wird entlang verschiedener Kategorien in Tabelle 1 deutlich. Wir unterscheiden
kognitive Methoden, gemeinschaftlich organisierte Fortbildung und
praxisbezogene Studien. In allen diesen Bereichen der Fortbildung reicht das
Spektrum der Methoden vom informellen Gespräch über moderierte
Gruppenarbeit bis hin zu wissenschaftlich unterstützter Datenerhebung und
Auswertung.
Das Beispiel der Chirurgen
Der Bundesverband Deutscher Chirurgen (BDC) ist gegenwärtig von allen
medizinischen Berufsverbänden Deutschlands derjenige, der am intensivsten
die Ziele des Continuing Professional Development fördert und seinen
Mitgliedern anrät, entsprechende Bildungs- und Organisationsangebote
wahrzunehmen. Es wurde eine Online-Plattform eingerichtet, die den Nutzern ein
Logbuch zur Dokumentation und Strukturierung ihrer Fortbildung bietet. Ferner
können hier Verlaufs- und Qualitätsparameter realer
Behandlungsfälle eingegeben werden, so dass eigene Leistungen
kontinuierlich mit Referenzdaten verglichen werden können.
Kern der CPD-Initiativen ist das Projekt "Evaluation chirurgischer
Kompetenz" (ECKO). Dieses Feed-back-System basiert auf einer
anonymisierten Befragung von Patienten, nicht ärztlichen Mitarbeitern und
Überweisern, die verschiedene Dimensionen der chirurgischen Kompetenz
beleuchtet. So werden Fragen zur fachlichen Kompetenz genauso gestellt wie
Fragen zum Patientenmanagement, zur Teamfähigkeit und zur Kommunikation.
Jeder Teilnehmer erfährt, wie ihn seine Patienten, seine Mitarbeiter und
seine Kollegen einschätzen. Diese persönliche Rückkopplung wurde
in einer Befragung der teilnehmenden Chirurgen als außerordentlich
hilfreich eingeschätzt, um die persönlichen Leistungen gezielt zu
verbessern. Der BDC sieht seine Initiativen als Chance, aus der chirurgischen
Profession heraus Maßstäbe für kompetentes chirurgisches
Handeln zu setzen.
CPD in zahnärztlicher Fortbildung
Auch in der Zahnmedizin hat CPD bereits Eingang in die Fortbildung gefunden.
Noch dominiert zweifellos das tradierte Konzept der cognitiven
Übermittlung von Fachwissen, wie es von Kongressen und aus der tradierten
"Hörsaalfortbildung" bekannt ist. Daneben haben sich jedoch
viele neue Fortbildungsformate etabliert, die Elemente des CPD aufweisen. Das
ist immer dann der Fall, wenn in der Veranstaltung Erfahrungen aus der Praxis
vorgestellt, untersucht und diskutiert werden. Wenn zum Beispiel Zahnärzte
im Rahmen der strukturierten Fortbildung eigene Fälle vorstellen und sich
anschließend der Kritik der Kollegen stellen, wird CPD praktiziert.
Erfahrungsbezogen arbeiten auch viele Qualitätszirkel, die eigene
Praxisroutinen analysieren und Leitlinien zur Verbesserung der
Praxisorganisation beziehungsweise der Behandlung erarbeiten. CPD findet immer
statt, wenn in der Fortbildungsveranstaltung die Erfahrung des Praktikers
Grundlage für eine kritische Überprüfung zahnärztlicher
Handlungsroutinen ist.
Neue Formate auf Basis des CPD
Continuing Professional Development als Leitbild des professionellen Lernens
ist auch als Grundlage für die Entwicklung völlig neuer
Fortbildungsformate geeignet. Schon seit mehreren Jahren bewähren sich
beispielsweise in den Fortbildungsveranstaltungen der Akademie für
Zahnärztliche Fortbildung Karlsruhe Konzepte, die die Prinzipien der CPD
systematisch nutzen.
Dazu zählt vor allem das "CPD-Praxisforum". Die Teilnehmer
lernen einen systematischen Umgang mit der Innovation in der eigenen Praxis
unter der Fragestellung: "Was mache ich mit den Informationen, die ich aus
der Fortbildungsveranstaltung mitgenommen habe?" Dabei geht es um die
Umsetzung klinischen Wissens in die Praxis - konkret aufgehängt an der
Parodontologie. Es handelt sich um eine Veranstaltung mit drei
Präsenzterminen (jeweils ein Wochenende), flankiert von fünf
Projekten, die die Teilnehmer in ihrer Praxis durchführen. Die Laufzeit
des Praxisforums beträgt insgesamt sieben Monate.
Während der Präsenzveranstaltungen wird auf konventionelle
Instruktion weitgehend verzichtet. Die Teilnehmer analysieren ihre eigene
Praxis und erarbeiten einen klinischen Pfad für die Organisation und
Durchführung einer Parodontitistherapie, wobei sie von einem Moderator
geleitet und von einem Experten unterstützt werden.
Der Erfolg der individuell vorgenommenen Änderungen des Praxisgeschehens
wird gemeinschaftlich diskutiert und reflektiert. Ganz konsequent werden
CPD-Methoden im Modul qzi des Masterstudienganges "Integrated
Dentistry" angewendet. Hier findet der Teilnehmer gar keine thematischen
Vorgaben seitens der Lehrenden vor, sondern konzipiert ein eigenes
"Persönliches Entwicklungsprojekt" (beispielsweise eine neue
Materialdokumentation oder die Revision seines Recallsystems), dass in den
Präsenzveranstaltungen strukturiert und von Moderator und Lerngruppe
begleitet wird.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht also das Praxishandeln der Teilnehmer,
in das durch die Methodik des Kurses aktiv eingegriffen wird. Die reflexive
Ausrichtung der Veranstaltung führt zu einer adäquaten Anwendung
desjenigen Expertenwissens, das durch die Gruppe selbst repräsentiert
wird. Die Erfahrung der Praktiker erhält in dieser Fortbildung den Rang,
der ihr eigentlich zukommt. Die Kurserfahrung wird von den Teilnehmern sehr
positiv eingeschätzt und der Nutzen für die Praxis als
außerordentlich hoch empfunden.
Ein Ausblick
Mit Sicherheit werden die tradierten, kognitiv ausgelegten Konzepte weiterhin
einen bedeutsamen Stellenwert in der zahnärztlichen Fortbildung halten.
Mit dem Begriff "Continuing Professional Development" ist jedoch eine
erweiterte Strategie für das lebenslange Lernen des Praktikers entstanden,
die eine Weiterentwicklung der zahnärztlichen Fortbildung zur Folge haben
wird. CPD Fortbildungskonzepte ziehen die Erfahrung der Praktiker in das
Kursgeschehen ein. Praxishandeln wird analysiert und aktiv verändert, wenn
sich die Notwendigkeit dafür zeigt. Diese Konzepte sind sehr wohl
geeignet, die Effizienz der Fortbildung zu erhöhen und ihren Nutzen
für die Versorgung zu dokumentieren und nachweisbar zu machen. Die
Autonomie der Zahnärzteschaft kann durch diese Fortbildungsstrategie
nachhaltig gestärkt werden.
Prof. Dr. Winfried Walther
Direktor der Akademie für
Zahnärztliche Fortbildung
Akademie für Zahnärztliche Fortbildung
Sophienstraße 41
76133 Karlsruhe
Juniorprofessor Dr. rer. pol. Michael Dick
Institut für Erziehungswissenschaft der
Otto-von Guericke Universität Magdeburg
Literatur beim Verfasser
Befragung: Was bewirkt CPD
Was kann durch CPD-Fortbildung in der Praxis
erreicht werden? Diese Frage wurde im Rahmen des Masterstudiengangs der
Akademie für Zahnärztliche Fortbildung Karlsruhe untersucht. Die
Teilnehmer aus zwei Jahrgängen des "Praxisforums Zahnärztliche
Qualitätsförderung" wurden darüber befragt, was sich in
ihrer Praxis durch die Fortbildungsveranstaltung geändert hat. Insgesamt
zwanzig Zahnärztinnen und Zahnärzte beteiligten sich an der
Befragung.
Während vor der Teilnahme am Praxisforum nur fünf der Praxen
über eine Handlungsgrundlage im Sinne eines Klinischen Pfades
verfügten, bestand nach dem Forum eine entsprechende Festlegung in allen
Praxen und wurde als Erleichterung der Praxisorganisation wahrgenommen. Weitere
Ergebnisse der Befragung waren, dass sich das Behandlungsaufkommen insgesamt
erhöhte und die Motivation der Mitarbeiter verbesserte.
Die Teilnehmer am Veranstaltungsjahrgang 2004 unterzogen sich zusätzlich
einer Ist-Analyse vor beziehungsweise nach der Teilnahme am Praxisforum.
Hierbei konnte gezeigt werden, dass durch das Praxisforum in den teilnehmenden
Praxen ein klar strukturiertes Befund- und Anamneseschema eingeführt
wurde, welches vor der Teilnahme zumeist nicht bestand. Für die
spezifische Anamnese wurde in allen Praxen eine Befragung nach bedeutsamen
prognostischen Parametern wie diabetischer Status und Rauchgewohnheiten
eingeführt. Im Hinblick auf die Patientenaufklärung wurde ein
Fortschritt durch den Einsatz von klar strukturierten Aufklärungsinhalten
erreicht. Fast alle Praxen entschlossen sich zur Einführung schriftlicher
Beratungsunterlagen. |
zm 97, Nr. 16, 16.08.2007, Seite 74-78
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