Die zm berichten regelmäßig über Hilfsaktionen und humanitäres Engagegement von zahnärztlichen Kollegen in aller Welt
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Hilfe für Indien

Eine Praxis für Chennai

Der Verein "Hilfe für Indien" hat in einem Blinden- und Gehörlosenheim im indischen Chennai eine Zahnarztpraxis eingerichtet. Im Juli übergaben die Initiatoren des Projekts,
Vorsorge statt Zahnschmerzen - Dr. Ralf Pineda will mit dem Verein "Hilfe für Indien" vor allem den Prophylaxegedanken stärker verbreiten.
Christian Klages und der Oberschleißheimer Zahnarzt Dr. Ralf Pineda, den Behandlungsraum einem indischen Kollegen, der dort an drei Nachmittagen in der Woche behandeln wird.


"Uns geht es vor allem darum, den Prophylaxegedanken stärker zu verbreiten", erklärt Pineda. Viele Inder gingen erst dann zum Zahnarzt, wenn ihnen ein Zahn weh tue. Dann sei es aber oft schon zu spät, so der 42-Jährige. Ein besonderes Augenmerk legt der Verein auf die Bewohner der Slums, da diese sich häufig eine vorsorgliche Behandlung gar nicht leisten könnten.
Als nächsten Schritt plant die Hilfsorganisation, junge Inderinnen für die Entfernung von Zahnstein auszubilden und auszurüsten. "Zum einen geben wir den jungen Frauen damit eine Möglichkeit ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, zum anderen wird ein großes Gesundheitsproblem der Bevölkerung mit einfachen Mitteln angegangen", erläutert Christian Klages. Für die notwendigen Geräte werden derzeit Spenden gesammelt.

Kontakt:
Dr. Ralf Pineda
Fax: 089/31 51 94 1
E-Mail: info@dr-pineda.de
oder im Netz:
www.sparks.de/hilfeindien

Spendenkonto:
Hilfe für Indien
Kreissparkasse München
Konto-Nr.: 28 28 2
BLZ: 702 501 50


Republik Benin, Westafrika

17 Zahnärzte sind nicht genug

 
Der Würzburger Verein Oredola unterstützt den Aufbau der zahnärztlichen Versorgung in der Republik Benin in Westafrika. In dem zu den ärmsten Ländern der Welt gehörenden Land gibt es nach Angaben der Hilfsorganisation
Die Zahnstation im Bezirkskrankenhaus Nikki soll im Oktober bezugsfertig sein.
nur 17 Zahnärzte - für acht Millionen Einwohner. Der Verein wolle vor allem im Norden des Landes aktiv werden, wo die Versorgung besonders schlecht sei, berichtete der Vorsitzende, Zahnarzt Christian Herold, bei einer Informationsveranstaltung im Juli.

Die Entwicklungshilfe ist in mehrere Stufen unterteilt: Zunächst soll bis Oktober 2006 im Bezirkskrankenhaus Nikki (Foto) eine Zahnstation eingerichtet und von deutschen Fachkräften in Betrieb genommen werden. Ein zweiter Schritt sieht vor, beninischen Kollegen Praktika in europäischen Praxen zu vermitteln. Langfristig soll vor Ort eine zahnmedizinische Fakultät gegründet werden. Deutsche Zahnärzte und Studierende höherer Semester, die in Nikki arbeiten wollen, erhalten freie Unterkunft im Klinikwohnheim, Verpflegung und auf Wunsch einen Dolmetscher.

Kontakt:
Oredola e.V.
c/o Zahnarztpraxis Herold
Hochhäuser Straße 1
97956 Werbach
Tel.: 09341/24 26

Spendenkonto:
VR-Bank Würzburg
Konto-Nr.: 673 1600
BLZ: 790 900 00

 

Einsatz in Bosnien

Zu Besuch im Friedensdorf

 
"Selo Mira" - zu Deutsch Friedensdorf - hieß in diesem Sommer der Einsatzort von
Im bosnischen Kinderdorf "Selo Miro" untersuchte Zahnarzt Sascha Engel 60 Kinder.
Zahnarzt Sascha Engel (Foto) aus Neuhof bei Fulda. In dem bosnischen Kinderdorf, das von der Rudolf-Walther-Stiftung unterhalten wird, behandelte er eine Woche lang 60 Kinder und deren Betreuer. Der Milchzahnbestand der meisten Bewohner war laut Engel in einem desolaten Zustand. Grund: In Bosnien-Herzegowina werden Zähne deutlich schneller gezogen als in Deutschland. Zahnerhaltende Maßnahmen oder Zahnersatz erhält man kaum. So haben oft schon Jugendliche bleibende Lücken im Gebiss. Hier setzt die Hilfe der ehrenamtlichen Zahnärzte an: Sie führen konservierende Behandlungen durch und klären über Prophylaxemaßnahmen auf.
Auf eine nachhaltige zahnmedizinische Versorgung ihrer Schützlinge legt die Rudolf-Walther-Stiftung großen Wert. Sascha Engel hat die Zusammenarbeit gefallen. Sein Fazit: "Nur in dieser Teamarbeit können wir dauerhaft helfen."

Informationen:
Rudolf-Walther-Stiftung
Tel.: 06051/48 18 0
www.rudolf-walther-stiftung.com

 

Bundesverdienstkreuz für Gesichtschirurgen

Mit der schwimmenden Klinik vor Anker

 
Seit 14 Jahren fährt der Bremer Gesichtschirurg Dr. Lür Köper jedes Jahr drei bis sechs Wochen nach Westafrika auf das Hospitalschiff MS
Die MS Anastasis ist eins von drei Hospitalschiffen, die für die medizinische Versorgung in Entwicklungsländern genutzt werden.
Anastasis, um in der schwimmenden Riesenpraxis Patienten zu behandeln. Ehrenamtlich, versteht sich. Den Aufenthalt zahlt er aus eigener Tasche. Für sein Engagement hat der 58-Jährige jetzt das Bundesverdienstkreuz erhalten.
Die Anastasis gehört zur Flotte der "Mercy Ships", die weltweit in Häfen von Entwicklungsländern einlaufen und dort als Klinik auf Zeit dienen. Fachkräfte sind an Bord immer gefragt: "Wir brauchen jede Art von Spezialchirurgen", so Köper. "Zahnärzte, Gynäkologen oder Orthopäden." Die Schiffe bleiben bis zu acht Monate in einem Hafen. In dieser Zeit werden laut Köper über 6 000 Patienten behandelt. Darunter seien etwa 500 Mund-Kiefer-Patienten, berichtet der Bremer. In dem zwölf Quadratmeter großen OP-Saal nimmt er bei seinen Aufenthalten MKG- und Tumorchirurgie sowie plastische Operationen und Implantologie vor.
sth/ÄZ

Infos im Netz unter: www.mercyships.de

 

Spenden für polnisches Waisenhaus

Hilfskonvoi nach Glaz

 
Regelmäßig versorgen die Helfer des DRK Borken das polnische Kinderheim "Bardo" mit Hilfsgütern. ZA Peter Reber - hier mit seiner Patentochter auf den Schultern - begleitet sie dabei.
Seit zehn Jahren begleitet Zahnarzt Dr. Peter Reber aus Ahaus den Hilfsgüter-Konvoi des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Kreisverband Borken. Zielort ist die ehemalige Grafschaft Glaz in Polen. Seine Aufmerksamkeit schenkt das DRK vor allen Dingen dem Kinderheim "Bardo". Betreut von 15 Nonnen haben hier mehr als 100 Kinder ein neues Zuhause gefunden. "Die meisten sind Vollwaisen oder stammen aus zerrütteten Familien", berichtet Reber. Die Armut vor Ort sei sehr groß und das Kinderheim lebe von privaten Spenden. Für deren richtige Verwendung garantiert der Zahnarzt: "Die zur Verfügung gestellten Hilfsgüter werden von uns direkt an die Nonnen übergeben."

Kontakt:
Dr. Peter Reber
Arnoldstraße 13
48683 Ahaus
Fax: 02561/42 29 5
E-Mail: p.reber@t-online.de

Spendenkonto:
DRK, Kreisverband Borken
Volksbank Borken
Konto-Nr.: 37 38 001
BLZ: 428 613 87
Stichwort: Kinderheim Bardo, Sr. Dorota

 

Ärzte für die Dritte Welt

"Zerstörte Gebisse schon in jüngsten Jahren"

 
Schleppen, behandeln, schleppen, weiterziehen - MKG-Chirurg Heinz Lübbe aus Stuttgart bei seinem Hilfseinsatz auf der Philippinen-Insel Mindanao.
Armut, mangelhafte und einseitige Ernährung, schlechte Wasserversorgung - Das sind nur einige Probleme, mit denen die Bewohner der zweitgrößten philippinischen Insel Mindanao zu kämpfen haben. Der Stuttgarter Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg Dr. Dr. Heinz Lübbe reiste für die Organisation "Ärzte für die Dritte Welt" in die Region, um medizinische Hilfe zu leisten. "Die schlechten Hygieneverhältnisse sorgen für einen hohen Krankenstand, enormen Wurmbefall der Kinder, für Ausgezehrtheit, Eiweiß- und Vitaminmangel, starke Verbreitung der Tuberkulose und Malaria sowie völlig zerstörte Gebisse schon in jüngsten Jahren", berichtet Lübbe. Zahnbürsten seien weitgehend unbekannt und eine Behandlung könnten sich viele Menschen nicht leisten.
Das Komitee "Ärzte für die Dritte Welt" will neben der direkten ärztlichen und zahnärztlichen Hilfe in der Region auch den Prophylaxegedanken verankern. Zu diesem Zweck sind - unter Einbeziehung der Schulen und Regierungsstellen - Ernährungs- und Zahnpflegeprogramme, Familienplanung sowie allgemeine Hygieneaufklärung geplant.

Kontakt:
Ärzte für die Dritte Welt
Offenbacher Landstraße 224
60599 Frankfurt a. M.
Tel.: 069/70 79 97 0
E-Mail: aerzte3welt@aerzte3welt.de
Internet: www.aerzte-dritte-welt.de

Spendenkonto:
Konto-Nr.: 488 888 0
BLZ: 500 605 00

 

Altgoldspende der Oberpfälzer Zahnärzte

70 000 Euro für die regionale Versorgung

 
V. l. n. r.: Lions-Präsident Stefan Kunnert, BRK-Vizepräsident Markus Sackmann, Dr. Frank Wohl und Joachim Steiger.
Stolze 70 000 Euro kamen bei der jüngsten Altgoldsammelaktion der Oberpfälzer Zahnärzte und des Lions-Clubs Weiden zusammen. Der Erlös ging an das Bayerische Rote Kreuz (BRK), das von dem Geld automatische Defibrillatoren anschaffen wird. Dort war die Freude groß: "Mit den Geräten lassen sich die Überlebenschancen von Patienten mit Herzstillstand gerade im ländlichen Raum enorm verbessern", sagte Markus Sackmann, Vizepräsident des BRK. Für die Oberpfälzer Zahnärzte eine gute Nachricht. "Wir legen großen Wert darauf, die Spendenerlöse regionalen Projekten zugute kommen zu lassen", betonten die Organisatoren Joachim Steiger und Dr. Frank Wohl. An der Spendenaktion beteiligten sich 69 Praxen und über 10 000 Patienten.

 
Eine Liste der Kontaktadressen und Soendenkonten können Sie unter Leserservice anfordern.

zm 96, Nr. 17, 01.09.2006, Seite 116-118