Gefährliche
Aminosäure Homocystein ist ähnlicher Risikofaktor wie Rauchen |
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16. September 2009 -
Schon seit einigen Jahren weisen Wissenschaftler darauf hin, dass dem
HerzKreislauf-System und insbesondere den Blutgefäßen Gefahr nicht
nur von zu hohen Cholesterin- und Fettwerten sowie dem Tabakrauchen droht. Das
Risiko für eine Arterienverkalkung, Herzinfarkt oder Schlaganfall steigt
gleichermaßen, wenn im Blut zu viel Homocystein zirkuliert.
Doch die Appelle, den Homocystein-Spiegel spätestens ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig kontrollieren zu lassen, sind bislang weitgehend erfolglos geblieben. Ein wichtiger Grund für die mangelhafte Nutzung der Homocystein-Bestimmung mag sein, dass die Kosten dafür meist nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Homocystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die zwar bei jedem Menschen als normales Zwischenprodukt im Stoffwechsel entsteht, die aber auch als hochpotentes Zellgift gilt. Schaden richtet Homocystein vor allem an den empfindlichen Wänden der Blutgefäße an, weil
Unter normalen Bedingungen wird Homocystein im Körper rasch ab- oder umgebaut und so unschädlich gemacht. Für die zügige Entgiftung sorgen vor allem drei Mikronährstoffe: Folsäure (Vitamin B9), Vitamin B12 und Vitamin B6. Bereits im Jahr 2007 hatte das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke hierzu eine Untersuchung mit fast 1 000 Personen durchgeführt. Das Ergebnis: Menschen, die schlechter mit den Vitaminen Folsäure und B12 versorgt waren, hatten ein mehr als doppelt so hohes Risiko für einen Schlaganfall als jene Studienteilnehmer, bei denen man hohe Folsäure- und B12-Werte gemessen hatte. Klappt die Versorgung mit diesen B-Vitaminen also nicht optimal, steigt der Homocystein-Spiegel im Blut an - und damit auch das Arteriosklerose-Risiko. Als ungefährlich gelten Homocysteinwerte unter zehn bis zwölf Mikromol/Liter im Blutplasma. Schon eine Erhöhung um nur fünf Mikromol/Liter steigert das Risiko für Gefäßerkrankungen bei Männern um 60 Prozent, bei Frauen sogar um 80 Prozent. Grundsätzlich nimmt die Homocystein-Konzentration im Blut mit dem Lebensalter zu. Eine Ursache ist vermutlich, dass bei älteren Menschen häufig die Aufnahme des Vitamins B12 durch Magen-Darmerkrankungen nicht mehr ausreichend gut funktioniert. Darüber hinaus gilt die Versorgung der Bundesbürger mit Folsäure allgemein als unzureichend. Teilweise liegt dies an einer nicht ausgewogenen Ernährung mit einem zu geringen Anteil
Regelmäßige Kontrolle wird empfohlen Insbesondere Menschen mit schon bekannten Gefäßerkrankungen wird empfohlen, ihren Homocystein-Spiegel von einem Arzt bestimmen zu lassen. Werden dabei überhöhte Werte festgestellt, raten Experten zu einer Vitamin-Behandlung, denn nicht immer ist ein Ausgleich allein über die Ernährung möglich. Forscher der Universität Jena konnten schon vor einigen Jahren nachweisen, dass beispielsweise die als Arzneimittel zugelassene Vitaminkombination Medyn forte, die sich aus hochkonzentrierter Folsäure, Vitamin B6 und B12 zusammensetzt, einen erhöhten Homocysteinspiegel wieder wirksam senken und somit Gefäßerkrankungen vorbeugen kann. Noch günstiger wäre es natürlich, es gar nicht erst zu Gefäßschädigungen durch Homocystein kommen zu lassen. Neben einer frühzeitigen und lebenslangen Verbesserung der Vitaminversorgung gehört dazu auch, den Genuss von tierischen Fetten einzuschränken, auf das Rauchen zu verzichten und sich regelmäßig durch leichte sportliche Aktivitäten etwas Bewegung zu verschaffen. sp/pm zm 99, Nr. 18, 16.09.2009, Seite 64-65 |
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