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Entwicklungshilfe in Ecuador Arbeitsplätze inbegriffen |
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Was als
(zahn)medizinische Hilfe in dem kleinen Andenort Guadalupe in Ecuador startete,
hört an den Toren der Klinik noch lange nicht auf. Dank des boomenden
Klinikbetriebs ist mittlerweile eine kleine Infrastruktur entstanden. Und die
wächst kräftig weiter, zum Wohle aller Dorfbewohner.
Das achthundert Seelen zählende Dorf Guadalupe im Tal des Yacuambi am Ostabhang der Anden im Süden Ecuadors ist schon seit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts Sitz einer katholischen Missionsstation. 1991 übernimmt der österreichische Geistliche P. Georg Nigsch deren Leitung. Eine neue Kirche, ein Gemeindehaus, ein Bildungshaus, eine große Gartenanlage - Padre Jorge sorgt sich mit seinen Baumaßnahmen nicht nur um das Seelenheil seiner weit im bergigen Urwald verstreuten Gemeindemitglieder. Er schafft Arbeitsplätze im Yacuambital, aus dem die Menschen nach Spanien auswandern, weil sie kein Auskommen haben. Im gerodeten Urwald gibt es kein Holz mehr, die Landwirtschaft ist mühsam und wenig ergiebig. Und was den Menschen besonders fehlt, ist eine medizinische Versorgung. Nach einer Planungsphase von drei Jahren baut Padre Jorge eine Klinik, die am 9. November 2001 als "Clinica Nuestra Señora de Guadalupe" eingeweiht wird. Mit von der Partie sind auch deutsche Zahnärzte. Die Klinik beherbergt eine Zahnstation mit zwei Behandlungszimmern und ist nach europäischen Normen ausgestattet. Der Vorsitzende des "Förderkreis Clinica Santa Maria e.V.", ist Dr. Eberhard Pierro, Zahnarzt aus Bühl. Der Förderkreis betreut und organisiert die zahnmedizinische Abteilung mit Material und Personal. Inzwischen ist dank der vielen Anfragen nach einem Einsatz die Zahnstation in der Clinica das ganze Jahr über besetzt, mit Zahnärzten sowie mit Prophylaxepersonal. Bis heute wurden in der zahnmedizinischen Abteilung 4 000 Patienten von deutschen Zahnärzten behandelt. Inzwischen hat sich ein zahnmedizinisches Behandlungskonzept etabliert, das auf den drei Säulen Basiszahnmedizin, Basiszahntechnik und Prophylaxe aufgebaut ist. Ein besonderer
Die Patienten nehmen weite und beschwerliche Anreisen und schließlich lange Wartezeiten auf sich. Am Tag der Behandlung wieder nach Hause zu kommen ist meist nicht möglich. Man bleibt also ein paar Tage in in Guadalupe. Neue Infrastruktur - neue Chancen Unter diesen Voraussetzungen ist dort inzwischen eine Infrastruktur entstanden, die die Patienten versorgt. Gab es 2001 einen kleinen Kolonialwarenladen mit dürftigem Angebot, verdienen sechs Jahre später sieben Familien mit ihren neuen Mini-Supermärkten ihren Lebensunterhalt. Ein Restaurant war etwas völlig Unbekanntes, heute bieten vier ihre Speisen und Getränke an. Fuhr vor sechs Jahren einmal am Tag ein Bus aus der Provinzhauptstadt Zamora auf der Urwaldpiste durch das Yacuambital, sind es heute sechs. Ziegeleien, ein Bauunternehmen, eine Schreinerei, sie alle sorgen dafür, dass es in Guadalupe Arbeitsplätze gibt und nur wenige noch auswandern müssen. Das war nicht die Grundidee zum Bau der Klinik, aber mit ihrer freiwilligen Arbeit haben deutsche Zahnärzte ganz nebenbei ein kleines Wirtschaftswunder in einem Andental in Ecuador initiiert. pr/pm zm 97, Nr. 19, 01.10.2007, Seite 140-141 |
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