1. November 2008 |
|
|
Experten warnen vor Rezession Das Ende des Job-BoomsDie deutsche Wirtschaft steht nach Einschätzung der führenden Forschungsinstitute am Rande einer Rezession. Für 2008 erwarten die Experten unverändert ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent, doch
senkten sie ihre Prognose für das nächste Jahr von 1,4 auf 0,2
Prozent. Dies geht aus dem jetzt in Berlin vorgestellten Herbstgutachten der
Institute hervor. Falls die Finanzkrise voll auf die produzierende Wirtschaft durchschlagen sollte, halten die Institute einen noch stärkeren Rückgang von bis zu 0,8 Prozent für möglich, wenn auch für bislang unwahrscheinlich. Die schwächere Weltwirtschaft dürfte gerade den Exportweltmeister Deutschland treffen. Der Job-Boom läuft laut Gutachten im nächsten Jahr aus. "Am Jahresende werden rund 350000 Menschen weniger beschäftigt sein als zu Jahresbeginn." Die Arbeitslosenquote werde 2008 und 2009 aber konstant bei 7,5 Prozent liegen. Wegen sinkender Energiepreise werde die Preissteigerung gebremst. Die Inflationsrate gehe von 2,8 Prozent in diesem Jahr auf 2,3 Prozent im Jahr 2009 zurück. pit/ÄZ Gehalt und Aufstiegschancen Frauen fühlen sich diskriminiertDer Kampf der Geschlechter tobt laut einer Studie am Arbeitsplatz weiter: Insgesamt 45 Prozent der befragten deutschen Frauen gehen demnach davon aus, ein geringeres Gehalt zu erhalten als ihre männlichen Kollegen mit denselben Qualifikationen und Fähigkeiten. Anders herum empfinden dies nur 20 Prozent der Männer, berichtet das Jobportal CareerBuilder.de. Zudem gaben rund 40 Prozent der weiblichen Angestellten an, dass sie schlechtere Aufstiegschancen haben als Männer.Im Vergleich mit sechs anderen europäischen Ländern belegten die deutschen Frauen laut Umfrage den Spitzenplatz bei der Diskriminierung in Gehaltsfragen, an letzter Stelle standen die Niederländerinnen. Insgesamt gaben 38 Prozent der weiblichen Angestellten in den europäischen Ländern an, schlechter bezahlt zu werden als ihre gleich qualifizierten männlichen Kollegen mit gleicher Qualifikation. Das Marktforschungsinstitut Harris Interactive befragte im Namen von CareerBuilder.de über 3700 Angestellte in Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien, Schweden, Großbritannien und den USA. jr/pm OECD-Bericht Abgabenquote über dem SchnittDer Anteil der Steuern und Sozialabgaben an der Wirtschaftsleistung ist in Deutschland 2007 schneller gewachsen als in zahlreichen anderen Industrienationen. Das ergeben Schätzungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).Nach vorläufigen Berechnungen der OECD lag er im vergangenen Jahr bei 36,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und damit um 0,6 Prozentpunkte höher als 2006. In den OECD-Ländern sei die Steuer- und Abgabenquote im gleichen Zeitraum nur in Ungarn, Korea, Italien, Luxemburg und Portugal stärker in die Höhe geklettert, teilte die Organisation jetzt in Paris mit. Im Schnitt lag die Quote bei 36 Prozent. Die OECD forderte die Bundesregierung angesichts der Zahlen zu neuen Reformen auf. "Neben einer nachhaltigen Kostendämpfung in den Sozialsystemen sollte Deutschland weiter eine stärkere Steuerfinanzierung der sozialen Sicherung anstreben", sagte Chris Heady, Leiter der Abteilung Steuerpolitik und Steuerstatistik. Beispielsweise könnten die im internationalen Vergleich niedrigen Steuern auf Vermögen erhöht werden, um die Belastung der Arbeitseinkommen durch Sozialabgaben zu senken. Auch Steuern auf Umwelt- und Ressourcennutzung seien dazu geeignet. pit/dpa Schulzeiten Wichtig für die RenteSchulzeiten zählen für die Rente. Der Besuch einer allgemeinbildenden Schule, einer Fach-, Fachhoch- oder einer Hochschule sowie die Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme werden ab dem 17. Geburtstag mit insgesamt bis zu acht Jahren als Anrechnungszeiten in der Rentenversicherung berücksichtigt. Darauf macht die Deutsche Rentenversicherung Bund aufmerksam.Anrechnungszeiten steigern zwar nicht immer unmittelbar die Rente. Sie zählen aber bei der Erfüllung von Wartezeiten in der Rentenversicherung mit. Dadurch kann man etwa die Altersrente für langjährig Versicherte vor Erreichen der Regelaltersgrenze erhalten, wenn man eine Wartezeit von 35 Jahren erfüllt. Es ist daher wichtig, diese Zeiten bei einer Kontenklärung durch die Rentenversicherung, spätestens aber im Rentenantrag, nachzuweisen, so die Rente Bund. Darüber hinaus können Schulzeiten zu einer besseren Bewertung von beitragsfreien Zeiten - also zu einer höheren Rente - führen. Der Besuch einer Fachschule oder die Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme wirken sich ferner bis zu drei Jahre rentensteigernd aus.pit/pm Webadresse mit Ortsnamen Vorsicht vor unlauterer WerbungVermeintlich harmlose Homepage-Adressen wie "der-zahnarzt-kampen.de" oder "allgemeinmedizin-bielefeld.de" sind aufgrund des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) unzulässig. Soweit darin eine Alleinstellungsbehauptung gesehen werden kann, gelten sie als irreführend und damit unlauter.Gleiche Risiken bestehen bei der Nutzung der Begriffe "Institut" und "Zentrum", wenn es sich nur um eine kleine Praxis ohne ein fachübergreifendes medizinisches Angebot handelt. Darauf wies die Hamburger Rechtsanwältin Dr. Wiebke Baars auf dem 9. Deutschen Medizinrechtstag in Erfurt hin. Ausnahme: Die im Internet vorgestellte Praxis ist in eine Forschungseinrichtung integriert. ck/pm Doppelte Fehlquote Kostenfaktor MobbingWer sich gemobbt fühlt, fehlt fast doppelt so häufig am Arbeitsplatz wie die anderen Kollegen. Einer repräsentativen Studie des IFAK Instituts zufolge wurden 13 Prozent der Beschäftigten bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber schon einmal gemobbt."Mobbingopfern fällt der tägliche Gang zur Arbeit deutlich schwerer", berichtete das in hessische Meinungsforschungsinstitut. Sie hätten fast doppelt so viele Fehltage (12,2 Tage pro Jahr) wie nicht von Mobbing Betroffene (6,5 Tage pro Jahr). Als Mobbing empfanden die Betroffenen vor allem das bewusste Vorenthalten von Informationen (63 Prozent) und das bewusste Schlechtmachen vor anderen Personen (62 Prozent). Über die Hälfte der Mobbingopfer beklagte das Verbreiten von Lügen und Gerüchten (56 Prozent) und das "ins Messer laufen lassen" (53 Prozent). Als weitere Formen dieses Psychoterrors gaben die Betroffenen Nichtbeachtetwerden (44 Prozent) und bewusstes Weiterleiten von Fehlinformationen (42 Prozent) an. Für die repräsentative Studie befragte das IFAK Institut im Frühjahr dieses Jahres 2000 Erwerbstätige.pit/dpa zm 98, Nr. 21, 01.11.2008, Seite 100-101 |