Auf einen Blick

Die wichtigsten Ergebnisse der DMS IV

Karies
Rückgang in allen Altersgruppen:

Kinder (Zwölfjährige) haben im Durchschnitt 0,7 Zähne mit Karieserfahrung. Das bedeutet, dass statistisch betrachtet 0,7 Zähne kariös, gefüllt oder aufgrund einer Karies bereits verloren gegangen sind. Bei den Jugendlichen (15-Jährige) beträgt der Wert 1,8, bei den Erwachsenen (35- bis 44-Jährige) 14,5 und bei den Senioren (65- bis 74-Jährige) 22,1 Zähne. 70,1 Prozent der Kinder und 46,1 Prozent der Jugendlichen haben ein Gebiss ganz ohne Karieserfahrung.

Bessere Kinderzähne durch Prävention:
Im Vergleich zu 1997 ist für die Kinder ein deutlicher Rückgang der Karieserfahrung um 58,8 Prozent (von 1,7 auf 0,7 Zähne) festzustellen. Wesentliche Ursachen sind regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen und eine Zunahme der Fissurenversiegelung.

Polarisierung verstärkt:
10,2 Prozent der Kinder haben mehr als zwei kariös befallene Zähnen und vereinigen damit 61,1 Prozent der Karieserfahrung auf sich. Bei den Jugendlichen konzentrieren sich 79,2 Prozent der Karieserfahrung auf 26,8 Prozent der Untersuchten.

Erstmaliger Rückgang bei Erwachsenen und Senioren:
Seit 1997 hat sich die Karieserfahrung bei den Erwachsenen aus den alten und den neuen Bundesländern deutlich angeglichen. Wesentlich weniger Zähne mussten aufgrund von Karies extrahiert werden. Allerdings ist die Wurzelkaries stark angestiegen (bei Erwachsenen um 9,7 Prozentpunkte und bei Senioren um 29,5 Prozentpunkte), da erhaltene Zähne mit zunehmendem Alter ein wachsendes Risiko für Wurzelkaries aufweisen.

Hoher Kariessanierungsgrad:
Der Kariessanierungsgrad liegt bei den Kindern und Jugendlichen auf hohem Niveau (zwischen 78,1 Prozent und 79,8 Prozent) und bei Erwachsenen und Senioren auf außerordentlich hohem Niveau (95,6 Prozent beziehungsweise 94,8 Prozent).


Parodontalerkrankungen
Deutliche Zunahme: Mittelschwere und schwere Parodontalerkrankungen haben bei Erwachsenen und Senioren seit 1997 um 26,9 Prozentpunkten beziehungsweise 23,7 Prozentpunkte zugenommen. Grund ist der an sich positive Umstand, dass bei diesen Altersgruppen weniger Zähne durch Karies verloren gehen, die erhaltenen Zähne aber mit zunehmendem Lebensalter ein steigendes Risiko für parodontale Erkrankungen aufweisen.

Betroffenheit weiter Bevölkerungsteile:
Parodontalerkrankungen sind weit verbreitet. Unter den Erwachsenen leiden 52,7 Prozent unter mittelschweren und 20,5 Prozent unter schweren Formen der Parodontitis. Bei den Senioren sind 48,0 Prozent von einer mittelschweren und 39,8 Prozent von einer schweren Erkrankung betroffen.

Besondere Risikofaktoren:
Schwere Formen der Parodontitis sind bei Männern häufiger als bei Frauen anzutreffen. Rauchen begünstigt Parodontalerkrankungen. Auch ein niedriger Bildungsstatus erhöht das Erkrankungsrisiko. Bei Erwachsenen haben Raucher mit einfacher Schulbildung im Vergleich zum Durchschnitt der Altersgruppe ein um den Faktor 3,3 höheres Risiko, an einer schweren Parodontitis zu erkranken. Ein Zusammenhang zwischen Übergewicht und Parodontitis ist festzustellen.


Zahnverlust und Zahnersatz
Rückläufigkeit von Zahnverlusten:
Durchschnittlich fehlen einem Erwachsenen heute 2,7 Zähne. 1997 betrug der Wert noch 4,2. Bei der Seniorengruppe fehlen im Durchschnitt 14,2 Zähne gegenüber 17,6 in 1997. Die totale Zahnlosigkeit ist bei Senioren im gleichen Zeitraum von 24,8 Prozent auf 22,6 Prozent zurückgegangen.

Trend zu hochwertigem Zahnersatz:
Zahnverluste sind bei den Erwachsenen heute überwiegend durch festen Zahnersatz versorgt. Bei den Senioren überwiegen nach wie vor herausnehmbare Versorgungen. Allerdings gibt es auch hier eine deutliche Tendenz zu festsitzendem Zahnersatz und mehr Implantaten.


Sozialmedizinische Ergebnisse
Positives Mundpflegeverhalten:
74,2 Prozent der Kinder, 73,4 Prozent der Jugendlichen, 72,8 Prozent der Erwachsenen und 60,6 Prozent der Senioren gaben an, zweimal täglich die Zähne zu putzen.

Regelmäßiger Zahnarztbesuch:
76,0 Prozent der Kinder, 66,2 Prozent der Jugendlichen, 76,1 Prozent der Erwachsenen und 72,2 Prozent der Senioren gehen nach eigenen Angaben regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolluntersuchung. Die Zahnarztbindung ist außerordentlich stark ausgeprägt: Durchschnittlich 90 Prozent der Befragten gaben zu Protokoll, dass sie "immer zu demselben Zahnarzt" gehen würden.
pr/IDZ