Botschaften zur
Eröffnung der Ausstellung Die Leistung des Fachs im Spiegel der Zeit |
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16. November
2009 - Die Berliner Charité wollte zu ihrem 300-jährigen
Jubiläum etwas Besonderes zeigen und hat für ihre Ausstellung das
Thema Zahnmedizin ausgewählt. Vertreter von Wissenschaft und
Standespolitik würdigten zur Eröffnung die Leistung des Fachs im
Spiegel der Jahrhunderte.
Die Ausstellung schlage die Brücke von brachialen Methoden und berechtigten Ängsten zu "absoluter Hochleistungszahnmedizin, wie es der Direktor des Medizinhistorischen Museums, Prof. Dr. Thomas Schnalke, bei der offiziellen Eröffnungsfeier am 20. Oktober formulierte. Der Titel "goldgefüllt und perlengleich" solle auch ein Zeichen setzen gegen die sonst üblichen Assoziationen verbunden mit Schmerzen und vielmehr die Leistungen des Faches in Form, Funktion und Ästhetik übermitteln. Dass eine Berliner Tageszeitung sich nicht davon abhalten ließ, den Beitrag über die Ausstellung mit "au Backe" zu verbinden, sei allerdings nachvollziehbar: Der größte Teil der Ausstellung zeige eben genau jene Bilder und Gerätschaften, die heute ein Schaudern hervorrufen - für ihre Zeit aber herausragende Innovationen waren. Die Charité wolle zu ihrem 300-jährigen Jubiläum etwas Besonderes zeigen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Charité-Universitätsmedizin, Professor Karl Max Einhäupl, und habe daher das Thema Zahnmedizin in den Fokus gestellt. Er selbst sei, gab er zu, mit den Zahnärzten "nicht immer glimpflich umgegangen" in seiner zurückliegenden Funktion als Vorsitzender des Wissenschaftsrates und habe von ihr vor allem mehr Anstrengungen in der Forschung verlangt - er sehe allerdings auch, dass die "medizinischen Fächer dabei selbst beteiligt waren, dass die Zahnmedizin oft abgedrängt wurde". Heute sei es an der Zeit, den einen oder anderen Gedanken wieder auszutauschen und dem Fach und damit auch der Charité "wieder Glanz zu geben wie schon so oft in der Geschichte". Die neue Ausstellung habe gute Chancen, auch zu einem Erfolg für die Zahnmedizin zu werden. Bereicherung für die Berliner Zahnärzte Das Thema "Zahnmedizin an der Charité" griff Berlins Kammerpräsident Dr. Wolfgang Schmiedel auf und bezeichnete die Ausstellung als eine Bereicherung für die Berliner Zahnärzte, die in den zurückliegenden Jahren vor allem verloren hatten: Den Zahnärzten aus dem Ost-Teil sei die Ausbildungsstätte Schumannstraße genommen worden, den Zahnärzten in Mitte der Standort der "Zahnklinik Nord", den Zahnärzten in der verbliebenen Klinik in der Aßmannshauser Straße der nur halbwegs ausreichende Platz zum qualitativ hochwertigen Lernen - und dieser Klinik nun auch noch eine verlässliche Zukunft. Gewonnen hätten alle Berliner Zahnärzte mit dieser Ausstellung die Erinnerung an und die Verbundenheit mit ihrer großen gemeinsamen Geschichte: "Wir alle, auch diejenigen, die vieles - manche auch den Boden unter den Füßen - verloren haben, wir haben eine gemeinsame Geschichte, und ich sage bewusst und historisch nachprüfbar, eine ehrenvolle, eine verdienstvolle und nicht zuletzt deshalb eine erfolgreiche Geschichte." Der Forderung nach mehr Forschung müsse allerdings die derzeitige Realität durch politische Eingriffe entgegengestellt werden. Die größte medizinische Disziplin Welch Fundament Berlin für die deutsche Zahnmedizin war und ist, betonte auch Dr. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer, die mit Beiträgen aus dem eigenen Museumsbestand die Ausstellung im Medizinhistorischen Museum ergänzt hat: Berlin sei vor 150 Jahren der Geburtsort des Zentralvereins der Deutschen Zahnärzte gewesen, aus der die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde hervorgegangen sei - heute sei die Zahnmedizin die größte aller medizinischen Disziplinen. Mit einem kurzen Rückblick über die großen Forscher und auch Leistungen der deutschen Zahnmedizin betonte er, dass es kennzeichnend für die Entwicklung des Berufsstandes gewesen sei, dass er ohne jegliche politische Gängelei funktioniert und sich so eindrucksvoll weiterentwickelt habe: "Ich befürchte, die Berufspolitiker überschauen nicht wirklich alle Folgen ihrer Entscheidungen." So bedauerlich es sei, Recht habe doch Immanuel Kant mit seinem Satz: "Die Politik ist das Schicksal, und dem müssen wir uns stellen." pr/zahndienst.de zm 99, Nr. 22, 16.11.2009, Seite 112 |
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